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Portrait Géraldine Schwarz vor blauem Hintergrund
©Mathias Bothor

Géraldine Schwarz - Erinnerungen einer Europäerin

Baden-Baden. Am Montag, 20. Mai 2019, ist um 19 Uhr die Autorin Géraldine Schwarz zu Gast im Kulturhaus LA8. Die Autorin, Journalistin, Dokumentarfilmerin und ehemalige Deutschland-Korrespondentin der Agence France Presse liest aus ihrem Buch "Die Gedächtnislosen - Erinnerungen einer Europäerin". Buchhändler Josua Strass moderiert die Lesung und das anschließende Gespräch mit dem Publikum.

Der deutsche Großvater, Mitglied der NSDAP, kaufte 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim. Nach dem Krieg weigert er sich, den einzigen Überlebenden der Fabrikantenfamilie zu entschädigen. Der französische Großvater dient im Vichy-Regime in dem Gebiet als Gendarm, wo jüdische Bürgerinnen und Bürger in Razzien aufgegriffen werden. Diese Funde in ihrer eigenen Familiengeschichte sind für Géraldine Schwarz der Auslöser für ihre Recherchen. Sie bemerkt, wie unterschiedlich ihre Verwandten in Deutschland und Frankreich mit der Vergangenheit umgehen – und sie zieht die Parallelen zur Aufarbeitung der nationalen Geschichte in den beiden Ländern. Ursache für Rechtspopulismus in Europa?
Die späte oder unvollständige nationale Auseinandersetzung mit der Kollaboration sei der Nährboden für den heutigen Rechtspopulismus, so die hochbrisante These des Werks. Auf sehr persönliche Weise plädiert es daher dafür, die Gedächtnisarbeit fortzusetzen, um den aktuellen Tendenzen in Europa entgegenzuwirken.

Géraldine Schwarz wurde mit dem Prix du livre européen 2018 und dem Winfried-Preis der Stadt Fulda 2019 ausgezeichnet. Les Amnésiques ist in zehn Sprachen übersetzt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Europe Direct im Regierungspräsidium Karlsruhe mit dem Kulturbüro der Stadt Baden-Baden, der Buchhandlung Straß in Baden-Baden und dem Kreisverband Baden-Baden/Rasta der Europa-Union Deutschland e. V.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich