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Bürgermeister Roland Kaiser (links) und Jobcenter-Geschäftsführer Christian Schmidt.
Bürgermeister Roland Kaiser (links) und Jobcenter-Geschäftsführer Christian Schmidt freuen sich über die positiven Halbjahreszahlen und einige Neuerungen.

Positives Halbjahresfazit des Jobcenters Baden-Baden

Baden-Baden (05.07.2019). Bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Roland Kaiser und Christian Schmidt, Geschäftsführer des Jobcenters Baden-Baden, wurde ein positives Halbjahresfazit gezogen und in drei Themenblöcken die aktuellen Zahlen und Neuerungen präsentiert.

Halbjahresbilanz

So hat sich nach Angaben des Geschäftsführers die Arbeitslosigkeit im Jobcenter von Mai auf Juni um 32 auf 729 Personen verringert. Das waren 104 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juni 2,5 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 2,9 Prozent. Dabei meldeten sich 172 Personen neu oder erneut arbeitslos, 24 mehr als in 2018. Gleichzeitig beendeten 203 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 38 mehr als vor einem Jahr.

Seit Beginn 2019 gab es 1.049 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 10 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem stehen 1.095 Abmeldungen von Arbeitslosen gegenüber (-44). Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt sich am deutlichsten in der Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Sie ist im Jobcenter Baden-Baden, entgegen des Bundestrends, gegenüber dem Vormonat um 21 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juni 2019 bei 1.033 Personen. Das waren 62 weniger als vor einem Jahr.

Das Teilhabechancengesetz bietet neue Chancen für Arbeitslose und Unternehmen

Mit dem Teilhabechancengesetz gibt es seit Januar dieses Jahres eine umfassende Fördermöglichkeit für Menschen, die bereits seit mehreren Jahren auf Leistungen des Jobcenters angewiesen sind. Wer mindestens 25 Jahre alt und zwei Jahre oder länger arbeitslos gemeldet ist, kann bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit bis zu zwei Jahre durch Lohnkostenzuschüsse unterstützt werden. Ziel ist hier, langzeitarbeitslosen Menschen den Wiedereinstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Noch umfangreichere Fördermöglichkeiten gibt es für Menschen, die mindestens 25 Jahre alt sind und sechs Jahre oder länger Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) beziehen: Solche sehr arbeitsmarktfernen Leistungsbezieher können bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit bis zu fünf Jahre unterstützt werden. Dabei können die Lohnkosten in den ersten zwei Jahren zu 100 Prozent und in den folgenden drei Jahren anteilig bezuschusst werden. Diese Menschen sollen so die Chance zur Teilhabe am allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt im Rahmen einer geförderten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erhalten.

Christian Schmidt, Geschäftsführer des Jobcenters appellierte für mehr „Offenheit und Kompromissbereitschaft“ bei den Arbeitgebern. Bei der Aufnahme eines Langzeitarbeitslosen würden die Arbeitgeber durch das Jobcenter unterstützt. Zusätzlich werde ein Coaching angeboten. Ziel sei es, die „Beschäftigungswelt zu etablieren“. Schmidt sieht das Teilhabegesetz „als große Chance, Arbeit zu finden“ und Arbeitslose wieder in das Arbeitsleben zu integrieren.

„Jobcenter goes online“

Kunden des Jobcenters Baden-Baden steht seit 21. Mai ein neues Online-Angebot zur Verfügung, über das Weiterbewilligungsanträge, Veränderungsmitteilungen zugänglich gemacht werden. Der Geschäftsführer des Jobcenters freute sich über diese Neuerung. Es sei ein wichtiger Schritt, um den Erwartungen an eine moderne Verwaltung gerecht zu werden. Nutzen kann das Portal jeder, der bereits als Kunde bekannt ist, sodass eine Identifizierung gewährleistet ist.

Solche sensiblen Themen erfordern eine gewisse Beratung, welche vor Ort stattfindet. Für alle, die „noch nicht so online-affin“ sind, stehen die Mitarbeiter des Jobcenters weiterhin auch persönlich bereit – „denn die Stadt hat nach wie vor einen Beratungsauftrag“, betonte Bürgermeister Kaiser. Alle Interessierten können aber sichergehen, dass das Online-Portal mit einer hohen Sicherheit ausgestattet ist, um persönliche Daten zu schützen. Um online mit dem Jobcenter in Kontakt zu treten, genügt die Eingabe „http://www.jobcenter-digital.de“ im Browser. Nach der Registrierung wird der Kunde dann automatisch zum zuständigen Jobcenter weitergeleitet.