Luftansicht Stourdza-Kapelle mit Gerüst

Sanierung der Stourdza-Kapelle

Baden-Baden (18.02.2020). Die Stourdza-Kapelle auf dem Michaelsberg ist ein Denkmal von besonderer Bedeutung. Die Grabkapelle der Fürstenfamilie Stourdza wird derzeit von der Stadt aufwändig saniert.

Enge Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege

Wie Björn Käckel, technischer Leiter des städtischen Gebäudemanagements berichtet, ist die Natursteinfassade der Kapelle inzwischen überarbeitet. Dies gilt ebenfalls für die Metalldächer auf der Vorhalle und über der Gruft sowie für die historischen Bleiverglasungen.

Die Dachflächen über der Kuppel einschließlich der Holzkonstruktionen sind aufwendigen restauriert und teilerneuert. Zum Schutz der wertvollen Innenbereiche galt es vor Beginn der Arbeiten ein aufwändiges Wetterschutzdach zu errichten. Jede einzelne Maßnahme musste von Käckel sehr eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege (LAD) abgestimmt und genehmigt werden.
 

Luftansicht der Stourdza-Kapelle mit Gerüst
Stourdza-Kapelle mit Gerüst
Stourdza-Kapelle von Innen: vergoldete Wände und Statuen
Bauausschuss in der Stourdza-Kapelle. Darunter Erster Bürgermeister Uhlig

Vergoldung des Dachs nur durch Spenden möglich

Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten auf 430.000 Euro. Wegen der Besonderheit des Projektes und der schwer einschätzbaren Maßnahmen sind unerwartete Mehrkosten nicht ausgeschlossen.

Als nächstes stehen der Teilrückbau des unteren Wetterschutzdachs und der Bau des Gerüstturms innerhalb der Kapelle an, der zur Lastabtragung und Sicherung des neuen Wetterschutzdachs benötigt wird. Hinzu kommt der Aufbau des Schutzdachs über der Dachlaterne. Wegen starker Korrosion und nach Wassereintritt ist die komplette Erneuerung der Dachflächen oberhalb der Laterne nötig.

Die zusätzlichen Aufwendungen für eine Vergoldung des Daches sind nicht enthalten. Dazu sind aus heutiger Sicht mindestens 100.000 Euro nötig. Das Vergolden ist der Stadt nur möglich, wenn diese Zusatzkosten über Spenden finanziert werden.

Spendenkonto:

Sparkasse Baden-Baden
IBAN: DE25 6625 0030 0000 0108 68

Golddach wurde im ersten Weltkrieg abgebaut

Die beiden oberen Dachflächen waren vom Zeitpunkt der Erstellung bis zum Jahr 1918 vergoldet und damit ein ganz besonderes Merkmal der Stadtlandschaft Baden-Badens und für den frühen Tourismus. Die Vergoldung ist durch eine intensive bauhistorische Recherche belegt. Gegen Ende des ersten Weltkriegs wurde die vergoldete Kupfereindeckung 1918 auf Anweisung des Kriegsministeriums abgebaut und durch ein einfaches Blechdach ersetzt.

In der orthodoxen Liturgie kommt der typischen Vergoldung der Dachkuppeln eine wichtige Bedeutung zu. Das Landesamt für Denkmalpflege ließ inzwischen mitteilen, dass es sowohl die Vergoldung nach dem ursprünglichen Zustand als auch eine Farbbeschichtung genehmigen würde.

Mit der Vergoldung besteht die einmalige Chance, die ursprüngliche Ausstrahlung dieses außergewöhnlichen Objektes wiederherzustellen. In Abhängigkeit der Spendengelder soll die Vergoldung der beiden oberen Dachflächen erfolgen. Diese Arbeiten können nur spezialisierte Fachunternehmen ausführen, wie Kirchenmalermeister oder Vergolder. Um die Arbeiten möglichst zügig anzugehen, muss bald Klarheit über die tatsächliche Spendenbereitschaft herbeigeführt werden.

Stourdza-Kapelle mit Gerüst
Stourdza-Kapelle mit Gerüst

Zum Innenraum:

Parallel wird auf Anforderung des LAD eine photogrammetrische Bestandsaufnahme, also eine hochauflösende, verzerrungsfreie Aufnahmen und 3D-Vermessung der Innenwandflächen und Malereien ausgeführt. Auslöser sind die von den Fachrestauratoren des LAD festgestellten Schäden an den Malereien. Diese stehen in keinem Zusammenhang mit den äußeren Sanierungen. Auf dieser Bestandaufnahme werden die vorhanden Schäden kartiert und mit dem LAD ein Restaurierungskonzept für die Zukunft erstellt.

Sobald ein Sanierungskonzept mit Kostenschätzungen vorliegt, muss über das weitere Vorgehen beraten werden. Es ist davon auszugehen, dass auch für diese Sanierungsarbeiten Fördermittel beantragt werden können.

Zur Baugeschichte: Die Grabkapelle der Fürstenfamilie Stourdza wurde von 1864 bis 1866 nach Plänen des bedeutenden Architekten Leo von Klenze (1784 -1864) erbaut. Er war bayrischer Hofarchitekt von Ludwig I.. Die Stourdza-Kapelle war sein letztes Werk. Sie gilt als außergewöhnliches, wertvolles und bedeutendes Bauwerk im Stadtbild Baden-Badens. Innerhalb der Welterbe Bewerbung stellt sie ein wichtiges und zentrales Element dar.

Zur Baugeschichte:

Die Grabkapelle der Fürstenfamilie Stourdza wurde von 1864 bis 1866 nach Plänen des bedeutenden Architekten Leo von Klenze (1784 -1864) erbaut. Er war bayrischer Hofarchitekt von Ludwig I.. Die Stourdza-Kapelle war sein letztes Werk. Sie gilt als außergewöhnliches, wertvolles und bedeutendes Bauwerk im Stadtbild Baden-Badens. Innerhalb der Welterbe Bewerbung stellt sie ein wichtiges und zentrales Element dar.