Pressearchiv

Alexej Boris bei seinem Vortrag
Der Kabarettabend mit Alexej Boris war die letzte Präsenzveranstaltung der diesjährigen Interkulturellen Wochen.

Abschluss der Interkulturellen Wochen 2020

Deutsch-russische Schlaglichter auf Gesellschaft und Politik

Baden-Baden (09.10.2020). Alexej Boris setze mit dem politischen Kabarett „BRD – Boris rettet die Demokratie“ am vergangenen Sonntagabend den Schlusspunkt der diesjährigen Interkulturellen Wochen. Der Alte Ratssaal des Rathauses war entsprechend der Corona-Bedingungen gut gefüllt.

Bürgermeister Roland Kaiser begrüßte das Publikum und zeigte sich amüsiert, dass man einen Kabarettisten mit russischen Wurzeln aus Stuttgart nach Baden-Baden einladen müsse. Gleichzeitig dankte er der Friedrich-Ebert-Stiftung, dass der Künstler auf Einladung des Landesbüros der Stiftung in die Stadt gekommen sei.

Ritt durch verschiedene Zeiten und politische Regionen

Oliver Schael vom Fritz Erler Forum erläuterte, dass sein Arbeitgeber durchaus eine seriöse Organisation der politischen Bildung gewesen sei, bevor man die Kooperation mit Boris begonnen habe. Verschiedene politische Zuspitzungen bettete Boris, 1973 mit jüdischen Wurzeln in St. Petersburg geboren, im Laufe des Abends in einen übergreifenden Handlungsrahmen. Wolle das Publikum verhindern, dass er in die Politik gehe und dort sein Unwesen treibe, müsse es ihm einen guten Start in eine Künstlerkarriere ermöglichen.

Konkret bedeutet das, dass ein vor Ort entstehendes „Kunstwerk“ zweifelhafter Qualität meistbietend zum Verkauf steht. In hohem gedanklichem Tempo und mit noch höherer Sprechgeschwindigkeit absolviert Boris einen Ritt durch verschiedene Zeiten und politische Regionen sowie Aspekte der Integrationsdebatte. Unmittelbar einleuchtend erscheint dabei sein Vorschlag zur Erhöhung der Wahlbeteiligung. Man erhebe doch einfach eine Gebühr für den Eintritt in Wahllokale. Am Wahltag gebe es dann ein Sonderangebot: freien Eintritt! Wetten, dass das in Deutschland ein Erfolg wird?