Gewässerverunreinigungen vermeiden

Baden-Baden (07.04.2021). Auf Privatanwesen anfallendes Abwasser wird unterschieden in Schmutzwasser (beispielsweise aus Waschbecken und Toiletten) und in Regenwasser, welches auf befestigten Flächen (Dach-, Hof- und Straßenflächen) anfällt. Für die Beseitigung der beiden Abwasserarten bestehen generell zwei verschiedene Entwässerungssysteme: das Mischsystem, bei dem es einen gemeinsamen Abwasserkanal für Schmutz- und Regenwasser gibt, der der kommunalen Kläranlage zugeleitet wird, und das Trennsystem, bei dem es zwei Abwasserkanäle gibt.

Beim Trennsystem wird in einen Kanal für Schmutzwasser, der zur kommunalen Kläranlage führt und dessen Wasser dort gereinigt wird, und einen Kanal für Regenwasser, der ohne Abwasserbehandlung bzw. Abwasserreinigung in Gräben, Bäche oder Flüsse mündet, unterschieden. Dies zieht nach sich, dass in Regenwasserkanäle nur unverschmutzte Abwässer gelangen dürfen.

Verunreinigtes Wasser über Waschbecken oder Toilette entsorgen

Große Teile der Stadt Baden-Baden, einschließlich der Ortsteile, werden im Trennsystem entwässert. Da normalerweise Hofabläufe (Gullys, Rinnen) an die Regenwasserkanalisation angeschlossen sind, fließt dort anfallendes Wasser direkt in ein Gewässer. Wird solchen Abläufen verschmutztes Abwasser, beispielsweise Reinigungswasser von Malerwerkzeugen und (Auto)Waschwasser zugeleitet, führt dies zu einer Gewässerverunreinigung.

Daher ist das Einleiten von verschmutztem häuslichem Abwasser nur in das Mischsystem bzw. den Schmutzwasserkanal zulässig. Ist die Art des eigenen Hofablaufs unbekannt, sind verschmutzte Abwasser in die Toilette oder das Waschbecken zu leeren.

Entsorgung über die Sondermüllsammlung

Lösemittel, die in Farben vorhanden sein können oder zur Farbverdünnung oder zur Reinigung von Malerwerkzeug verwendet werden, dürfen generell nicht in die Abwasserkanalisation gelangen. Die Entsorgung hat über die Sondermüllsammlung zu erfolgen. Das Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz bittet alle Betroffenen, hierzu zählen unter anderem auch Maler- und Gipserbetriebe, die auf Baustellen oft mit dieser Problematik konfrontiert werden, Fehleinleitungen zu vermeiden.

Zu einer Gewässerverunreinigung kann es generell durch das Einleiten von Wasser aus Baustellen (Lenzen von Baugruben, Bohrspülwässer aus Baugrund- und Geothermiebohrungen, Betonschlämme, usw.) kommen. Es ergeben sich negative Auswirkungen auf die Gewässerqualität und auf die dort heimischen Lebewesen. Gewässerverunreinigungen können schon in einem vermeintlich kleinen Ausmaß große Folgen nach sich ziehen. So ist beispielsweise das Einleiten von Betonschlämmen in das Gewässer für Fische besonders gefährlich und führt bereits in kleinen Mengen zu Fischsterben.

Entsorgen von Grünschnitt in ein Gewässer ist nicht zulässig

Auch das Entsorgen von Grünschnitt in ein Gewässer ist nicht zulässig. Der Grünschnitt wird mitgeschwemmt und bleibt an kleineren Durchlässen hängen, die dadurch verstopft werden und den Wasserabfluss stark beeinträchtigen, oder der Grünschnitt setzt sich in langsam fließenden Gewässerabschnitten wieder ab und beeinträchtigt die Wasserqualität negativ. Beginnt sich der Grünschnitt zu zersetzen, kommt es an diesen Stellen im Gewässer zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch und einem hohen Nährstoffeintrag. Im Laufe der Zeit bildet sich dort übelriechender Schlamm.

Auch durch das Füttern von Fischen oder Enten kommt es zu einem zusätzlichen Nährstoff-Eintrag, der die sehr gute Wasserqualität der Baden-Badener Gewässer negativ beeinflusst. Die Nährstoffe werden weitertransportiert und führen dann im weiteren Gewässerabschnitt zu einer vermehrten Algenbildung.

Weitere Infromationen

Das Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz weist darauf hin, dass Gewässerverunreinigungen strafrechtliche Konsequenzen haben können. Für eventuelle Fragen steht das Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz unter der Rufnummer 07221 93-15 01 gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter Umwelt - Entsorgung und Umwelt - Gewässerschutz.