Vier Auszubildende stehen vor einer Tafel.
(c) Foto Sibylle Schlageter, Klinikum Mittelbaden Trotz Corona herrscht gute Stimmung bei den ersten Auszubildenden der generalistischen Pflegeausbildung im Klinikum Mittelbaden.

Next Generation in der Pflegeausbildung

Baden-Baden (13.11.2020). Im Pflegeberufegesetz, in Kraft getreten zum 1. Januar 2020, gibt es einige Veränderungen zum vorherigen Krankenpflegegesetz von 2003. Mit dem neuen Pflegeberufegesetz  wurden die bisherigen Berufe Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und die Altenpflege in einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengeführt.

In der Schule für Pflegefachberufe im KMB war der Startpunkt der neuen Pflegeausbildung der 1. Oktober. Der Kurs GP 20-23 (Generalistische Pflegeausbildung) hat 33 Auszubildende. Sechs dieser Auszubildenden vertiefen sich in der praktischen Ausbildung in der Pädiatrie, die anderen Auszubildenden absolvieren ihre praktische Vertiefung in der stationären Akutpflege. Der erste praktische Einsatz, der Orientierungseinsatz, beginnt am 30. November und alle Auszubildenden sind schon gespannt und auch aufgeregt was in der Praxis auf sie zukommt.

Veränderungen für die theoretische Ausbildung

Um die im Gesetz vorgeschriebenen 10% der Einsatzzeit strukturierte und geplante Praxisanleitung gewährleisten zu können hat sich das Team der ZPA (zentrale Praxisanleiter) vergrößert und taucht nun häufig in der Praxis auf. Natürlich sind auch die Praxisanleiterinnen und -Anleiter und Mitarbeiter von der Station weiterhin sehr wichtige Ansprechpartner und Lernbegleiter für unsere Auszubildenden.

Verändert hat sich für die theoretische Ausbildung der Rahmenlehrplan für Baden-Württemberg, der basierend auf dem Bundesrahmenlehrplan erstellt wurde. Die Unterrichtinhalte  wurden „umsortiert“,  so werden die rechtlichen Grundlagen der Pflege bereits innerhalb des ersten Ausbildungsjahres vermittelt. Die unterschiedlichen Lebensphasen der Pflegempfänger (vom Neugeborenen bis zum Hochbetagten) werden mit mehr Unterrichtsstunden berücksichtigt, es gibt gesetzliche Vorgaben zu welchen Inhalten Lernzielkontrollen durchgeführt werden müssen, der Prüfungsablauf wird sich verändern und vieles mehr.

Für alle Auszubildenden identische Vorgaben

Ab April 2021 werden auch Auszubildende, die in der Anne-Frank-Schule, der Robert-Schumann-Schule und der Sancta Maria-Schule die theoretische Ausbildung erhalten, praktische Einsätze (mindestens 400 Stunden) in der stationären Akutpflege, absolvieren. Im Gegenzug werden die Auszubildenden des Klinikums Mittelbaden für Einsätze in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Akut- und Langzeitpflege die Akuthäuser verlassen.

Um für die Auszubildenden einen möglichst identischen Rahmen zu schaffen, gab es zwischen den oben genannten Schulen und der Schule für Pflegefachberufe mehrere Arbeitstreffen in denen einheitliche Beurteilungsbögen, Praxisbegleitungen, Lernaufträge usw. erstellt wurden. Diese Tätigkeit wird fortgesetzt werden, da längst noch nicht alles an die neuen Vorgaben angepasst ist.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie stellte die Schule für Pflegefachberufe vor einige Hürden für den Ausbildungsstart. Es konnten im Einführungsblock keine praktischen Übungen durchgeführt werden, viele Unterrichtseinheiten mussten im Homeschooling bearbeitet werden, die AULA (Auszubildende leiten Auszubildende an) konnte ebenfalls nicht wie üblich durchgeführt werden.

Somit bleibt die Ausbildung für die „Next-Generation“ Pflegefachfrau und Pflegefachmann spannend, herausfordernd und ganz sicher nicht eintönig!