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OB Margret Mergen (rechts) und Christa Hugler, Initiatorin der Prostata-Selbsthilfegruppe Baden-Baden,
(c) Dieter Hugler Mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg zeichnete OB Margret Mergen (rechts) Christa Hugler, Initiatorin der Prostata-Selbsthilfegruppe Baden-Baden, aus.

Christa Hugler erhält Landesehrennadel

Baden-Baden (16.12.2020). Ehrenamtliches Engagement geschieht oft im Verborgenen. Und nicht jede Institution und jeder ehrenamtlich Aktive ist in der Öffentlichkeit gleichermaßen bekannt. Umso wichtiger sei es, so Oberbürgermeisterin Margret Mergen, „immer wieder gerade auf diese Menschen aufmerksam zu machen, die sich über viele Jahre im Ehrenamt engagieren und nicht in der vordersten Reihe stehen.“

So geschehen gestern (15. Dezember), als OB Mergen das Ehepaar Hugler zu Hause besuchte, um der langjährig engagierten Christa Hugler die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg nebst Urkunde im Auftrag des Ministerpräsidenten zu überreichen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen und auch auf Wunsch der Geehrten selbst fand die Feierstunde nur im ganz kleinen privaten Kreis statt. Margret Mergen nutzte dennoch die Gelegenheit, sich bei der aktiven Baden-Badenerin „für Ihr unermüdliches Wirken und Ihren vielfältigen Einsatz zum Wohle unserer Gesellschaft“ zu bedanken.

Gründung der Prostata-Selbsthilfegruppe Baden-Baden

Christa Hugler, Jahrgang 1941, und seit 1960 in der Kurstadt wohnhaft, war im Jahr 2009 die treibende Kraft bei der Gründung der Prostata-Selbsthilfegruppe Baden-Baden, die zum Bundesverband Prostata Selbsthilfe e.V. gehört. In der Hauptsache für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ist Christa Hugler seither das Sprachrohr der Selbsthilfegruppe und verantwortet eine Vielzahl von Aufgaben.

Sie „wollte nie Vorsitzende sein, da Prostatakrebs ja eine Männerkrankheit ist“, wie sie einmal betonte. Doch da ihr Mann Dieter vor vielen Jahren selbst erkrankte, war ihr Eifer, sich gerade in diesem Bereich zu engagieren, natürlich umso größer. Zudem liegt der gelernten Krankenschwester, die über 40 Jahre als Oberschwester im Klinikum Mittelbaden arbeitete, „das Helfen quasi im Blut“.

Öffentlichkeitsarbeit Christa Huglers

Vor Gründung einer eigenständigen Selbsthilfegruppe in Baden-Baden, hatte Christa Hugler bereits in der in Rastatt bestehenden Gruppe mitgearbeitet, die sie anfangs regelmäßig mit ihrem Mann besuchte. Schon damals setzte sie sich sehr intensiv mit der Prostataerkrankung auseinander und eignete sich viel Wissen an. Die Gruppe in Baden-Baden zählt derzeit 120 Mitglieder, von denen regelmäßig gut 40 an den monatlichen Selbsthilfetreffen teilnehmen.

Zur Öffentlichkeitsarbeit Christa Huglers zählen nicht nur das Buchen von Veranstaltungsräumen sowie die Auswahl der Themen für Vorträge von Referenten, sondern auch die Organisation unterschiedlichster Veranstaltungen, die Herausgabe von Infoflyern und die Dokumentation der Arbeit der Selbsthilfegruppe für den Bundesverband. Zudem macht sie immer wieder mit Aushängen in Krankenhäusern und Apotheken auf die Angebote des Vereins aufmerksam. Darüber hinaus hat Hugler seit 2011 auch eine Reha-Sportgruppe für Prostatabetroffenen gegründet.

Hugler auch in anderen Bereichen aktiv

Wer Christa Hugler allerdings auf die Arbeit in dieser Selbsthilfegruppe reduziert, kennt die quirlige Dame schlecht. Bereits 1989 hatte sie schon, nach Ausscheiden aus dem aktiven Krankenhausdienst, einen Rentner- und Mitarbeiterstammtisch für ehemalige Kollegen ins Leben gerufen, der ebenfalls regelmäßig stattfindet. Dieser wird nun allerdings von einer Nachfolgerin verantwortet. Schon ein Jahr zuvor, 1988, war sie auch, gemeinsam mit ihrem Mann, Initiatorin des Tanzkreis „Gelb-Rot“ Baden-Baden für Standard- und Lateinamerikanische Tänze, der sich ebenfalls regelmäßig trifft.

Auch hier geht es nicht nur um die Pflege der Geselligkeit, sondern vielmehr um Gesundheit und körperliche Aktivität nach einer schweren Erkrankung. Unabhängig von ihrem vielfältigen Wirken ist Christa Hugler zudem jederzeit über ihr privates „Kontakt-Telefon“ erreichbar und hat quasi rund um die Uhr ein offenes Ohr für die Anliegen Betroffener und ihrer Angehöriger. Sie motiviert die, die zunächst hilflos und überfordert sind, leistet Überzeugungsarbeit und nimmt Anteil am Schicksal anderer.

Mergen würdigt langjähriges soziales Engagement und vielfältige Verdienste

„Sie haben die Auszeichnung mit der Landesehrennadel wirklich verdient, weil Sie stets mehr getan haben als Ihre Bürgerpflicht, weil Sie einen wertvollen Dienst am Nächsten leisten und sich seit so vielen Jahren ganz vorbildlich in unsere Gesellschaft einbringen“, lobte OB Mergen im Rahmen ihres Kurzbesuchs.

„Für Ihr langjähriges Wirken und Ihr großes soziales Engagement, ja für Ihr Lebenswerk, möchte ich Ihnen an dieser Stelle und im Namen all Ihrer Mitstreiter sowie derer, die Ihre Hilfe in Anspruch nehmen durften, ganz herzlich danken. Sie haben Vorbildliches geleistet“, so Margret Mergen abschließend.