Waldtraud Nölle, Eva Pfistner, Margret Mergen, Armin Zeitvogel, Ricarda Feurer und Anja Schlenker-Rapke beim Pressegespräch im Alten Ratssaal (von links).
Waldtraud Nölle, Eva Pfistner, Margret Mergen, Armin Zeitvogel, Ricarda Feurer und Anja Schlenker-Rapke beim Pressegespräch im Alten Ratssaal (von links).

Vereine und Ehrenamt in Corona-Zeiten

Baden-Baden (18.02.2021). Wie erleben Vereine und ehrenamtliche Organisationen die Pandemiezeit, welche Herausforderungen gibt es, wo drückt der Schuh am meisten? Darüber haben Oberbürgermeisterin Margret Mergen und die kommunale Ehrenamtsbeauftragte Ricarda Feurer mit Vertretern Baden-Badener Vereine und Organisationen gesprochen.

„Das Ehrenamt ist ein wichtiges Element unseres gesellschaftlichen Miteinanders“, betonte Oberbürgermeisterin Mergen die Bedeutung der Vereine und Organisationen. Baden-Baden verfüge über eine sehr vielfältige Engagementlandschaft. Insgesamt 522 eingetragene Vereine und über 120 ehrenamtliche Organisationen seien in der Kurstadt aktiv. Sie alle stünden aktuell vor großen Herausforderungen. Veranstaltungsplanung, Probe- und Trainingsbetrieb, Mitgliederversammlung, Vorstandswahlen, Finanzen oder die Instandhaltung der Vereinseinrichtung: Wie lässt sich all das in der aktuellen Situation organisieren?

Situation im Kulturbereich und bei den Sportvereinen

Anja Schlenker-Rapke, Leiterin des Philharmonischen Chors, berichtete über die Situation im Kulturbereich. Viele Chöre würden derzeit online proben. Das sei für sie als Leiterin mehr Arbeit, klappe aber insgesamt sehr gut. Auch die finanzielle Förderung, die über den Dachverband organsiert werde, komme bei den Vereinen an. Sorge bereite ihr allerdings der Ausfall des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“. In diesem Jahr sei nur die digitale Durchführung des Landeswettbewerbs vorgesehen.

Armin Zeitvogel, Präsident des Sportausschusses, schilderte die Situation der Sportvereine, in denen rund 17.000 Mitglieder, davon rund 6.000 Jugendliche, aktiv sind. Bisher sei noch nicht abzusehen, wann der Trainingsbetrieb wieder möglich werde. Ob die Kinder und Jugendlichen dann wieder zu den Vereinen kommen würden, sei nicht sicher und bereite ihm sorgen. Ebenso wie der Wegfall von Sponsoren. Insgesamt seien das große Herausforderungen, bei denen er sich mehr Unterstütung durch die Verbände wünsche.

Bürgervereinigungen und Liga der Wohlfahrtspflege

Waldtraud Nölle von der Bürgervereinigung Unterbeuern sprach für die Bürgervereinigungen. Durch den Ausfall der Fastnachtsveranstaltungen und weiterer Feste sei die finanzielle Situation sehr angespannt und finanzielle Hilfe nicht in Sicht. Außerdem erschwere das fehlende Miteinander die Werbung neuer Mitglieder. In vielen Bürgervereinigungen sei zudem der Altersschnitt sehr hoch. Dementsprechend würden die meisten Vereinigungen eher negativ in die Zukunft blicken.

Eva Pfistner, Geschäftsführerin der AWO Baden-Baden, vertrat die der Liga der Wohlfahrtspflege. Die soziale Arbeit mit Ehrenamtlichen sei derzeit schwierig aufrechtzuerhalten. Doch in vielen Bereichen sei es weiterhin möglich Ehrenamtliche einzusetzen. Insgesamt ergebe sich allerdings ein höherer Planungsaufwand und einige Betreuungsangebote, wie Ferienfreizeiten, müssten abgesagt werden. Eine besondere Herausforderung sei auch, dass die Wohlfahrtsverbände in der täglichen Arbeit sowohl mit größtmöglicher Vorsicht wegen des Virus, als auch völligem Unverständnis den Vorschriften gegenüber, konfrontiert würden.

Städtische Unterstützung für Vereine und Engagierte

Abschließend hob Mergen die besonderen Leistungen der Ehrenamtlichen in der Corona-Zeit hervor. Sie ermunterte den Vereinen die Treue zu halten und nach Möglichkeit an die lokalen Vereine und Organisationen zu spenden. Darüber hinaus wies sie auf die städtische Unterstützung für Vereine und Engagierte hin. Für Fragen rund um das Thema Ehrenamt und Unterstützungsangebote für Vereine steht die Ehrenamtsbeauftragte Ricarda Feurer zur Verfügung. Sie ist per E-Mail an oder telefonisch unter 07221 93 20 05 zu erreichen.