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Porträt von Deniz Ohde vor offenem Fenster mit ernstem Gesichtsausdruck.
©Silviu Guiman

Lesung Baldreit-Stipendiatin Deniz Ohde abgesagt

Baden-Baden. Die vom städtischen Kulturbüro für Freitag, 23. Oktober, geplante Lesung und Gespräch mit Baldreit-Stipendiatin Deniz Ohde und dem Literaturkritiker Carsten Otte muss Corona-bedingt derzeit abgesagt werden. Die Lesung soll allerdings, wenn sich die Situation wieder entspannt hat, nachgeholt werden. Sobald ein neuer Termin feststeht, lädt das Kulturbüro über die Presse erneut ein.

Bei der Auswahl der Baldreit-Stipendiaten hat die Jury in diesem Jahr eine besonders glückliche Hand bewiesen:

Die Schriftstellerin Deniz Ohde, die seit Oktober für ein halbes Jahr in Baden-Baden lebt und arbeitet, stand mit ihrem Debütroman „Streulicht“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, der vergangene Woche verliehen wurde. Diese Nominierung ist ein großartiger Erfolg für die in Leipzig lebende Schriftstellerin. In „Streulicht“ erzählt sie von den Herausforderungen eines Arbeiterkindes, das sich aus seinem Milieu herauszuarbeiten versucht. Es geht in Ohdes literarischen Arbeiten um die feinen Unterschiede in der Gesellschaft, in der zwar ein Bildungsversprechen propagiert, aber oft nicht eingelöst wird. Ruppig sind die Verhältnisse, in denen die Protagonisten leben, feinsinnig ist hingegen die Sprache von Deniz Ohde – einer vielversprechenden literarischen Stimme.

Deniz Ohde kann bereits mit einigen Preisen aufwarten: 2016 war sie Finalistin des open mike, 2017 Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses und 2018 für den Wortmeldungen-Förderpreis nominiert. Im August 2020 erschien nun ihr Debütroman „Streulicht“. Dafür erhielt sie jüngst den ZDF-„aspekte“-Literaturpreis. Während ihrer Zeit in Baden-Baden wird Ohde an ihrem zweiten Roman arbeiten. Ein Teil der Handlung ist in einem Frauenkloster angelegt, und so wird sie sich während ihres Aufenthalts vor allem mit der Geschichte und Lebenswelt des Kloster Lichtenthals auseinandersetzen. „Ich freue mich sehr auf eine intensive und fruchtbringende Arbeitsphase in Baden-Baden. Neben der Schreibarbeit hoffe ich viele Eindrücke für meinen Roman gewinnen und mich durch Veranstaltungen in die Stadt einbringen zu können.“