Eingangsbereich der Stadtklinik

Corona: Maßnahmen im Klinikum Mittelbaden

Prämie für Klinikum Mitarbeiter

Baden-Baden (01.04.2020). Das Klinikum Mittelbaden setzt im Vertrauen auf die im Steuerrecht laut Bundesfinanzminister Scholz geschaffene Möglichkeit einer steuerfreien Vergütung, diese für seine Mitarbeiter zeitnah um. Olaf Scholz verkündete diese Möglichkeit für alle Beschäftigen in systemrelevanten Bereichen am Sonntag, 29. März. Alle Mitarbeiter des Klinikums Mittelbaden erhalten im April, Mai und Juni anteilige Prämienzahlungen. Diese beträgt je nach Beschäftigungsumfang bis zu insgesamt 1.500 Euro (3 x 500 Euro).

In Abstimmung mit den beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Toni Huber und Oberbürgermeisterin Margret Mergen wurde diese Vorgehensweise von der Klinikum-Geschäftsführung am Montag, 30. März, allen Mitarbeitern mitgeteilt. Die Resonanz ist überwältigend. „Es ist ein Dankeschön für den Einsatz, egal an welcher Stelle in unserem Unternehmen, in einer der schwersten Krisen in unserem Land und weit darüber hinaus. Von überall hören wir, wie sehr die Menschen unseren Einsatz in den Kliniken, Pflegeeinrichtungen und im ambulanten Bereich schätzen. Wir möchten es nicht alleine bei diesem emotionalen Dank belassen“ so der Kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Jung.

Positiv getesteter Patient in Altersmedizin

Am Dienstag, 24. März, wurde ein Patient der Bühler Altersmedizin in die Klinik Baden-Baden Balg verlegt und dort positiv auf Covid-19 getestet. Der Betroffene zeigte ca. eine Woche nach seiner Klinikaufnahme in Bühl entsprechende Symptome. Offensichtlich lag in seinem familiären Umfeld ein positiver Abstrich vor, der vor Aufnahme in die Klinik nicht bekannt war.

Die Altersmedizin in der Klinik Bühl des Klinikums Mittelbaden wurde sofort bis auf weiteres für Neuaufnahmen gesperrt. Aktuell besteht keine Gefahr für die dort liegenden Patienten.

Mitarbeiter, die selbst Symptome zeigen würden, gehen in häuslicher Freistellung. Symptomfreie Mitarbeiter arbeiten unter Schutzmaßnahmen, die vom Hygienefachzentrum und vom Betriebsärztlichen Dienst koordiniert und überwacht werden.

Pressegespräch des Klinikums Mittelbaden am 18. März zur Neuausrichtung der stationären Patientenversorgung mit Blick auf COVID-19 Patienten

Vermehrte Patientenzugänge erfordern weitere Veränderungen in der Versorgungsstruktur

Um sowohl Notfallpatienten als auch Corona Infizierte weiterhin bestmöglich zu versorgen, konzentriert das Klinikum Mittelbaden seine Kapazitäten.

Klinik Rastatt:

Rastatt bleibt Notfallversorgungshaus für nicht mit Covid-19 infizierte Patienten. Vor jeder notfallmäßigen stationären Aufnahme von Patienten erfolgt - wo immer möglich - eine diagnostische ärztliche Abklärung. Diese erfolgt bei von Rettungsdiensten gebrachten Patienten bereits im Rettungswagen Besteht ein erkennbarer Covid-Verdacht, und lässt der gesundheitliche Zustand eine Fahrt nach Baden-Baden zu, erfolgt ein direkter Weitertransport nach Balg. Zusätzlich wird in Rastatt eine Isolierungsmöglichkeit für nicht verlegbare Patienten vorgehalten.

Die Gynäkologie/Geburtshilfe wurde in Rastatt mit Blick auf schon bestehende Personalengpässe (Freistellungen Grenzgänger, Personen die in Risikogebieten waren) am Dienstag, 18. März, vorübergehend geschlossen. Die dortige Entbindungsstation wird zur ergänzenden chirurgischen Einheit umgewandelt. Die Geburtshilfe in Balg steht allen Frauen aus Mittelbaden weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung. Stationäre Schlaganfall- und Herzinfarktbehandlungen werden weiterhin Rastatt behandelt. Ergänzend wird ein Schwerpunkt in Rastatt für Patienten mit gastrointestinalen Blutungen gebildet. Geburten sind aktuell nur noch in der Klinik Baden-Baden-Balg möglich.

Klinik Baden-Baden Balg:

In der Balger Klinik stehen weiterhin uneingeschränkt Geburtshilfe, Gynäkologie und Pädiatrie zur Verfügung. Notfallpatienten in allen operativen Fächern (Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Urologie, Gynäkologie) werden weiterhin versorgt. Alle planbaren ambulanten und stationären Eingriffe wurden vorsorglich abgesagt. Gleiches gilt für die Standorte in Rastatt und Bühl.

Balg wird Notfallschwerpunkt für mit Covid-19 infizierte Patienten bzw. Patienten, die Zeichen einer Infektion (vor allem Fieber, Husten, Atemnot) zeigen. Es erfolgt eine klare räumliche Trennung zwischen den neu gebildeten „COVID-19 Stationen“ und allen weiteren Versorgungsbereichen.

