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Kinder stehen auf der Bühne und halten sich an den Händen. Im Hintergrund wird über einen Beamer ein Bild angezeigt: Schatten von Menschen die sich an den Händen halten, darüber die Landflächen der Welt. Darüber steht "Menschenrechte".
(c) Richard-Wagner-Gymnasium Auch in diesem Jahr gedachten Schulklassen des RWG am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus.

Wenn aus Rechten Pflichten werden - RWG gedenkt Holocaust-Opfer

Baden-Baden (03.02.2020). „Es ist Montag, 27. Januar. Eigentlich ein Tag wie jeder andere und dennoch ist etwas anders“, schreibt das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) in einem Nachbericht. Über die dritte und vierte Stunde verteilt, sah man an diesem Tag die Schüler der Klassen 5 bis 7 und später 8 bis 10 betroffen einem Vortrag ihrer Mitschüler lauschen.

Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager in Auschwitz befreit. Seit 1996 ist der 27. Januar der Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Wie jedes Jahr hat auch das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) in zwei verschiedenen Veranstaltungen – eine für die jüngeren, eine für die älteren Schüler –  altersgerecht diesen wichtigen Gedenktag begangen.

Lesungen und Stolperstein-Aktion

Insgesamt 26 Schüler beteiligten sich unter der Leitung der Lehrerinnen Jacqueline Olesen und Anke Flesch an der eindrucksvollen Lesung aus dem Buch: „Ich bin ein Stern“. Inge Auerbach erzählt in diesem Buch ihre Erfahrungen als jüdisches Kind in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie lebt in Amerika, reist aber auch mit 80 Jahren immer wieder nach Deutschland, um gegen das Vergessen zu erzählen.

Bei der Gedenkveranstaltung für die älteren Schüler wurde eine Postkarte mit dem Aufdruck „Baden-Baden ist judenfrei“ gezeigt. Diese veranschaulichte, dass auch in der Kurstadt der Antisemitismus Fuß gefasst hatte. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung berichteten Schüler des RWG von der Stolperstein-Aktion. Einmal jährlich werden dabei alle Stolpersteine geputzt, um vor dem Vergessen zu bewahren und jedem einzelnen Opfer zu gedenken.

Präsentation der Menschenrechte

Am Schluss der beiden Veranstaltungen stand eine Präsentation der Menschenrechte. In einer Sprechmotette machten die Schüler deutlich: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Deutlich wurde auch gesagt, dass die Menschenrechte auch Menschenpflichten enthalten: Die Pflicht zu Zivilcourage, zu entschiedenem Eintreten für Freiheit, Toleranz und Respekt.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus wurde mit einer Selbstverpflichtung daran erinnert, auch und gerade heute die Würde eines jeden Menschen sowie seine Rechte zu achten und mit Mut dafür einzustehen.