Kommunale Herausforderungen
Kommunen stehen vor neuen Herausforderungen, die im Rahmen einer strategischen Entwicklungsplanung angegangen müssen.
Dazu gehören in Baden-Baden vor allem:
Der Geburtenrückgang und die zunehmende Überalterung der Gesellschaft sind bereits heute spürbar. Selbst unter Berücksichtigung positiver Wanderungssalden und mittelfristig leicht ansteigender Geburtenraten ergeben sich erhebliche Veränderungen in der Altersstruktur mit entsprechenden Konsequenzen für die kommunale Infrastruktur. Diese Entwicklungstendenzen erfordern eine intensive und differenzierte Diskussion über die zentralen Zukunftsperspektiven unserer Stadt.
Der demographische Wandel ist in Baden-Baden aufgrund der ohnehin verschobenen Altersstruktur nur in abgeschwächter Form spürbar. Familienfreundliche Strukturen werden als Standortfaktor für Unternehmen und als Wanderungsmotiv für junge Familien immer wichtiger.
Es kommt deshalb darauf an, mit einer kinder- und familienfreundlichen Stadtpolitik die Attraktivität Baden-Badens weiter zu erhöhen. Vor allem in den Stadtteilen ist darüber nachzudenken, wie die vorhandenen Angebote für junge Bevölkerungsgruppen und ältere Menschen den strukturellen Veränderungen und der veränderten Nachfrage anzupassen sind.
Kur- und Bäderwesen
Seit den frühen 1980er Jahren wurde der Leistungsumfang der Gesundheitsversorgung durch zahlreiche Gesetzesänderungen immer weiter eingeschränkt. Die Bäder- und Kurorte sehen sich gezwungen neue Strategien zu entwickeln, um für potenzielle Gäste an Attraktivität zu gewinnen und dem steigenden Konkurrenzdruck gewachsen zu sein.
Aufgrund der zahlreichen Gesetzesänderungen spielt das Kurwesen in Baden-Baden nicht mehr die zentrale Rolle wie noch in den 1980er Jahren. Durch die Ausweitung der Themen Wellness und Spa und das breite kulturelle Angebote konnten diese Ausfälle teilweise kompensiert werden. Um die Übernachtungszahlen langfristig zu steigern, kommt es darauf an, weitere Zielgruppen zu erschließen und die Attraktivität von Baden-Baden als internationale Bäder- und Kulturstadt zu erhöhen.
Ökologische Herausforderungen
Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist eine der größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Baden-Baden ist von einer gesunden Umwelt in besonderem Maße abhängig. Umweltschutz und Klimawandel sind Themenfelder, denen sich auch die kommunale Ebene zu stellen hat. Gerade auf den klassischen Feldern des Umweltschutzes „Boden“ und „Wasser“ wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht. Neue Aufgabenstellungen hingegen erwuchsen aus dem Klimawandel. Auch hier müssen Städte und Gemeinden ihren Beitrag zu Reduzierung des CO2 Ausstoßes leisten.
Ein besonderes Augenmerk verdient in Baden-Baden die Luftreinhaltung. Die Belastung durch Luftschadstoffe liegt hier zwar deutlich unter den Immissionswerten gemäß 22 BImSchG, doch als Heilbad werden an Baden-Baden jedoch auch deutlich höhere Anforderungen des Heilbäderverbandes gestellt. Die Einhaltung und eine deutliche Unterschreitung dieser Grenzwerte als langfristiges Ziel muss gesichert werden.
Vor dem Hintergrund dieser veränderten Rahmenbedingungen stellt sich die Frage, wie der hohe Standard in Baden-Baden langfristig abgesichert werden kann und welche Bereiche künftig stärker ausgebaut werden sollen. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und der zu erwartenden finanziellen Folgewirkungen ist eine Verständigung über die Prioritäten und Schwerpunkte der kommunalen Entwicklung umso bedeutsamer.
Durch die strategische Entwicklungsplanung werden nun die künftige Ausrichtung und die zentralen Entwicklungsperspektiven für die Stadt Baden-Baden gebündelt.

