Helfer für Naturschutzprojekt im Wald gesucht

Baden-Baden. Für ein Naturschutzprojekt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord werden noch helfende Hände gesucht: Bei einem Einsatz am 23. Juli im Stadtwald von Baden-Baden sollen die Lebensbedingungen für das Auerwild verbessert werden.

Ziel ist es, die Lebensbedingungen für das Auerwild im Schwarzwald zu verbessern.  Das Auerhuhn ist der Charaktervogel des Schwarzwaldes und in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Voraussetzung für die dauerhafte Existenz des Auerhuhns sind sogenannte lichte, strukturreiche Nadelholzbestände mit Tannen, Kiefern und Fichten sowie eine gut entwickelte Bodenvegetation, die die für das Auerwild existenziellen Heidelbeeren enthält. Für die Schaffung und Erhaltung von solch lichten Flächen sind regelmäßige Pflegeeingriffe durch den Menschen erforderlich.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord drei ehrenamtliche Aktionstage ins Leben gerufen. Unterstützt wird das Gesamtprojekt vom Generali Zukunftsfonds der Generali Deutschland Gruppe, zu der auch die Deutsche Bausparkasse Badenia gehört.

Weitere Informationen zu den einzelnen Aktionstagen sind im Internet unter www.naturparkschwarzwald.de zu finden.

Zur Beteiligung aufgerufen sind Jung und Alt. Mitzubringen sind neben festem Schuhwerk und wetterfester/robuster Kleidung auch Neugier und Lust an einer Tätigkeit an der frischen Luft.

Um die Aktionen besser planen zu können, bittet der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord um kurze Anmeldung in seiner Geschäftsstelle per Telefon unter (07449) 913-054 oder per Email an info@naturparkschwarzwald.de.

Einsatz im Namen der Aktion "Herzenssache Natur“

OB Gerstner mit allen Teilnehmern der Aktion Herzenssache Natur auf einer Wiese

Wolfgang Gerstner, Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden, und Dr. Jochen Petin, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bausparkasse Badenia (beide Bildmitte) mit den Ehrenamtlichen Helfern der Badenia und den Schülern der Albschule

 

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord veranstaltete zuletzt im Juni zusammen mit seinem Partner, dem Städtischen Forstamt Baden-Baden einen Freiwilligen-Tag für Mitarbeiter der Deutschen Bausparkasse Badenia und Schüler der Albschule Karlsruhe-Weiherfeld, einer Schule für geistig behinderte Kinder.

Die Aktion im Baden-Badener Sauersboschtal bildete den Auftakt für die diesjährigen „Herzenssache Natur“-Aktivitäten. „Mit den Aktionen wollen wir Ehrenamtlichen die Möglichkeit geben, sich im Naturschutz einzubringen“, erläuterte Yvonne Flesch, Projektmanagerin beim Naturpark, den Hintergrund von „Herzenssache Natur“, und in der Tat ging es an diesem Tag um praktische Biotop-Pflegemaßnahmen.

Begrüßt wurden die rund 50 Freiwilligen durch Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner, der bereits zu Beginn der Aktion lobende Worte für den bevorstehenden Einsatz fand: „Ich freue mich, dass Sie nach Baden-Baden gekommen sind und im Naturpark tatkräftig anpacken möchten“, begrüßte er die Badenia-Mitarbeiter und Alb-Schüler.

Dr. Jochen Petin, Vorstandsvorsitzender der Badenia, zu den Aktivitäten: „Der Freiwilligen-Tag erlebt bei uns in diesem Jahr bereits seine dritte Auflage. Darüber hinaus haben wir mit der Albschule schon viele Aktionen durchgeführt. Toll, dass die Schüler und unsere Mitarbeiter nun ihr Engagement erstmals gemeinsam in den Dienst der Natur des größten Naturparks Deutschlands stellen.

Eine andere Gruppe unternimmt im Rahmen des Freiwilligen-Tags heute übrigens mit Senioren einer Tagespflegeeinrichtung in Karlsruhe einen Ausflug in die Kurstadt Baden-Baden.“

Simone Aydt, Lehrerin an der Albschule, begleitete die Projekte zusammen mit zwei Kollegen: „Lebenspraktische Tätigkeiten sind das Herzstück der Sonderpädagogik – solche Aktionen machen Spaß und ermöglichen uns, etwas zum gesellschaftlichen Leben beizutragen."

Intensive Wiesenpflege und Bau eines Weidenzaunes

Nach einer kurzen Einführung durch den Biologen Johannes Ebert vom Forstamt Baden-Baden ging es dann für die Helfer in eines der schönsten Wiesentäler des Stadtkreises Baden-Baden – das Sauersboschtal. In Zweierteams arbeitete jeweils ein Badenia-Mitarbeiter zusammen mit einem Schüler der Albschule.

Die Einsatzgebiete der Teams, die von Mitarbeitern des Städtischen Forstamts bei ihrer Arbeit begleitet und unterstützt wurden, waren vielfältig: So widmete sich eine Gruppe dem Bau eines neuen Weidezaunes für Schafe und Ziegen. Diese halten, nach getaner Arbeit der Ehrenamtlichen, das Wiesental offen und können es so vor einer Verbuschung bewahren.

Die beiden anderen Gruppen engagierten sich aktiv für die typische heimische Flora, indem sie wiesenfremde Arten bekämpften. Dazu gehören der Adlerfarn und der Japanische Staudenknöterich. „Der Knöterich ist ein Neophyt, also eine Pflanze, die in unseren Breiten nicht heimisch ist. Da sie in ihrem neuen Lebensraum keine natürliche Konkurrenz hat, kann sie heimische Arten verdrängen. Bei der Aktion geht es also darum, diese Problempflanzen zu bekämpfen und damit eine artenreiche Wiesenvegetation und die Insektenfauna aktiv zu fördern“, erklärte Johannes Ebert den Nutzen der Aktionen.

Mit viel Tatendrang und Spaß waren Jung und Alt zusammen bei der Arbeit. Der Adlerfarn wurde gemäht und ausgerupft. Dem Knöterich erging es ähnlich: hier wurde auch noch zusätzlich das starke Wurzelwerk ausgraben. „Eine super Abwechslung. Hierbei sieht man unmittelbar den Erfolg seiner Arbeit und kann gleichzeitig Erfahrungen abseits vom Arbeitsplatz sammeln“, fasst Anja Waldenmaier, Mitarbeiterin der Badenia, ihre Eindrücke zusammen.
Man konnte in viele freudige und zufriedene Gesichter blicken.

 „Die gute Resonanz auf das Naturpark-Angebot zeigt, wie wichtig und bereichernd ein gemeinsamer Einsatz für unsere Natur ist“, fasste Yvonne Flesch den Tag zusammen. Und er ist sich sicher: „Ehrenamtliches Engagement hilft nicht nur der Natur, sondern fördert auch die Verbundenheit von Jung und Alt – ,Herzenssache Natur‘ ist generationenübergreifend!“

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