Ein Mitarbeiter der Gartenbaufirma Berendt bei den Restarbeiten zur Hohlwegsanierung in Steinbach.
Ein Mitarbeiter der Gartenbaufirma Berendt bei den Restarbeiten zur Hohlwegsanierung in Steinbach.

Hohlwegsanierung in Steinbach fertiggestellt

Baden-Baden (18.11.2020). Gute Nachricht für Spaziergänger und Naturfreunde: Der Hohlweg „Mecklehgasse“ in Steinbach wurde fertig gestellt und kann wieder begangen werden. Letzte Woche (Kalenderwoche 46) wurden die letzten Arbeiten an der Trockenmauer fertiggestellt. Der Hohlweg ist damit sicher begehbar.

„Möglich wurde die Maßnahme durch die Stadt, die die östlich an den Hohlweg angrenzenden Grundstücke erwerben konnte. Dies ermöglichte die vollständige Entfernung der Betonplatten, mit denen die östliche Hohlseite befestigt war. An dieser Stelle wurde zur Böschungssicherung nun eine Trockenmauer errichtet. Die Mauer wurde bewusst nicht höher gezogen, um darüber offene steile Lösswände stehen zu lassen. Solche Strukturen sind nicht nur typische Bestandteile eines Hohlwegs, sie sind auch wichtige Lebensräume für Wildbienen und Grabwespen, die in diesen Steilwänden nisten“, berichtet Johannes Ebert, im Forstamt für den Bereich Ökologie zuständig.

Brachgefallene Reben wurden gerodet

Doch nicht nur der Hohlweg hat sich verändert. Auch die brachgefallenen Reben wurden gerodet. „Hier soll sich in den nächsten Jahren eine Magerwiese entwickeln. Zu diesem Zweck wurde artenreiches Saatgut, das in den Magerrasen der badischen Rheinebene und Vorbergzone gewonnen wurde, ausgesät. Der kleine Spaziergang durch die Hohlgasse bietet jetzt ein besonderes Naturerlebnis und besondere Beobachtungsmöglichkeiten.

Da fallen natürlich zunächst einmal die großen Löcher in der Hohlwegwand und die ausgeworfenen Erdhaufen auf, die auf die rege Bautätigkeit eines oder mehrerer Dachse zurückgehen. Auf diesen kann man beim genauen Hinsehen auch Dachsspuren erkennen. Aber auch kleinen Tiere lassen sich hier während der warmen Jahreszeit entdecken. Zauneidechsen, die sich an der Sonne wärmen, und natürlich Wildbienen, die fleißig Pollen in ihre Erdbauten eintragen und damit ihren Nachwuchs versorgen. Gerade für die Wildbienen ist die angelegte Magerwiese sehr wichtig, da sie hier Pollen und Nektar der verschiedenen Pflanzen finden. Für all diese Arten wurde durch die Maßnahme der Lebensraum vergrößert und aufgewertet. Die Maßnahmen konnte deshalb als Ökokontomaßnahme ausgeführt werden. Sie steht in der Zukunft als Ausgleichsmaßnahme für mögliche Eingriffe zur Verfügung“, so Ebert weiter.

Pflege des Hohlwegabschnitts angepasst

Damit die entstandenen Lebensräume auf Dauer erhalten bleiben, wird die Pflege dieses Hohlwegabschnitts angepasst: Künftig wird nicht mehr nur der Mulcher durchfahren und den Aufwuchs häckseln. Stattdessen werden die Gehölze künftig abschnittsweise sachgerecht auf den Stock gesetzt, das Mähgut wird abgetragen und entfernt. So können sich magere und besonnte Lebensräume entwickeln.