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Eimer mit abgeschnittenen Ästen, Handschuhen und Gartenwerkzeug
© Cornelia Pithart - Fotolia.com

Abfallberater appellieren: Gartenabfälle nicht im Wald oder in der freien Natur entsorgen

Baden-Baden (11.10.2018). Auch im Stadtkreis Baden-Baden werden immer wieder Gartenabfälle im Wald oder in der freien Natur abgelagert. Diese Stellen muss der städtische Eigenbetrieb Umwelttechnik dann mit großem Aufwand und auf Kosten der Allgemeinheit wieder räumen lassen.

Grund genug für die Abfallberater, eindringlich darauf hinzuweisen, zum Entsorgen der Gartenabfälle die dreimal im Jahr stattfindende Gartenabfallsammlung in Anspruch zu nehmen (die Termine stehen im Umweltkalender). Auch können Gartenabfälle zur Grünschnittanlage gebracht oder im eigenen Garten kompostiert werden.

Rechtlichen Hintergründe:

Pflanzliche Abfälle, wie beispielsweise Gartenabfälle, sind entsprechend den jeweiligen Verordnungen der Länder zu entsorgen. Sie sind entweder - wie der übrige Müll - dem öffentlichen Entsorgungsträger zu überlassen oder können im eigenen Garten kompostiert werden. Die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald und auf Grünflächen verstößt gegen umweltrechtliche Vorschriften und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

„Wer glauben sollte, man füge der Natur damit keinen Schaden zu, da es sich um biologisches verrottbares Material handelt, der irrt“, so der Eigenbetrieb. „Denn Wald- und Grünflächen der freien Natur sind in der Regel eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Werden jedoch zusätzliche Komponenten in dieses Gleichgewicht eingebracht, verändert sich das Nährstoffangebot und die sensiblen Ökosysteme können langfristig gestört werden.“

Auswirkungen auf die Natur:

So sorgt beispielsweise die Verrottung der Pflanzen für einen verstärkten Nährstoffeintrag (insbesondere Stickstoff). Der erhöhte Nitratgehalt findet sich letztendlich in unserem Grundwasser wieder, schadet der Wasserqualität und damit unserer Gesundheit. Gärender faulender Rasenschnitt führt zur Störung der Mikroorganismen im Boden und somit des natürlichen Nährstoffkreislaufs.

Mit der illegalen Entsorgung von Gartenabfällen werden zudem auch gebietsfremde Pflanzenarten in die freie Natur eingebracht, die die Lebensgemeinschaften im Wald, am Waldrand oder in Schutzgebieten negativ beeinflussen können. So können auch Wurzelreste, Zwiebeln, Knollen oder Samen nichtheimischer konkurrenzstarker Gartenpflanzen wieder austreiben und unsere heimischen Pflanzen verdrängen.

Steuerzahler zahlt die Entsorgung

„Erfahrungsgemäß sammelt sich an einer Stelle, an der Abfälle unerlaubt abgelagert werden, immer mehr Unrat durch Nachahmer. Innerhalb kurzer Zeit befindet sich dann eine kleine Deponie in Wald, Grünflächen oder unter Büschen auf der sich neben Grünschnitt Abfälle aller Art sammeln“, berichten die Abfallberater aus ihrer langjährigen Erfahrung.

„Diese Abfälle müssen, auch wenn sie von Dritten illegal abgelagert wurden, entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz vom Grundeigentümer entfernt und einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt werden. Das verursacht natürlich entsprechende Kosten. Handelt es sich bei dem Ort der Abfallablagerungen um Staats- oder Gemeindewald oder öffentliche Grünflächen, sind diese von der öffentlichen Hand zu tragen – also auch vom Steuerzahler.“

Fazit:

„Gartenabfälle in der freien Natur sind nicht nur ein unschöner Anblick. Durch den erhöhten Nährstoffeintrag und die Einbringung nichtheimischer, möglicherweise invasiver Pflanzenarten können auch beachtliche Schäden an der Natur angerichtet werden. Aus einer eventuell einmaligen Ablagerung solchen Materials wird zudem häufig Gewohnheit oder es schließen sich weitere Personen diesem Fehlverhalten an.

Mit der Zeit werden hierdurch Grün- und Waldflächen mit unansehnlichen pflanzlichen Abfällen überhäuft. Erfahrungsgemäß lässt weiterer Müll wie Plastikabfälle nicht lange auf sich warten – weder für die Anlieger noch für Spaziergänger ist es ein schöner Anblick, wenn sich so quasi wilde Mülldeponien entwickeln.“

Weitere Informationen

Fragen zum Thema beantworten die städtischen Abfallberater unter der Rufnummer 07221 93-28 28.

Den Umweltkalender für die Kernstadt und Außenstadtteile gibt es unter Umwelt - Entsorgung - Umweltkalender. Weitere Informationen über die Grünschnittanlage unter Umwelt - Entsorgung - Grünschnittanlage.