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Erster Bürgermeister und Stadtwerke-Dezernent Alexander Uhlig bei einem Interview
Erster Bürgermeister und Stadtwerke-Dezernent Alexander Uhlig betonte, Baden-Baden zeige mit dem Bus, dass die Stadtwerke für die Zukunft aufgestellt seien.

Erster E-Linienbus fährt in Baden-Baden

Baden-Baden (22.01.2020). Die Stadtwerke haben im Bereich des gesamten Netzes des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) den ersten Elektro-Bus im Einsatz. Der vollelektrische Linienbus kommt aus Italien und fährt die Linie 208, die sogenannte Panoramastrecke.

Erster Bürgermeister und Stadtwerke-Dezernent Alexander Uhlig betonte, Baden-Baden zeige mit dem Bus, dass die Stadtwerke für die Zukunft aufgestellt seien: „Uns ist die Anschaffung des E-Busses wichtig, weil wir auch eine Vorbildfunktion haben. Trotz der mit 500.000 Euro deutlich höheren Kosten, im Vergleich zu den Dieselbussen, ist diese Investition wichtig und vorausschauend. In den nächsten Tagen wird der Bus erstmals eingesetzt, aber auch noch außerhalb des Liniendienstes die Fahrer darauf geschult.“

Erster E-Linienbus
Stefan Güldner, Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe, sitzt am Steuer des neuen E-Linienbus
Pressevertreter sitzen im ersten E-Linienbus
Elektronische anzeige im Bus zeigt "1. E-Bus im KVV"

Bereits zwei Hybridbusse im Einsatz

Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Oehler ist gespannt auf die neue Technologie: „47 Busse haben wir im Linieneinsatz, zwei davon sind Hybridbusse und jetzt der neue vollelektrische Bus. Wir sammeln jetzt Erfahrungen, um uns auf die neue Technik umstellen zu können.“

Zum Kaufpreis kommen zudem zwei Stromladestationen. Eine feste Ladestation für 40.000 Euro steht auf dem Betriebsgelände in Oberbeuern, hinzu kommt eine zweite mobile Ladestation, die im Lieferumfang des italienischen Herstellers enthalten ist. Im März bekommen die Stadtwerke fünf weitere Mildhybridbusse mit Start-Stopp-Technologie geliefert.

Bis 1971 Elektro-Oberleitungsbusse in Baden-Baden unterwegs

Die Elektrobusära der Stadtwerke liegt übrigens noch gar nicht so weit zurück. Denn bis zum 31. Juli 1971 hatten die Stadtwerke noch Elektro-Oberleitungsbusse, sogenannten O-Busse, in Betrieb.

Der acht Meter lange Bus der Firma Rampini ist nur 2,20 Meter breit und daher ideal für die engen Altstadtstraßen. Er bietet den Fahrgästen zwölf Sitzplätze und 16 Stehplätze. Die Batterie des Busses wiegt etwa 2500 Kilo. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 Stundenkilometer, seine Steigfähigkeit 16 Prozent. Der Bus kommt als Ersatz des für den 22 Jahre alten Dieselbus, der in dieser Zeit auf der Linie 208 stolze 885000 Kilometer zurücklegte. Sein Kraftstoffverbrauch lag bei etwa 35 Liter auf 100 Kilometern.

Details zum Bus:

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gab der italienische Hersteller Rampini ein Angebot ab und erhielt den Zuschlag für das wirtschaftlichste Angebot. Von deutschen Herstellern ging kein Angebot ein. Der vollelektrischen Niederflurbus besitzt eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern. Die zu erwartende Lebensdauer der Batterie beträgt voraussichtlich fünf Jahre. Die Batterie besteht aus zehn Modulen, von denen jeweils fünf im Heck und weitere fünf auf dem Dach verbaut sind.

Das Aufladen der Batterie erfolgt über Nacht und in den Pausen im Depot. Die maximale Ladezeit beträgt fünf Stunden. Die Antriebskomponente, Leistungselektronik sowie Teile der Achskomponente stammen von deutschen Herstellern, wie Siemens und ZF. Das Fahrzeug verfügt über eine Klapprampe sowie Sitze für mobilitätseingeschränkte Personen. Der Bus ist mit einer Fahrgastklimaanlage ausgestattet.

Stadtwerke sammeln erste Praxiserfahrungen

Der neue Bus dient dazu, erste eigene Praxiserfahrungen im Betrieb und im Umgang mit der neuen Technik des rein elektrischen Antriebs im öffentlichen Personennahverkehr zu sammeln, und so eine Entscheidungsgrundlage für die für die zukünftige Ausrichtung der Linienbusse der Stadtwerke zu schaffen. Für den Bus und  die Ladeinfrastruktur erhalten die Stadtwerke eine Förderung des Bundesverkehrsministeriums von 142.000 Euro.

Bereits seit 2011 sind die Stadtwerke in Sachen E-Mobilität unterwegs, zuerst mit zwei Elektro-PKWs. Heute befinden sich 12 E-Autos im Bestand der Stadtwerke. Auch innerhalb der Stadtverwaltung sind bereits über 10 E-Autos unterwegs. 2014 schafften die Stadtwerke zwei elektrische Hybrid-Busse an. Dem folgt jetzt der erste vollelektrische Linienbus im KVV-Netz.