Orchester in der Philharmonie
(c)Jörg Bongartz Archivbild

Wer wird neuer Chefdirigent der Philharmonie?

Aufzeichnungen der Finalkonzerte im Internet zu sehen

Baden-Baden (15.04.2021). Mit fünfmonatiger coronabedingter Verspätung gehen in den kommenden Wochen endlich die Finalkonzerte für die Auswahl des neuen Baden-Badener Chefdirigenten über die Bühne. Die Türen des Weinbrennersaals müssen zwar weiterhin für Publikum geschlossen bleiben, die Konzerte werden aber aufgezeichnet und im Internet auf der Webseite der Philharmonie unter www.philharmonie.baden-baden.de jeweils am Folgetag übertragen. Das erste Konzert ist ab Donnerstag, 22. April, zu sehen, das zweite ab Samstag, 1. Mai, Finale drei und vier folgen am Mittwoch, 5. sowie am Sonntag, 9. Mai.

Bereits im vergangenen Jahr wählte eine Findungskommission unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Margret Mergen – bestehend aus Vertretern des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und des Orchesters – aus über 80 Bewerbern 16 vielversprechende Kandidatinnen und Kandidaten, die sich dem Orchester in einer Kurzprobe und der Kommission in einem Vorstellungsgespräch vorstellten. Vier der Bewerber wurden daraufhin in die finale Auswahl berufen und präsentieren sich nun Orchester und Kommission.

Programm:

Im ersten Finalkonzert steht mit dem Violinkonzert von Tschaikowski und Robert Schumanns Sinfonie Nr. 1, genannt „Frühlingssinfonie“, Timo Handschuh, Generalmusikdirektor der Stadt Ulm, am Dirigentenpult. Mit den Variationen über ein Rokoko-Thema von Piotr Iljitsch Tschaikowski sowie der Sinfonie Nr. 2 C-Dur von Robert Schumann präsentiert sich Carlos Dominguez-Nieto, Chefdirigent in Córdoba, Spanien, im zweiten Konzert.

Im Anschluss stellt sich Dirigent Michael Güttler, ständiger Gast an der Wiener Staatsoper und am Mariinsky Theater Sankt Petersburg, dem Publikum vor. Auf den Notenpulten liegen dann das berühmte Violinkonzert von Johannes Brahms sowie Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4. Das vierte Finalkonzert steht unter der Leitung von Dirigent Heiko Mathias Förster, Chefdirigent des Prague Royal Philharmonic Orchestra und langjähriger Generalmusikdirektor mehrerer deutscher Klangkörper. Auf dem Programm steht neben Robert Schumanns 3. Sinfonie auch das Klavierkonzert Nr. 1 von Frédéric Chopin.

Weitere Informationen

Die Soloparts der Instrumentalkonzerte wurden in Kooperation mit dem Förderverein für Kunst, Medien und Wissenschaft Karlsruhe an hervorragende junge Virtuosen aus der Karlsruher Region vergeben. Unmittelbar nach dem letzten Finalkonzert geht die Findungskommission in die finale Auswahlbesprechung und wird den ausgewählten Favoriten dem Gemeinderat zur Einstellung vorschlagen.


Timo Handschuh – Konzert ab 22. April online abrufbar

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(c) Regine Landauer

Timo Handschuh studierte Orgel- und Kirchenmusik und ist seit 2011 Generalmusikdirektor am Theater Ulm. An der renommierten Staatsoper Stuttgart durchlief er alle Stationen vom Korrepetitor, Kapellmeister und Assistenten des damaligen GMD Manfred Honeck. In über 120 Vorstellungen dirigierte er in Stuttgart unter anderem Werke wie Richard Wagners Lohengrin und Der Rosenkavalier von Richard Strauss. Auch auf dem Gebiet der Kammermusik ist Timo Handschuh tätig und brachte in seiner Zeit als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim (2013-2019) acht CD-Neuproduktionen heraus.

