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Einsatzfahrzeug der Feuerwehr
Symbolbild

Neue Integrierte Leitstelle Mittelbaden arbeitet nach Plan

Baden-Baden (02.04.2020). Nach dreiwöchigem Testbetrieb erfolgte jetzt der offizielle Startschuss für den Betrieb der bereichsübergreifenden Integrierten Leitstelle (ILS) im Landratsamt Rastatt. Damit wurde der dreiwöchige Probebetrieb nahtlos in den Regelbetrieb übergeführt.

„Durch die Umsetzung der bereichsübergreifenden Integrierten Leitstelle in Mittelbaden werden die Schnittstellen und Informationsverluste reduziert sowie Alarmierungs- und Einsatzzeiten optimiert“, freuen sich die Trägerverantwortlichen Landrat Toni Huber und Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen zusammen mit dem Vorstand des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern, Felix Brenneisen.

Starker zukunftsträchtiger Schritt für Mittelbaden

Gut zwei Jahre dauerte es von der Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung im Januar 2018 bis zur endgültigen Inbetriebnahme. Landrat Toni Huber begrüßt die neue Ära bei der kreisübergreifenden Einsatzplanung von Rettungswesen und Feuerwehr für insgesamt rund 300.000 Menschen als wichtige Zäsur in der interkommunalen Zusammenarbeit.

Auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen wertet es als starken zukunftsträchtigen Schritt für Mittelbaden, dass mit der Feuerwehr Baden-Baden nun alle Glieder des Rettungswesens in der gemeinsamen Integrierten Leitstelle vereint sind. Aus der Sicht des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern ist die fusionierte Leitstelle ein weiterer Meilenstein auf einem Weg, der mit ersten Gesprächen 1996/97 begann und in dessen Verlauf einige Hürden wie die Standortfrage aber auch die Investitionskosten durch die unterschiedliche Förderung des Landes standen. „Die Einrichtung der Integrierten Leitstelle ist das erfolgreiche Ergebnis der Zusammenarbeit von allen Beteiligten und der Schaffung neuer, zukunftsweisender Strukturen“, so Felix Brenneisen.

Bis zu 700 Anrufe am Tag

Bis 2009 wurden die Rettungsdienste vom DRK-Kreisverband Bühl-Achern über die Rettungsleitstelle in Bühl koordiniert, die Feuerwehreinsätze jeweils in ihren Leitstellen in Baden-Baden und Rastatt. Die im Landratsamtsneubau damals geschaffene ILS vereinte dann alle Einsatzstellen mit Ausnahme der Feuerwehr Baden-Baden, die eigenständig blieb.

Mit dem aktuellen Aufgabenzuwachs nehmen auch die Anforderungen in der bereichsübergreifenden Leitstelle zu. Kreisbrandmeister Heiko Schäfer geht davon aus, dass sich die Anzahl der bislang etwa 400 bis 500 Anrufe am Tag auf bis zu 700 erhöhen wird, die Notrufe, Vermittlungen oder sonstige Hilfeersuchen umfassen. Die ILS wird im Regelbetrieb künftig in Zeiten mit erhöhtem Anruf- und Einsatzaufkommen mit bis zu fünf Disponenten gleichzeitig besetzt sein.

Personalpool in der LEitstelle umfasst insgesamt 40 Mitarbeiter

Der dazu erforderliche Personalpool umfasst insgesamt 40 Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern, des Landratsamtes und der Feuerwehr Baden-Baden. Bisher waren es drei Disponenten in Spitzenzeiten aus einem Personalpool von 25 Mitarbeitern.

„Gerade in diesen Zeiten der Corona-Pandemie und einer deutlich höheren Frequentierung zeigt sich bereits, dass sich eine starke gemeinsame integrierte Leitstelle bewährt. Was die Mitarbeiter hier aktuell leisten, verdient großen Respekt“, versichern gleichermaßen Brenneisen und Schäfer.

Neue leistungsfähige und bedienerfreundliche Software

Mit der Neuorganisation und Erweiterung der Leitstelle wurde auch in eine leistungsfähige und bedienerfreundlichere Einsatzleitsoftware investiert, in der bereits die Funktion der Standortlokalisierung des Notrufteilnehmers, das sogenannte „Advanced Mobile Location – AML“, integriert ist.

„Wir sind die erste Leitstelle in Deutschland, die dieses kombinierte System einsetzt“, erläutert Meik Hauß, der Leiter der ILS Mittelbaden. Die Kosten für das neue Einsatzleitsystem, das auch mit Landeszuschüssen finanziert wird, belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.

Insgesamt rund 2,5 Millionen Euro investiert

Der Kostenschlüssel für den Betrieb sieht vor, dass 55 Prozent der DRK-Kreisverband Bühl/Achern trägt, 30 Prozent der Landkreis Rastatt und 15 Prozent die Stadt Baden-Baden. „Zu den Kosten kommen 600.000 Euro für die Einführung des Digitalfunks sowie weitere 250.000 Euro für die Umstellung der Telekommunikationsanlagen auf die sogenannte All-over-IP Technologie hinzu“, wie Martin Sauer als Technikverantwortlicher ergänzt.

Damit wurden insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in die integrierte Leitstelle der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, der Notfallrettung und des Krankenhauswesens und somit in die Sicherheit in Mittelbaden investiert.

Einheitliches Sicherheitsniveau in Mittelbaden

Bei der Koordinierung der Rettungsdienste, Feuerwehren sowie weiterer Zivil- und Katastrophenschutzorganisationen in einer zentralen Stelle geht es nach Angaben von Christian Pilardeaux von der Feuerwehr Baden-Baden nicht nur um eine rein technische Frage, sondern um ein einheitliches Sicherheitsniveau in Mittelbaden:

„Dies ist uns mit der Umsetzung des neuen Gefahrenabwehrstufenkonzepts und einem umfassenden Grad der Datenversorgung gelungen.“ Während in der Vergangenheit bei Einsätzen in Grenzregionen Notrufe an zwei Orten eingegangen seien, gebe es jetzt für den Notruf 112 nur noch „eine annehmende Stelle, ein Team und kurze Wege der Abstimmung“.

Weiterhin Feuerwehr-Einsatzzentrale in Baden-Baden vorhanden

Grundsätzlich und dauerhaft bestehen bleibt in Baden-Baden auch weiterhin eine im Normalbetrieb nicht personell besetzte Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ) in der Feuerwache. Diese wurde ebenfalls technisch ertüchtigt und gewährleistet bei Großschadenslagen und auch im Katastrophenfall die sogenannte rückwärtige Einsatzführung und fungiert im Bedarfsfalle als Redundanzleitstelle.

Die vorgesehene offizielle Einweihung der Leitstelle Mittelbaden mit Vorstellung der Räumlichkeiten entfällt wegen der Corona-Pandemie.