Pressearchiv

Plastikplanen über den Beeten auf dem Goetheplatz. Rohre transportieren Dampf unter die Planan. Im Vordergrund zwei Männer.
Spektakulär sieht sie aus, ist aber auch äußerst effektiv: die Bodendämpfung der Blumenbeete am Goetheplatz, um dem „Tulpenfeuer“, einer Pilzerkrankung, vorzubeugen.

Mit Bodendämpfung gegen Tulpenfeuer

Baden-Baden (11.10.2018). Die Blumenbeetflächen am Goetheplatz und im Kurgarten werden in den nächsten Tagen (vom 10. bis 12. Oktober) einer besonderen Behandlung unterzogen. Das städtische Fachgebiet Park und Garten hat nach dem Abräumen des Sommerflors und vor der Pflanzung der Tulpenzwiebeln für den Frühjahrsflor die Spezialfirma Mobildampf aus Waiblingen mit einer Flächendämpfung des Bodens in den Beetflächen beauftragt.

Damit soll insbesondere dem in diesem Frühjahr verstärkt aufgetretenen Phänomen des „Tulpenfeuers“, aber auch anderer Pilzerkrankungen vorgebeugt werden. Bei einem Pressetermin haben der Technische Leiter des Fachgebiets Park und Garten, Markus Brunsing, und sein Team gemeinsam mit Steffen Koch von der Spezialfirma die Vorgehensweise und weitere Details erläutert.

Wasserdampf erhitzt Krankheitssporen

Zur Bekämpfung des so genannten „Tulpenfeuers“ wird der Boden mit Hilfe heißen Wasserdampfs so erhitzt, dass die vorhandenen Krankheitssporen abgetötet werden. Mit demselben Verfahren des Bodendämpfens bereitet das Gartenamt schon seit vielen Jahren die Beetflächen im Rosenneuheitengarten auf dem Beutig für die Neubepflanzung vor, wobei es im Rosengarten um die Bekämpfung des Phänomens der Bodenmüdigkeit geht.

Die Beete vor dem Kurhaus und vor dem Theater mit einer Gesamtfläche von etwa 440 Quadratmeter werden nach dem Abräumen der Sommerblumenbepflanzung in einem ersten Schritt tiefengelockert und anschließend bis in eine Tiefe von 30 Zentimeter auf 90 Grad durch Wasserdampf erhitzt. Anschließend müssen sich die Beetflächen abkühlen, bevor in der zweiten Oktoberhälfte das Setzen der Tulpenzwiebeln für das Frühjahr 2019 erfolgen kann.

Plastikplanen über den Beeten auf dem Goetheplatz. Rohre transportieren Dampf unter die Planan.Bild vergrößern

Tulpenfeuer ist Pilzerkrankung

Bei dem Tulpenfeuer handelt es sich um eine Pilzerkrankung mit dem Namen „Botrytis tulipae“. Diese zeigt sich oberflächlich dadurch, dass viele Tulpenpflanzen wie verwelkt aussehen und nur gelb-braune Blätter ohne Blüte ausbilden. In diesem Frühjahr hatte sich das Krankheitsbild verstärkt in den betroffenen Beetflächen am Goetheplatz und im Kurgarten gezeigt, weshalb das Fachgebiet Park und Garten nun eine entsprechende Bekämpfungs- und Vorbeugungsmaßnahme durchführt.

Da die Infektion in der Regel von bereits befallenen Zwiebelresten ausgeht und stets Zwiebelreste vom Vorjahr im Boden verbleiben, kann durch das Dämpfverfahren hier ein Übertragen der Schadinfektion von einem auf das nächste Jahr erschwert werden. Bis Ende Oktober werden in den Beeten am Goetheplatz und vor dem Kurhaus 12.000 Blumenzwiebeln von den städtischen Gärtnerinnen und Gärtnern gesteckt. Insgesamt erfolgt im Oktober dieses Jahres die Pflanzung von 27.000 Tulpenzwiebeln in den Baden-Badener Anlagen.