Studie zur UNESCO-Bewerbung Baden-Badens
von links: Frank Marrenbach, Prof. Michael Goer, Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner, Prof. Michael Petzet (in seinen Händen die Vergleichsstudie), Brigitte Goertz-Meissner, Andreas Förderer, Lisa Poetschki-Meyer und Volkmar Eidloth.
Baden-Baden. Das deutsche Nationalkomitee des „Internationalen Rates für Denkmalpflege“ (ICOMOS – International Council on Monuments and Sites) hält im Herbst seine Jahrestagung in Baden-Baden ab.
ICOMOS hat eine Schlüsselrolle bei den Entscheidungen zu Weltkulturerbeanträgen inne. Präsident Prof. Michael Petzet informierte sich vor der Tagung im Baden-Badener Rathaus. Petzet war nicht nur oberster Denkmalpfleger in Bayern sondern stand auch jahrelang weltweit an der Spitze von ICOMOS.
Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner hieß den Gast im Beisein von Frank Marrenbach, Andreas Förderer, Prof. Michael Goer, Volkmar Eidloth, Brigitte Goertz-Meissner und Lisa Poetschki-Meyer willkommen. Prof. Hans-Peter Mengele stieß später dazu. Gerstner betonte, er freue sich, dass das deutsche Nationalkomitee Baden-Baden zum Ort seiner Jahressitzung ausgewählt habe. Die frühere Sommerhauptstadt des 19. Jahrhunderts habe gerade für engagierte Denkmalschützer viel zu bieten. So stünden im Stadtkreis allein über 1000 Gebäude unter Denkmalschutz.
Im Rahmen des Besuchs übereichte Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner Prof. Michael Petzet die von Andreas Förderer verfasste Vergleichsstudie „Europäische Kurstädte und Modebäder des 19. Jahrhunderts“. Bei der internationalen Fachtagung vom 25. bis 27. November, die gleichzeitig auch Hauptversammlung von ICOMOS ist, geht es nicht darum zu entscheiden, ob Baden-Baden Weltkulturerbe werde, sondern ob sich das Konzept einer sogenannten „seriellen transnationalen Bewerbung“ als tragfähig erweise.
Dabei gehe es vor allem um eine fachliche Auseinandersetzung über das Thema und die Strategie. Bei einer positiven Beurteilung wäre der Weg frei für eine Bewerbung Baden-Badens mit weiteren namhaften europäischen Kur- und Bäderstädten des 19. Jahrhunderts um den Titel Weltkulturerbe.
Petzet zeigte sich mit der bisherigen Vorarbeit sehr zufrieden und lobte die Stadt für ihr Engagement. Anschließend besichtigte er die einzelnen ICOMOS-Tagungsorte.
ICOMOS wurde 1965 in Warschau gegründet. Bereits im selben Jahr gründete sich das deutsche ICOMOS-Nationalkomitee in Mainz. ICOMOS ist die internationale nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für Schutz und Pflege von Denkmälern und Denkmalbereichen und die Bewahrung des historischen Kulturerbes einsetzt. ICOMOS beteiligt sich als Berater und Gutachter an der Arbeit des Welterbe-Komitees und an der Erfüllung der UNESCO-Konvention zum Weltkulturerbe.
Das deutsche Nationalkomitee setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für das Erhalten von Denkmälern, Ensembles und Kulturlandschaften ein. Um die Fachwelt und Öffentlichkeit zu beraten und das öffentliche Interesse für Denkmalschutz und Denkmalpflege zu fördern, ist das Deutsche ICOMOS-Nationalkomitee in folgenden Bereichen aktiv:
Monitoring und Information zu den deutschen Denkmälern auf der Liste des Weltkulturerbes, Vorbereitung und Durchführung von internationalen Kolloquien und Tagungen zu Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, Publikation der Tagungsergebnisse und wichtiger Grundsatzpapiere zur Denkmalpflege und Zusammenarbeit mit anderen Nationalen Komitees sowie mit verschiedenen nationalen Gremien und mit internationalen Organisationen.
Siehe auch: Kulturerbe Baden-Baden