Bereits in der Zufahrt zur Zentralen Notaufnahme erfolgte eine Trennung der Patienten. Zu diesem Zweck wurde über einen Zeltbau eine funktionsfähige zusätzliche Notaufnahmeeinheit für Infektpatienten in Betrieb genommen. Patienten, die Verdachtszeichen auf eine COVID-19-Infektion zeigen, werden über einen Außenfahrstuhl im linken Gebäudeteil der Klinik direkt in das 2. OG des Hauses verbracht, wo sich bereits eine Isolierstation für Corona-Patienten und das Lungenfachzentrum befinden.

Schritt für Schritt kann der heutige Isolierbereich auf das gesamte Stockwerk ausgeweitet werden. Mit der Verlagerung der Onkologie nach Bühl steht das komplette 2. OG mit einer Aufnahmekapazität von bis zu 150 Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Sollte dies nicht ausreichen, ist eine nochmalige Erweiterung auf bis zu 260 Patienten - immer noch räumlich abgegrenzt zum weiteren Versorgungsangebot des Hauses - möglich.

Das Angebot des MVZs Onkologie (ambulante Chemotherapie) startet am 6. April ebenfalls in Bühl.

Die Corona-Ambulanz an der Klinik Balg steht weiterhin zur Verfügung. Bitte geänderte Öffnungszeiten von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr beachten.

Klinik Bühl:

Um in der Klinik Bühl ausreichende Möglichkeiten zu haben, wurde der OP-Betrieb schon maximal eingeschränkt. Ab sofort werden chirurgische und unfallchirurgische Notfallpatienten über die Rettungsdienste nach Balg oder Rastatt verbracht. Das Notfallspektrum der Hand- und Neurochirurgie verbleibt derzeit noch in Bühl.

Klinik Ebersteinburg:

Die Verlegung der Schmerztherapie (bisher Klinikstandort Ebersteinburg) nach Bühl findet erst nach Ende der Versorgungskrise statt. Das Hospiz steht den Gästen weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.

Die Mitarbeiter aus Ebersteinburg, die nicht Patienten des Hospizes betreuen, werden zur Verstärkung der Teams in Balg und Rastatt benötigt. Gleiches gilt für Mitarbeiter aller anderen Standorte, deren bisheriges Tätigkeitsgebiet eingeschränkt wird oder temporär wegfällt.

Eine vorzeitige Beendigung der stationären Tätigkeit in Forbach (bisher geplante Schließung in der zweiten Jahreshälfte) kann nicht ausgeschlossen werden.

Das Klinikum bittet alle Besucher unsere Betretungsbeschränkungen zu beachten. Um diese durchzusetzen mussten bereits Sicherheitsdienste an den beiden großen Klinikstandorten engagiert werden. Viele Besucher zeigen Verständnis, manche sind leider nicht um markige Worte oder lautstarkes Protestieren verlegen. Es geht um den Schutz aller Patienten als auch der Klinikmitarbeiter und ganz nebenbei auch um den Schutz der Klinikbesucher. Dies gilt selbstverständlich auch für unsere Pflegeeinrichtungen. (Stand 19. März; aktualisiert 27. März)

Chefarzt bietet Patienten Telefonsprechstunde an

Porträt Prof. Dr. med. Lars Fischer, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Baden-Baden Bühl und Leiter des Darmkrebszentrums im Klinikum MittelbadenBild vergrößern
(c) Klinikum Mittelbaden

Prof. Dr. med. Lars Fischer, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums im Klinikum Mittelbaden bietet ab sofort an Werktagen eine tägliche telefonische Sprechstunde an.

Von Montag bis Freitag steht er zwischen 14 - 15 Uhr seinen Patienten unter der Telefonnummer 07221-91 2351 zur Verfügung.

„Ich möchte mich, trotz der schwierigen Lage, weiter um unsere Patienten kümmern“ begründet Chefarzt Prof. Fischer sein Angebot.

Absage Veranstaltungen

Das Klinikum Mittelbaden sagt bis auf Weiteres alle Veranstaltungen ab. Dazu zählen Vorträge, Treffen von Selbsthilfegruppen sowie Kurs- und Beratungsangebote in allen Einrichtungen des Klinikums Mittelbaden. Auch der für 29. April vorgesehene Vortrag „Herz aus dem Takt“ im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl findet nicht statt.

Für werdende Mütter besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, unter der Telefonnummer 07221 91-25 70 mit einer Hebamme in der Balger Klinik Kontakt aufzunehmen. (Stand 18. März)

Absage planbarer Operationen

Das Klinikum Mittelbaden sagt wegen des Coronavirus alle Operationen ab, die geplant und auch verschoben werden können. Die Betroffenen werden direkt benachrichtigt. (Stand 17. März)

Kreißsaal in Klinik Rastatt ist geschlossen

Ab sofort steht der Kreißsaal in der Rastatter Klinik bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung. Der Kreißsaal in der Balger Klinik bleibt unverändert offen. Am Standort Baden-Baden Balg befindet sich auch die Klinik für Kinder und Jugendmedizin mit der angeschlossenen Frühgeborenenversorgung.

Grund für die Schließung in Rastatt ist die Bündelung von Kapazitäten für die Behandlung von Covid 19 Patienten. (Stand 17. März)