OB Margret Mergen überreicht Dr. Sigrun Lang die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Für ihre Verdienste um die Hospizarbeit überreichte OB Margret Mergen der langjährigen Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins Hospiz Kafarnaum, Dr. Sigrun Lang (Bildmitte, stehend von links) die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

Landesehrennadel für Dr. Sigrun Lang – auch als Werbung für Hospiz

Baden-Baden (09.05.2022). Für ihr langjähriges und engagiertes Wirken als Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Hospiz Kafarnaum erhielt die ehemalige Baden-Badener Oberbürgermeisterin Dr. Sigrun Lang am vergangenen Freitag (6. Mai) die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. OB Margret Mergen überreichte ihr Ehrennadel und Urkunde im Rahmen einer Feierstunde im Alten Ratssaal des Rathauses im Beisein von Familie, Freunden und Wegbegleitern.

Beharrlichkeit und Professionalität

In ihrer Laudatio zeigte Mergen auf, mit welcher Beharrlichkeit und Professionalität Dr. Lang gemeinsam mit ihren Mitstreitern „für den langfristigen Erhalt und die Weiterentwicklung dieser wichtigen Einrichtung in der Region“ gekämpft hat. „Dies hat über die Jahre sehr geholfen, Ängste und Vorbehalte, auch vor dem Sterben, abzubauen und das Hospiz als einen besonderen ‚Ort des Wohlgefühls‘ zu bezeichnen und dafür erfolgreich zu werben – und das ist nicht zuletzt Ihr Verdienst“, so Mergen weiter.

OB Mergen betonte auch, dass Dr. Lang diese Ehrung speziell für ihre Hospizarbeit und für das gesamte Team im Förderverein angenommen habe, da sie in der Vergangenheit Auszeichnungen für ihr eigenes Wirken, insbesondere auch städtische Ehrungen, grundsätzlich abgelehnt hatte.

Rück- und Ausblick

Jürgen Jung, ehemaliger Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikum Mittelbaden, würdigte in seinem Grußwort die besonderen Verdienste der langjährigen Fördervereinsvorsitzenden und hob besonders deren „unglaubliches Engagement über so viele Jahre“ hervor, das maßgeblich dazu beigetragen habe, „dass wir mit dem Hospiz da stehen, wo wir stehen.“

Auch Dr. Sigrun Lang nutzte in ihrem Dank die Gelegenheit zu einem Rück- und auch Ausblick und sah ihre Ehrung insbesondere auch als „ganz besondere Art der Werbung für das Hospiz“. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einem Holzbläserensemble der Clara-Schuhmann-Musikschule unter Leitung von Markus Lindler.

Jürgen Jung, ehemaliger Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikum Mittelbaden bei seinem Grußwort.
Die ehemalige OB und langjährige Förderverein-Vorsitzende Dr. Sigrun Lang bei ihrer Rede.
Ein Holzbläserensemble der Clara-Schumann-Musikschule unter der Leitung von Markus Lindler.
Dr. Sigrun Lang mit OB Margret Mergen und der ehemaligen BBT-Geschäftsführerin Brigitte Goertz-Meissner (von rechts) bei der Feierstunde.

Förderverein Hospiz Kafarnaum e.V.

Der Förderverein Hospiz Kafarnaum e.V. wurde 1998 vom Orden der Schwestern vom Göttlichen Erlöser gegründet. Seit 2013 gehört die Einrichtung im Krankenhaus Ebersteinburg zum Klinikum Mittelbaden. Der gemeinnützige Förderverein wurde im April 2001 auf Initiative engagierter Baden-Badener Bürger gegründet – darunter der frühere OB, Dr. Walter Carlein, der dem Verein von Beginn an vorstand sowie Dr. Sigrun Lang. Von 2006 bis 2021 übernahm die ehemalige Oberbürgermeisterin das Vorstandsamt, das sie 15 Jahre begleitete.

Zu ihrem Nachfolger wurde im Juli 2021 Bernhard Hermann gewählt, Dr. Lang zur Ehrenvorsitzenden des Fördervereins ernannt. Das Hospiz Kafarnaum war eines der ersten Häuser in der Region Mittelbaden. Der Förderverein ist genauso wie die von ihm gegründeten Stiftung eine wichtige Säule für die Unterstützung und langfristige Erhaltung des Hospizes Kafarnaum.

Individuelle Betreuung

Beide Institutionen setzen sich für das Hospiz sowohl ideell als auch finanziell ein. Mit den eingehenden Spendengeldern werden etwa Anschaffungen und Investitionen getätigt, die nicht mit eigenen Mitteln, über Pflegesätze oder Zuschüsse, getätigt werden können.

Ziel des Hospizes ist es, als „Ort des Lebens“, „Ort des Trostes“ und „Ort der Begleitung“ ein Zuhause für Menschen in den letzten Phasen ihres Lebens zu sein, wenn die Begleitung und Pflege in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist. Dabei geht es den Verantwortlichen insbesondere darum, ihren „Gästen“, wie die Bewohner liebevoll genannt werden, durch individuelle Betreuung ein Sterben in Würde zu ermöglichen.