Jüdische Dame besucht ihre frühere Heimat
Von links: Barbara Hoffs (Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft), Carl und Ferna Kaufman, OB Wolfgang Gerstner
Baden-Baden. Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner hieß Ferna Kaufman und ihren Mann Carl herzlich im Rathaus willkommen. Bereits zum zwölften Mal besucht die inzwischen 77-Jährige Jüdin Baden-Baden.
Ferna Kaufman, in Weyer bei St. Goarshausen geboren, verbrachte ihre Kinderjahre in Baden-Baden. Ihr Vater Sigmund Ackermann war der letzte Synagogendiener. Die Stadt ist Ferna Kaufman nach wie vor gut vertraut. „Ich fühle mich hier wie zu Hause“, sagte Sie gegenüber Wolfgang Gerstner.
Die Kaufmans bleiben eine Woche und werden von Barbara Hoffs und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft mit Unterstützung der Stadt betreut. Ferna und Carl Kaufman leben in New Jersey, USA. Während Ihres Aufenthaltes werden die Kaufmans die Stadt besichtigen, aber auch den Merkur per Bergbahn erklimmen.
An den Besuch während der zweiten „Woche der Begegnung“ in Baden-Baden im Jahr 2000 kann sich Ferna Kaufman noch gut erinnern. Damals hatte Oberbürgermeisterin Dr. Sigrun Lang alle früheren jüdischen Mitbürger weltweit eingeladen, die während der NAZI-Herrschaft in den 1930er Jahren flüchten konnten. Nur wenige sind in Deutschland geblieben oder kamen später wieder zurück. Bereits im Jahr 1992 hatte Baden-Baden erstmals zu einer „Woche der Begegnung“ eingeladen.
1933 lebten 310 Bürger jüdischer Religion in Baden-Baden, 1938 waren es 385 Personen. 75 der früheren jüdischen Bürger wurden in Konzentrationslagern ermordet. Mit ihren Eltern konnte Ferna Kaufman fliehen. Ihrer Großmutter und der Halbschwester ihrer Mutter gelang dies nicht, sie wurden im Juni 1942 in Auschwitz ermordet. Für beide sind Stolpersteine vor dem Haus Stephanienstraße 5 angebracht.








Webcam-Film: "Ein Jahr in Bildern" (kleine Ansicht)


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