Museum LA8

Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts

Das Museum widmet sich den intensiven Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhundert. In seiner mentalitätsgeschichtlichen Konzeption ist es einzigartig in der Museumslandschaft Deutschlands. Viele Selbstverständlichkeiten unseres heutigen Alltags gehen auf dieses erfindungsreiche Jahrhundert zurück: neben Fotografie und Telefon das Auto, die Eisenbahn, das Papiergeld, aber auch soziale "Erfindungen", wie die Kindheit, die Kleinfamilie oder die Schulpflicht.

In halbjährlich wechselnden Themenausstellungen wird deutlich, wie aktuell und wie nah uns das vorletzte Jahrhundert in vielem ist. Das Begleitprogramm zu den Ausstellungen vertieft mit Workshops für Kinder, Lesungen und Vorträgen die lebendige Begegnung mit diesem Jahrhundert, in dem zum Beispiel Humboldt und Napoleon, Marx und Rothschild, Nietzsche und Bismarck, Liebig und Daimler lebten und wirkten.

Das Museum ist Teil des ebenfalls im März 2009 von der GRENKE-Stiftung eröffneten Kulturzentrums LA8 im historischen Anwesen an der "Museumsmeile", der Lichtentaler Allee.

Museum LA8

AKTUELLE AUSSTELLUNG: Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst

19. März bis 4. September 2016

Er ist eine Jahrhundertfigur. Als Künstler erreichte Andreas Achenbach alles, was ein Maler und Grafiker im 19. Jahrhundert in Deutschland und im internationalen Raum erreichen konnte: ein großartiges, umfangreiches Werk, Ruhm und künstlerische Anerkennung, dauerhaften Erfolg auf dem deutschen und internationalen Kunstmarkt, Ansehen unter den Kollegen der Düsseldorfer Malerschule, Reichtum, gesellschaftlichen Aufstieg und bei alledem persönliche Unabhängigkeit. In seinem langen Leben (1815 - 1910) versteckte er seine freiheitliche Gesinnung nicht vor dem preußischen Obrigkeitsstaat. Seine politischen Karikaturen, etwa „Vergessen“ aus der Revolutionszeit um 1848, waren die schärfsten. Dessen ungeachtet gehörte das preußische Herrscherhaus ebenso wie der Großherzog von Baden zu seinen Auftraggebern und Käufern. Die mehrmals angebotene Erhebung in den Adelsstand lehnte Achenbach beharrlich ab. Der Malerfürst blieb immer auch Revolutionär.

Gegenüber den rasanten Innovationsschüben des frühindustriellen Zeitalters zeigte sich Achenbach als ruhiger Beobachter jenseits von Technikverherrlichung oder –verteufelung. Mit realistischem Blick verfolgte er den Konflikt zwischen Mensch und Natur, festem Land und wilder See, zivilisatorischer Bändigung der Natur und deren großen, ebenso zerstörerischen wie bezaubernden Kräften. Ohne stilistisch im Spätromantischen zu verharren, hält sein Werk die ungelöste romantische Frage das 19. Jahrhundert hindurch offen: das Paradox einer Sehnsucht nach unberührter Natur bei deren gleichzeitiger rationalen und industriellen Nutzung und Verwertung.

Die Ausstellung würdigt den vielseitigen Künstler mit Einblicken in sein reichhaltiges Schaffen: grandiose Landschaften des Südens und Nordens, dramatische Seestücke, aber auch Farbskizzen. 

Die Werke stammen aus einer bisher kaum gezeigten Privatsammlung und dokumentieren erstmalig alle Schaffensbereiche und –perioden: Gemälde, Aquarelle, Ölstudien, konzentrierte Notate seiner vielen Reisen, Karikaturen, Skizzenbücher und Autografen sowie die umfangreichste Sammlung von Druckgrafik einschließlich der politischen Karikaturen. 

Die Ausstellung wirft auch einen Blick auf den zeitgenössischen Kunstmarkt und spürt den Kritiken nach, die den Künstler zu dem machten, was er war: ein malender „Herrscher über Land und Meer“ (wie ein Interpret ihn 1861 pries), der in seinem 95. Lebensjahr starb, zahlreiche Turbulenzen politischer wie gesellschaftlicher Art durchlebte und sich dabei stets treu blieb.

Museum LA8: Ausstellung "Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst“
Museum LA8: Ausstellung "Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst“
Museum LA8: Ausstellung "Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst“
Museum LA8: Ausstellung "Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst“


Museum LA8
Lichtentaler Allee 8, 76530 Baden-Baden
Telefon +49 (0) 7221 5007960, Fax +49 (0) 7221 50079610
E-mail info@museum.la8.de
Internet www.la8.de 


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