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Forstwirt sucht mit Fernglas nach Anzeichen für Borkenkäferbefall
© Anne Kobarg Nationalpark Schwarzwald Forstwirt sucht mit Fernglas nach Anzeichen für Borkenkäferbefall

Nationalparkrat lobt Umgang mit Borkenkäfern

Baden-Baden (31.05.2019). Ein kleiner Käfer, der durch massenhafte Vermehrung bei günstiger Witterung besonders den Fichtenbeständen schwer zusetzen kann, lässt bei Waldbesitzern die Alarmglocken läuten. Dieser Borkenkäfer war in der jüngsten Sitzung des Nationalparkrats eines der Topthemen.

Aktuelle Situation und Strategie

Die Ratsmitglieder wurden über die aktuelle Situation und die Strategie des Borkenkäfermanagements im Pufferstreifen des Nationalparks Schwarzwald und der angrenzenden Forstbehörden Freudenstadt, Rastatt, Baden-Baden und Ortenau informiert. Das Borkenkäferkonzept hat sich seit der Gründung des Nationalparks etabliert und seine Leistungsfähigkeit deutlich unter Beweis gestellt. Umweltminister Franz Untersteller zeigte sich beeindruckt: „Das Borkenkäfermanagement, wie es hier im Nationalpark Schwarzwald umgesetzt wird, ist ganz offensichtlich ein wirksames Instrument zum Schutz der umliegenden Wirtschaftswälder“, so der Minister.

Das bestätigte Landesforstpräsident Max Reger: „Der Pufferstreifen hat sich als wichtiges und funktionierendes Kontrollinstrument gegen die Ausbreitung des Käfers erwiesen. Selbst im vergangenen Jahr, als sich der Borkenkäfer überall im Land massiv vermehrte, gab es in den an den Nationalpark Schwarzwald angrenzenden Wäldern dank der hervorragenden Arbeit aller Beteiligten keine Probleme. Dies ist der gut abgestimmten und hervorragend koordinierten Zusammenarbeit von Nationalparkverwaltung, ForstBW und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt zu verdanken.“

Konzept hat sich bewährt

Das vom Nationalpark und ForstBW gemeinsam entwickelte Konzept hat sich bewährt, davon waren alle Nationalparkratsmitglieder überzeugt. Aufgrund der sehr trockenen und niederschlagsarmen Witterung im Jahr 2018 und der gravierenden Nassschneeschäden in der Nationalparkregion zu Beginn des Jahres baue sich aktuell wieder eine schwierige und extreme Situation auf.

Aber durch das etablierte Konzept und die intensive Zusammenarbeit der Behörden sei die Region bestens gerüstet, so der Tenor der Versammlung, der auch die Verwaltungen der Anrainerkommunen angehören.

Hintergrund:

Im Nationalpark gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“ – auch für den Borkenkäfer. In Wirtschaftswäldern als Schädling gefürchtet, spielt der Käfer in der Kernzone des Schutzgebietes eine wichtige Rolle auf dem Weg zu einem wilderen Wald. Das Borkenkäfermanagement, das als eines von 14 Modulen im Nationalparkplan festgeschrieben wurde, soll verhindern, dass der Käfer sich vom Nationalpark ausgehend in angrenzende Wälder ausbreitet.

Dazu wurde ein 500 Meter breiter Pufferstreifen ausgewiesen, der rund um den Nationalpark verläuft – teilweise innerhalb, teilweise außerhalb der Nationalparkgrenze. Beim Borkenkäfermanagement arbeiten die Forstfachleute des Nationalparks eng mit den Mitarbeitern der umliegenden, staatlichen und kommunalen Wälder zusammen. Zusätzlich ist die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) beteiligt.

Die FVA wertet die Daten aus dem landesweiten Borkenkäfermonitoring aus und gibt auf dieser Grundlage unter anderem auch einen Borkenkäfer-Newsletter heraus, der Waldbesitzer regelmäßig über die aktuelle Situation und die notwendigen Maßnahmen unterrichtet. Der Newsletter kann auf der Webseite des Nationalparks eingesehen werden.

Informationen zum Nationalparkrat

Der Nationalparkrat ist paritätisch mit Vertretern des Landes und der Region besetzt. Das Land Baden-Württemberg ist mit den Ministerien, der Nationalparkverwaltung und den Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe vertreten; die Region mit den Gemeinden, Stadt- und Landkreisen, darunter auch Baden-Baden, die flächenmäßigen Anteil am Nationalpark haben. Auch Gemeinden, in denen die Nationalparkverwaltung bedeutende Einrichtungen betreibt, können eine Stimme im Rat bekommen.

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord hat ebenfalls einen Sitz im Nationalparkrat. Vorsitzender des Gremiums ist der Freudenstädter Landrat Dr. Klaus Michael Rückert. Der Rat, der über alle Fragen grundsätzlicher Bedeutung im Nationalpark entscheidet, trifft sich mehrmals im Jahr.