Darüber hinaus ist Timo Handschuh regelmäßig zu Gast bei namhaften deutschen Sinfonie- und Kammerorchestern und steht als einer der vier Anwärter auf die Nachfolge von Pavel Baleff als Chefdirigent der Philharmonie am Dirigentenpult. Gemeinsam mit Timo Handschuh präsentiert sich der Violinist Adrian Kratzert im ersten Finale des Auswahlverfahrens mit dem Violinkonzert von Piotr Iljitsch Tschaikowski. Ab Donnerstag, 22. April, ist dieses Konzert im Internet unter www.philharmonie.baden-baden.de zu sehen.

Carlos Domínguez-Nieto - Konzert ab 1. Mai online abrufbar

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(c) Tobias Melle

Als zweiter Finalist für die Position des neuen Chefdirigenten der Philharmonie Baden-Baden präsentiert sich der spanische Dirigent Carlos Domínguez-Nieto. Auf dem Programm stehen die Variationen über ein Rokoko-Thema von Piotr Iljitsch Tschaikowski sowie die Sinfonie Nr. 2 von Robert Schumann. Solist ist der Cellist Lukas Frind. Im Internet unter www.philharmonie.baden-baden.de ist das Konzert ab Samstag, 1. Mai 2021, zu sehen.

Carlos Domínguez-Nieto ist Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Orquesta de Córdoba in Spanien und künstlerischer Leiter des Kammerorchesters concierto münchen. Von 2009 bis 2015 war er Chefdirigent und Generalmusikdirektor des Landestheaters Eisenach. Er dirigiert regelmäßig Orchester wie das WDR Sinfonieorchester, das Gürzenich Orchester Köln, das Bruckner Orchester Linz oder die Münchner Philharmoniker, die Münchner Symphoniker und das Münchner Rundfunkorchester.

In den vergangenen Jahren leitete er Opernneuproduktionen in Europa und Amerika, von Salzburg („Der Freischütz“) bis La Paz in Bolivien („Il barbiere di Siviglia“). In Spanien hat er beim Orquesta de Radio Televisión Española, dem Orquesta Sinfónica de Navarra, dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León, den Philharmonikern von Gran Canaria und Málaga und der Filharmonia de Galicia dirigiert.

International war er Gast beim Philharmonischen Orchester von Warschau, dem Ungarischen Sinfonieorchester, dem Orquesta Metropolitana von Lissabon, dem Orquesta Filarmónica de Buenos Aires und dem Orquesta Sinfónica de Rosario in Argentinien, dem Orquesta de la Universidad Nacional in Mexiko, den Symphonikern von Aragua, Falcón, Guárico, Mérida in Venezuela sowie bei der Ópera de La Paz in Bolivien.

Einspielungen liegen bei Sony-BMG und dem Bayerischen Rundfunk mit dem WDR Sinfonieorchester, den Münchner Symphonikern, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria vor.

Michael Güttler - Konzert ab 5. Mai online abrufbar

Porträt Michael Güttler
(c) Michael Güttler

Als dritter Kandidat um die Position des neuen Chefdirigenten der Philharmonie Baden-Baden präsentiert sich Michael Güttler, ständiger Gastdirigent an der Wiener Staatsoper und am Mariinsky-Theater St. Petersburg, dem Orchester. Er dirigiert das Violinkonzert von Johannes Brahms und die Sinfonie Nr. 4 von Robert Schumann. Solist ist Pinchas Adt. Wegen der Pandemie findet das Konzert ohne Publikum statt, ist aber ab Mittwoch, 5. Mai 2021, auf der Webseite der Philharmonie unter www.philharmonie.baden-baden.de zu sehen.

Michael Güttler ist weltweit im sinfonischen und musiktheatralischen Repertoire erfolgreich tätig. Nach seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Trompete, Klavier, Chordirigieren und dem Studium Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie zahlreichen Meisterkursen wurde er in das Förderprogramm Dirigentenforum des Deutschen Musikrats aufgenommen.

