Lehrer und Schüler sitzen und stehen an einem Tisch und basteln.
Beim Kick-Off-Treffen zum Projekt „Make Space“ hatten die teilnehmenden Schüler schon jede Menge Spaß und Ideen.

Kick-Off-Treffen zum Projekt „Make Space“

Baden-Baden (07.02.2019). Zum Kick-Off des Projekts „Make Space“ trafen sich kürzlich Künstler, Schüler und Lehrer in der Werkrealschule Lichtental. Der Auftakt hatte zum Ziel, alle Projektbeteiligten zusammen und in Austausch zu bringen zu den Fragen: Was ist unsere gemeinsame Grundeinstellung zur künstlerischen Arbeit? Wie wollen wir dementsprechend unseren Kunstraum gestalten? Eine gute Basis, um darauf Antworten zu finden, bietet die bisher fast achtjährige Arbeit der Werkrealschule Lichtental im Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“.

Wöchentliche Projektarbeit bis Ende Mai

Lena Widmann, Kulturagentin der Stadt Baden-Baden, gestaltete und moderierte das Treffen. Eine Stunde hatte die Gruppe zunächst Zeit, um unter Anleitung der bildenden Künstlerin Bronislava von Podewils aus farbiger Wellpappe geflochtene oder geschichtete Objekte herzustellen. Diese Kunstwerke wurden im nächsten kreativen Schritt einfach als „Kunstraum“ betrachtet und auf wichtige Eigenschaften hin untersucht. In den darauffolgenden Dialogrunden einigten sich alle Beteiligten auf wesentliche Standpunkte: „Wir möchten einen wandelbaren Raum, der Bewegung zulässt. Wir möchten den geschlossen Raum nach außen öffnen. Wir möchten geordnetes Chaos haben, Regeln und Freiheiten, eine Balance von Spannung und Entspannung. ...“ All diese Ziele werden nun in der wöchentlichen Projektarbeit bis Ende Mai von den Schülern weiterentwickelt und in Form gebracht.

Denn bei „Make Space“ bauen die Schüler ihren Kunstraum selbst! Mit dem Produktdesigner Constantin Heldman entwerfen und bauen die Schüler modulare Möbel und machen sich dabei über Arbeitsweisen, Ausstellungsmöglichkeiten und das Lagern von Material Gedanken. Mit dem Medienkünstler Jörg Stegmann entwickeln sie virtuelle 3D-Modelle. In künstlerischen Experimenten entstehen zunächst undefinierte Teile, die mit 3D-Drucktechnik ausgedruckt werden und dann als Griffe, Haken oder Verbindungselemente einen Platz im Raum finden. Auch die Künstlerin Bronislava von Podewils treffen sie ein weiteres Mal bei einem ihrer Atelierbesuche. Die Besuche dienen dazu, in den Ateliers professioneller Künstler Inspiration für die Gestaltung des eigenen Kunstraums zu holen. „Das Kick-Off-Treffen war ein toller Auftakt“, so die einhellige Meinung aller Beteiligten, die sich bereits auf die gemeinsame Arbeit im Projekt „Make Space“ freuen.

Kulturelles Profil zum Thema „Raum“ seit 2015

Die Werkrealschule Lichtental arbeitet seit 2015 an ihrem kulturellen Profil zum Thema „Raum“. „Zehn Mal mehr Mut im Raum“, „Bücher(t)räume“ und „Zeiträume“ sind nur ein paar der großen Projekte, die seither von den Werkrealschülern in Kooperation mit Baden-Badener Kulturinstitutionen und freischaffenden Künstlern aus der Umgebung durchgeführt wurden. Mit „Make Space“ haben die Schüler nun Gelegenheit, einen eigenen Kunstraum an der Schule zu etablieren. Das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ hat zum Ziel, bei Kindern und Jugendlichen Neugier für die Kunst zu wecken und mehr Kenntnisse über Kunst und Kultur zu vermitteln.

Teilhabe an Kunst und Kultur soll so zu einem festen Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen werden. Die Werkrealschule Lichtental als teilnehmende Schule begibt sich gemeinsam mit ihrer Kulturagentin auf den Weg, nachhaltige Strukturen für ein vielfältiges Angebot der kulturellen Bildung und künstlerische Projekte zu entwickeln sowie langfristige Kooperationen mit Kultureinrichtungen und Künstlern aufzubauen. Lena Widmann, die Kulturagentin in Baden-Baden, steht den drei am Programm teilnehmenden Schulen für den Zeitraum von vier Jahren als feste Partnerin zur Seite.