Ein Muster der Handwerkerparkkarte.

Stadt führt Handwerker-Parkkarte ein

Baden-Baden (30.07.2020). Es passiert täglich: Die Heizung ist defekt, ein Rollladen lässt sich nicht mehr hochziehen oder an der Waschmaschine platzt ein Schlauch. Schnell wird zur Reparatur ein Handwerksbetrieb angerufen. Doch die Handwerker müssen mit ihrem Servicefahrzeug in Kundennähe parken können, gerade in der Innenstadt oft ein Problem.

Für alle Seiten besser handhabbare Lösung

Bisher wurden Ausnahmegenehmigungen für Handwerksbetriebe für bis zu drei Tagen mündlich erteilt. Eine Ausnahme ließ sich für die Fußgängerzone und für Bereiche, in denen nur schwer längerfristig nutzbare Parkplätze zur Verfügung stehen, beantragen. Allerdings war jede Ausnahme einzeln telefonisch oder per Mail zu beantragen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Ausnahmegenehmigung innerhalb der Technologieregion Karlsruhe, die auch in Baden-Baden nutzbar ist, zu beantragen. Die Kosten für eine sogenannte „TechnoAG“ belaufen sich auf jährlich 150 Euro.

Jetzt gibt es ab August eine für alle Seiten besser handhabbare Lösung: Um die tägliche Antragsflut von Tagesgenehmigungen einzudämmen und den Handwerksbetrieben eine Alternative zur „TechnoAG“ zu bieten, plant das städtische Fachgebiet Straßenverkehr die Einführung einer Handwerker-Parkkarte für das Stadtgebiet.

Handwerkerparkplatz in der Luisenstraße

Damit werden Handwerksbetriebe in der Zeit von 6 Uhr bis 20 Uhr pauschal auf Bewohnerparkplätzen, in eingeschränkten Haltverboten, davon ausgenommen sind Ladezonen, an Parkscheinautomaten und Parkuhren ohne Entrichtung einer Gebühr sowie in Bereichen mit Parkscheibenpflicht auch ohne diese und ohne Berücksichtigung der Höchstparkdauer parkberechtigt. Das Erledigen von Aufträgen wird damit spürbar erleichtert. Zur besseren Planung lassen sich Handwerker-Parkkarten für eine Woche (Kosten 20 Euro), einen Monat (60 Euro), für sechs Monate (80 Euro) oder für ein Jahr (100 Euro) beantragen.

Zudem darf der Handwerkerparkplatz in der Luisenstraße ab Januar nächsten Jahres, in Absprache mit der Kreishandwerkerschaft, nur noch mit den Handwerker-Parkkarten genutzt werden. Neben der neuen Handwerker-Parkkarte bleibt bis Jahresende die bisher geltende Regelung mit der sogenannten „Spiegelkarte“ ebenfalls gültig. Bei der Nutzung der Handwerker-Parkkarte ist die Angabe der jeweiligen Arbeitsstelle, beispielsweise auf einen Klebezettel geschrieben, erforderlich, um einer missbräuchlichen Verwendung vorzubeugen.

Parken in der Fußgängerzone ausgenommen

Welche Voraussetzungen sind mit der Handwerker-Parkkarte verbunden? Für das Beantragen und als Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Handwerksbetrieb handelt, ist die jeweilige Gewerbeanmeldung vorzulegen. Diese kann eingescannt via Email, per Post oder persönlich abgegeben werden. Um die Nutzung flexibler zu gestalten, können bis zu drei Autokennzeichen auf einer Handwerker-Parkkarte hinterlegt werden. Private Arbeiten, wie beispielsweise Renovierungen, sind von der Regelung ausgeschlossen.

Ausgenommen ist das Parken in der Fußgängerzone. Hier sind wegen der besonderen Verkehrsbeschränkung und der vorwiegenden Aufenthaltsfunktion für Fußgänger, wie bisher, gesonderte Ausnahmegenehmigungen zu beantragen. Was ist bei der Beantragung zu berücksichtigen? Für das Bearbeiten des Antrags sind die Gewerbeanmeldung, der Fahrzeugschein des jeweiligen Fahrzeugs bzw. der jeweiligen bis zu drei Fahrzeuge und die Angabe zum Zeitraum der gewünschten Ausnahmegenehmigung einzureichen.

Das Beantragen kann ab sofort einfach per E-Mail über oder schriftlich erfolgen. Für die Zukunft prüft die Stadt eine reine Online-Lösung. Bei möglichen Fragen zur Handwerker-Parkkarte gibt die Straßenverkehrsbehörde unter der Rufnummer 07221 93-1868 telefonisch Auskunft.