Er ist erster Preisträger diverser Dirigentenwettbewerbe und war von 1998 bis 2002 als jüngster Chefdirigent Österreichs am Stadttheater Klagenfurt tätig. Weitere Chefdirigentenpositionen hatte er am Opernhaus in Ekaterinburg (Russland) und der Finnischen Nationaloper Helsinki (bis 2017) inne.

Als Gastdirigent arbeitete er auf mehreren Kontinenten mit renommierten Orchestern und Opernhäusern zusammen, unter anderem mit dem Israel Philharmonic, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Deutschen Oper Berlin, dem Bolschoi-Theater Moskau und dem New National Theater Tokio. Seit 2003 ist er ständiger Gastdirigent des Mariinsky-Theaters St. Petersburg. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn ebenfalls mit der Wiener Staatsoper, wo er seit der Saison 2010 ein äußerst umfangreiches Repertoire dirigieren konnte.

Heiko Mathias Förster - Konzert ab 9. Mai online abrufbar

Porträt Heiko Mathias FörsterBild vergrößern

Im vierten und letzten Auswahlkonzert um die Position des neuen Chefdirigenten der Philharmonie Baden-Baden präsentiert sich Heiko Mathias Förster, über Jahrzehnte Generalmusikdirektor und Chefdirigent verschiedener Orchester und Leiter der „Prague Royal Philharmonic“, dem Publikum. Er dirigiert das Klavierkonzert Nr. 1 von Frédéric Chopin und die Sinfonie Nr. 3 von Robert Schumann. Solistin ist die Pianistin Woo-Rim Lee. Die Aufzeichnung des Konzertes ist ab Sonntag, 9. Mai, auf der Webseite der Philharmonie unter www.philharmonie.baden-baden.de zu sehen.

Von 2014 bis 2019 war Heiko Mathias Förster Chefdirigent der Janacek Philharmonie Ostrava. Seine Aufführungen der Glagolithischen Messe von Leos Janacek, eine Serie mit den frühen Sinfonien von Antonin Dvorak, aber ganz besonders die Interpretation von Smetanas „Mein Vaterland“ wurden für Heiko Mathias Förster und die Janacek Philharmonie zum Triumph. Im Jahr 2017 gründete er das Prague Royal Philharmonic und ist seitdem mit seinem Orchester regelmäßig in Tschechien, Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu Gast.

Schon seit vielen Jahren dirigiert Heiko Mathias Förster die Prager Orchester und ist gern gesehener Gast an der Staatsoper in Prag. Hier leitete er zum Beispiel Verdis „Otello“, „Salome“ von Richard Strauss, Massenets „Don Quichotte“, aber auch „La Traviata“, „Die Zauberflöte“ und „Madame Butterfly“.

Von 2007 bis 2014 führte Heiko Mathias Förster als Generalmusikdirektor die musikalischen Geschicke der Neuen Philharmonie Westfalen – sei es in Konzert oder Oper. Er leitete das Orchester in unzähligen erfolgreichen Konzertprojekten im Ruhrgebiet und über dessen Grenzen hinaus. Besondere Wertschätzung bekamen die Aufführungsserien aller Sinfonien von Gustav Mahler und Antonin Bruckner.

Vorherige Stationen als Chefdirigent waren von 1999 bis 2007 bei den Münchner Symphonikern, mit denen er neben einem außergewöhnlichen Konzertrepertoire über Jahre zahlreiche, viel beachtete Operninszenierungen beim Internationalen Musikfestival im Chiemgau aufführte, sowie von 1989 bis 1999 am Brandenburger Theater, wo Heiko Mathias Förster, der ursprünglich Pianist hatte werden wollen, mit nur 23 Jahren seine Dirigenten-Laufbahn startete.

Heiko Mathias Förster begleitete zahlreiche Stars der Oper wie Rolando Villazón, Diana Damrau, Elīna Garanča und viele mehr. Ebenso dirigiert Heiko Mathias Förster regelmäßig als Gast Orchester auf der ganzen Welt, wie beispielsweise das Moscow Philharmonic Orchestra, Orchestre de Colonnes Paris, Czech National Symphony Orchestra Prag, Bayerisches Staatsorchester, Israel Symphony Orchestra und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.