Ratschläge für den Umgang mit Hornissen
Baden-Baden (03.06.2026). Im Frühsommer werden wieder vermehrt Nester der Europäischen Hornisse an Wohnhäusern, Schuppen und Gärten entdeckt. Die Hornissen beginnen je nach Witterung Ende April/Anfang Mai mit dem Nestbau. Das Nest ist einjährig und wird in der Regel Ende Oktober aufgegeben. Die Europäische Hornisse wurde 1984 als „regional gefährdet“ in die Roten Listen der bedrohten Arten aufgenommen und gilt seit 1987 nach der Bundesartenschutz-Verordnung als besonders geschützt.
Kein Grund zur Panik
Bei der Entdeckung eines Hornissennestes am Haus oder im Garten gibt es keinen Grund zur Panik. Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind Hornissen friedlich. Hornissen werden erst dann nervös, wenn man sie oder ihr Nest stört. Daher sollte man im Umkreis von vier Meter zum Nest hektische Bewegungen oder Erschütterungen vermeiden. Auch dürfen keinesfalls Manipulationen am Flugloch oder am Nest vorgenommen werden. Da unsere einheimische Hornisse auch nachtaktiv ist, sollten frei zugängliche Lichtquellen beispielsweise mit Insektengittern gesichert werden. Auch die Aussage: „Drei Hornissenstiche genügen, um einen Menschen zu töten, sieben reichen für ein Pferd“, ist längst wissenschaftlich widerlegt. Der Stich einer Hornisse ist nach heute allgemeingültigen Erkenntnissen nicht gefährlicher als Stiche von Bienen und Wespen. Nur in sehr seltenen Fällen, die auch bei Bienen- oder Wespenstichen vorkommen können, reagieren Menschen auf den Stich allergisch und müssen rasch notärztlich versorgt werden. Deshalb gilt es, grundsätzlich Ruhe zu bewahren und einen ausreichenden Abstand zum Nest einzuhalten. Dann ist ein konfliktfreies Zusammenleben in den meisten Fällen ohne Probleme möglich.
Europäische Hornisse leistet wichtigen Beitrag für Ökosystem
Die Europäische Hornisse leistet einen wichtigen Beitrag für unser Ökosystem. Ausgewachsene Hornissen ernähren sich ausschließlich von Baumsäften, gelegentlich von Fallobst und für die Aufzucht der Brut von einer Vielzahl verschiedener Insekten wie Fliegen, Raupen, Käfer, Spinnen oder sogar Wespen. Hornissen sorgen somit auf natürliche Weise für die Regulation anderer Insektenarten und halten insbesondere die Wespenpopulationen in Schach. Die Bekämpfung der heimischen Hornissen durch den Menschen sowie die Zerstörung ihrer Lebensräume, insbesondere durch die Umwandlung von Mischwäldern in Nadelwaldkulturen sowie die Abholzung von Altholzbeständen haben in der Vergangenheit zu einem starken Rückgang der Hornissenbestände geführt. Da geeignete Nistplätze in Baumhöhlen zunehmend fehlen, weichen die Tiere verstärkt auf geeignete Nistmöglichkeiten im Siedlungsbereich aus.
Hornissen stehen unter besonderem Schutz
Da Hornissen unter besonderem Schutz stehen, dürfen deren Nester nicht ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde beseitigt oder umgesiedelt werden. Besteht trotz der empfohlenen Verhaltensmaßnahmen, die Befürchtung einer konkreten Gefährdung durch ein Hornissennest, sollte Kontakt mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde beim jeweiligen Stadt- oder Landkreis aufgenommen werden. Bürgerinnen und Bürger im Stadtkreis Baden-Baden können sich an das städtische Umweltamt wenden: Auf der Homepage der Stadt Baden-Baden (https://www.baden-baden.de/mam/files/umwelt/musterformular_e-mail_meldung_hornissen.pdf ) ist ein entsprechendes Meldeformular sowie weitere hilfreichen Informationen zu Hornissen zu finden. Das ausgefüllte Formular ist dann unter Beifügung eines Fotos an folgende E-Mail-Adresse zu senden: umwelt@baden-baden.de. Die ehrenamtlichen Fachberater werden dann zeitnah telefonisch oder – falls erforderlich – vor Ort beraten und Hilfestellung geben. Ziel ist es, das Zusammenleben zwischen Hornissen und Menschen zu fördern, das Verständnis für diese Tiere zu gewinnen und die Nester nach Möglichkeit an ihrem Standort zu belassen. Auf diese Weise kann ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des natürlichen Gleichgewichts geleistet werden.
Probleme bereitet zunehmend die Asiatische Hornisse
Probleme bereitet den Naturschutzbehörden aber zunehmend die Asiatische Hornisse, eine nicht-heimische Art, die sich von Frankreich herkommend auch in Deutschland ausbreitet. Die Asiatische Hornisse lässt sich von unserer heimischen mitteleuropäischen Hornisse durch eine Reihe von spezifischen Merkmalen sehr gut unterscheiden: Sie ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse, ihre Kopfvorderseite ist orange, sie hat eine dunkelbraun bis schwarze Grundfärbung mit einem breiten orangenen Streifen am Hinterleib und einer feinen gelben Binde am ersten Segment. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal sind die gelben Beinenden der Asiatischen Hornisse. Sie errichtet im Jahresverlauf zwei Arten von Nestern: die Königin bildet zunächst ein Gründungsnest in Bodennähe (zum Teil in Garagen oder unter Dachvorsprüngen). Sobald eine gewisse Individuenzahl erreicht ist, siedelt die Königin mit ihrem Volk in ein parallel errichtetes Filialnest. Dieses ist deutlich größer als das Gründungsnest und befindet sich vorwiegend in Bäumen, meist höher als zehn Meter.
Weitere Informationen
Die Asiatische Hornisse zeigt zwar ebenfalls keine Aggression gegenüber dem Menschen, stellt aber vor allem für unsere heimischen Insekten, insbesondere die Honigbienen und auch für die Landwirtschaft eine zunehmende Gefahr dar. Da sich die gebietsfremde Art in Europa rasant ausbreitet, große Völker bildet und damit die heimische Fauna aus dem natürlichen Gleichgewicht bringt, gilt sie als invasive gebietsfremde Art. Deshalb werden die Bürgerinnen und Bürger um Mitthilfe gebeten: Sichtungen einer Asiatischen Hornisse oder eines Nestes sind in Baden-Württemberg auf der LUBW-Meldeplattform (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/en/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse ) oder über die kostenlose „Meine Umwelt-App“ zu melden. Zur Artidentifizierung ist ebenfalls ein Foto beizufügen. Alle Handlungsempfehlungen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse und weitere Informationen sind außerdem bei der Landesanstalt für Bienenkunde unter https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina abrufbar.






































