Bäume am Jägerweg

Bäume am Jägerweg werden gefällt

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Baden-Baden (16.02.2017). Der Waldrand entlang des Jägerweges in der Cite enthält etliche stark geschädigte Eschen. Durch das sogenannte Eschentriebsterben, einer Pilzerkrankung, werden Eschen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.

Im Bereich des Jägerweges reicht der Waldrand direkt bis an die Straße und die gegenüberliegende Medien- und Eventakademie. Im Dezember ist dort ein Baum auf ein Gebäude gefallen und im Januar sind zwei weitere Eschen umgestürzt, ihre Kronen kamen knapp vor dem Weg zu liegen. Fast alle Bäume hängen stark nach außen in Richtung der Straße.

Gefahrensituation im Nahbereich der Schulen

Aufgrund der Gefahrensituation im Nahbereich der Schulen sieht sich das Fachgebiet Forst und Natur, welches für die Verkehrssicherheit verantwortlich ist, gezwungen, dort alle Bäume bis zu einer Tiefe von 30 Meter zu entfernen.

Einzelne stärkere Bäume stehen zu lassen wäre zu gefährlich, da die freigestellten Bäume noch labiler wären. Seit letzten Samstag (11. Februar) werden daher Bäume entlang des Jägerweges im Jagdhäuser Wald gefällt. Wegen der erforderlichen Straßensperrung finden die Fällungen am Wochenende und in den Faschingsferien statt.

Waldrand wird artenreiches Biotop

In Zukunft soll dort ein stufiger Waldrand entwickelt werden. Auch wenn der forstliche Eingriff zunächst massiv erscheint, wird sich der Waldrand bei dem dort anstehenden Lössboden innerhalb weniger Jahre zu einem artenreichen Biotop entwickeln. Schon die zunächst sich einstellende blütenreiche Hochstaudenflur wird für viele Schmetterlinge interessant sein. Vielleicht wird man dort sogar die hübsche Spanische Flagge, eine Schmetterlingsart, beobachten können.

Da die Fläche im Naturschutzgebiet liegt, wurde die Maßnahme mit den zuständigen Naturschutzstellen des Regierungspräsidiums abgestimmt und von diesen genehmigt. Auch eine artenschutzrechtliche Prüfung ist erfolgt. Schließlich sollen auch keine winterschlafenden Fledermäuse zu Schaden kommen.

Totholzanteil fördert Insekten und Spechte

Zum Ausgleich für den Eingriff wird der angrenzende Wald naturnah bewirtschaftet. Insbesondere sollen einige absterbende Bäume stehen bleiben, so dass ein höherer Totholzanteil im Wald verbleibt. Denn tote Bäume sorgen für eine höhere Strukturvielfalt und stellen für viele holzbewohnende Insekten wichtige Lebensräume dar.

Und im Holz lebende Insekten sind wiederum eine unersetzbare Nahrungsgrundlage für Spechte. Aus diesem Grund werden einige Bäume auch nicht bodeneben abgeschnitten, sondern es verbleibt manchmal ein etwas höherer Baumstumpf, in dem sich dann Bockkäfer oder Prachtkäfer wohlfühlen.