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Karlheinz Kögel (links), die Flüchtlinge Omar Dampha, Mouaz Al Rihawi und Raed Alhardan (von links) und Stephan Langreder (rechts).
Karlheinz Kögel (links) finanziert seit Anfang letzten Jahres die Stelle des Job-Profilers. Die Flüchtlinge Omar Dampha, Mouaz Al Rihawi und Raed Alhardan (von links) fanden über Stephan Langreder (rechts) Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplätze.

Bereits 136 Flüchtlinge haben Arbeitsstelle

Baden-Baden (16.02.2017). In einem Pressetermin stellte Oberbürgermeisterin Margret Mergen ein für Baden-Baden "einzigartiges Projekt" vor. Durch eine großzügige Spende des Baden-Badener Unternehmers Karlheinz Kögel konnte Anfang letzten Jahres die Stelle eines sogenannten Job-Profilers geschaffen werden.

Für die Stelle konnte Stephan Langreder gefunden werden, dessen Aufgabe es ist, Flüchtlinge an den Arbeitsmarkt heranzuführen und ihnen eine Beschäftigung zu vermitteln. Mergen dankte Kögel für sein beispielhaftes Engagement. Kögel selbst unterstrich, dass man mit dem Engagement nicht nachlassen dürfe, Unternehmen und Firmen zu suchen, die bereit sind, Flüchtlinge zu beschäftigen. Er beschäftige selbst mehrere Flüchtlinge.

Vom Minijob über Ausbildungen bis zur Vollzeitbeschäftigung

Iska Dürr, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales, unterstrich, dass es in der Zwischenzeit gelungen sei, immerhin 136 Flüchtlingen eine Beschäftigung zu vermitteln. Dabei sei vom Minijob über Ausbildungen bis zur Vollzeitbeschäftigung alles dabei. Weitere 113 Flüchtlinge hätten sogenannte Arbeitsgelegenheiten, vor allem im Umfeld der Flüchtlingswohnheime im Stadtkreis. Allerdings seien im Stadtkreis derzeit auch rund 200 Flüchtlinge als arbeitssuchend registriert.

Stephan Langreder informierte anschließend über seine Arbeit, die sehr komplex und oft nicht einfach sei. Zuerst gehe er auf die Flüchtlinge zu und frage sie nach ihrer Ausbildung, Erfahrungen und Fähigkeiten. Danach wende er sich an geeignete Firmen und Unternehmen. An erster Stelle stehe aber bei all dem eine gute Kenntnis der deutschen Sprache. Das sei das A und O.

Langreder dankte auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die die nicht nur in den Flüchtlingswohnheimen wertvolle Arbeit leisteten, sondern auch die eine oder andere Arbeitsstelle direkt vermittelt hätten.

Flüchtlinge wollen auf eigenen Beinen stehen

Gleich drei Flüchtlinge hatte Stephan Langreder mit ihren Arbeitgebern mit am Tisch sitzen: Raed Alhardan ist Petrol-Ingenieur. Weil er in seinem Beruf in Deutschland keinen Arbeitsplatz findet, hat er eine Praktikantenstelle bei der hauenebersteiner Maschinenbaufirma Arku gefunden. Dort winkt ihm in Kürze eine feste Anstellung.

Alhardan sagt: "Meine Zukunft hat bei Arku angefangen und ich will in Deutschland bleiben. Hier kann ich in Frieden und Sicherheit leben." Alhardan betonte, er sei nicht nach Deutschland gekommen, um hier Geld vom Jobcenter zu erhalten. Er wolle auf eigenen Füßen stehen und sich einbringen. Um Deutschland etwas zurückzugeben, habe er sich jetzt beim Deutschen Roten Kreuz als Ersthelfer registrieren lassen.

Unternehmen machen gute Erfahrungen

Albert Reiss, Geschäftsführer von Arku, bezeichnete die Stelle Langreders als ein Leuchtturmprojekt. Er selbst habe mit der Beschäftigung von Flüchtlingen bisher gute Erfahrungen gemacht. Bereits fünf ehemalige Flüchtlinge habe er inzwischen in seiner Firma beschäftigt.

Die guten Erfahrungen bestätigte auch AOK-Personalleiter Roland Seifried. Dort werde nach einer Einstiegsqualifizierung der aus Syrien stammende Mouaz Al Rihawi bald eine Ausbildung beginnen.

Und der aus dem afrikanischen Gambia kommende Omar Dampha hat sich bei der Firma Schleif Automotion auf dem Baden-Airpark als zuverlässiger Mitarbeiter erwiesen. Geschäftsführer Florian Faber fand in ihm einen "zuverlässigen und willigen" Mitarbeiter.

Wohnungssuche problematischer

Nicht so einfach sei es, Wohnungen für Flüchtlinge zu finden, die eine Arbeitsstelle gefunden haben. Omar Dampha betonte, in einer kleinen Wohnung könne er wesentlich besser und konzentrierter lernen, als dies im Flüchtlingswohnheim der Fall sei.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Bürgermeister Michael Geggus dankten allen Arbeitgebern für ihr herausragendes Engagement. Beide riefen die Flüchtlinge dazu auf, auf ihrem Weg weiterzumachen und zuversichtlich nach vorne zu schauen.