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Markus Brunsing, Bernd Angstenberger, Margret Mergen, Sven Menzel und Petra Kurpisz (von links). Im Hintergrund ein Bagger.
Startschuss im Wörthböschelpark: Markus Brunsing, Bernd Angstenberger, Margret Mergen, Sven Menzel und Petra Kurpisz (von links).

Arbeiten zur Aufwertung des Wörthböschelparks gestartet

Baden-Baden (12.04.2021). Letzte Woche sind die Arbeiten zur Aufwertung des Wörthböschelparks in Oos gestartet. Damit hat eines der größten landschaftsarchitektonischen Projekte der Stadt Baden-Baden begonnen. Ziel ist es, den Wörthböschelpark zum zentralen Stadt- und Bürgerpark im Westen Baden-Badens zu entwickeln.

Bei einem Pressegespräch informierte Oberbürgermeisterin Margret Mergen gemeinsam mit Bernd Angstenberger und Markus Brunsing vom Fachgebiet Park und Garten, Petra Kurpisz vom Fachgebiet Öffentliche Ordnung sowie Sven Menzel von der Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (GSE) über die Pläne der Stadt.

Anlass für die Aufwertung des Wörthböschelparks war die strategische Entwicklungsplanung Baden-Baden 2020 im Jahr 2011, die das Ziel einer Aufwertung des Wörthböschels formulierte. Auf Grundlage dieser Konzeption hatten das Fachgebiet Park und Garten und die GSE als Sanierungsträger bereits im Jahr 2017 eine Förderung der Maßnahme beim Regierungspräsidium im Rahmen des erweiterten Sanierungsgebiets Oos gestellt. Mit der Aufnahme der Maßnahme in die Förderung des Landes Baden-Württemberg erfolgt nun eine Projektfinanzierung in Höhe von etwa 60 Prozent durch das Land.

Wörthböschelpark als zentrale grüne Mitte

Insgesamt stehen in diesem Jahr 865.000 Euro für die Maßnahmen zur Aufwertung des Wörthböschelparks und zur Realisierung von Teilabschnitten des Grünen Bands entlang der Oos zur Verfügung. Der rund fünf Hektar große Wörthböschelpark war vor 40 Jahren im Jahr 1981 als Begleitprojekt zur Landesgartenschau Baden-Baden teilweise auf alten Kohlelagerflächen als großzügiger Wiesenpark mit einzelnen Wegen und Baumgruppen entstanden.

Ziel ist es nun, den Wörthböschelpark zur zentralen grünen Mitte für alle Bürger zwischen Oos, der Cité und der Weststadt zu entwickeln. Schwerpunkte der Neugestaltungen im bestehenden Park sind der neue zentrale Indianer-Kinderspielplatz „Wilder Westen“, der Jugendbereich „Chillen und Grillen“ mit Pumptrack, der Fitnesspfad und die Spielwiese mit dem begleitenden neuen Fußweg parallel zur Grünen Einfahrt sowie Teilabschnitte des Grünen Bands entlang der Oos.

Indianer-Spielplatz am Nordrand

Der Entwurf für den Indianer-Spielplatz am Nordrand des Wörthböschelparks sieht Spielangebote mit einem Indianerdorf, einem Trockenbach mit Stegen und Kanus, einer Seilbahn, einer Röhrenrutsche und verschiedenen naturnahen Spielangeboten vor. Der obere Teil des im März 2020 in der Lichtentaler Allee abgebauten Mammutbaums soll als typisches Holz der Rocky Mountains in den Spielhügel des Indianer-Spielplatzes integriert werden.

Die Baumpflanzungen thematisieren den nordamerikanischen „Indian-Summer“. Entlang des Rindenmulchwegs, als Verbindung des Spielplatzes „Wilder Westen“ mit dem Grünen Band im Bereich Tausendfüßler, entstehen in zwei bandartig angeordneten Zonen Fitnessangebote im Sinne eines zeitgemäßen Outdoor-Sportangebots für alle Generationen mit vielfältigen Bewegungsabläufen.

Jugendbereich mit Grillplätzen

Der Jugendbereich wurde gemeinsam mit Vertretern der Baden-Badener Jugendinitiative entwickelt. Vorgesehen sind zwei Grillplätze, eine Streetball-Fläche und Chill-Möglichkeiten. In diesen Bereich soll auch die Pumptrack-Bahn als Ergänzung des Jugendbereichs integriert werden. Der auf Wunsch der Jugendlichen „Chillen und Grillen“ genannte Parkbereich steht vor allem auch tagsüber allen Generationen mit Picknicktischen und Liegen zur Verfügung.

Parallel zu dem gemeinsamen Fahrrad- und Fußweg der Grünen Einfahrt soll als Zusatzangebot ein reiner Fußweg mit einer wassergebundenen Wegedecke zur Erschließung des Spielplatzes mit der Spielwiese neu angelegt werden. Er wird von einem lockeren Baumhain begleitet, in dem nordamerikanische Gehölze des „Indian Summer“ gepflanzt werden. Die zentrale Spielwiese wird als offene Fläche erhalten und mit zwei Bolzplatztoren ausgestattet.

Neue Wegetrasse des Grünen Bands

Der Bauabschnitt des Grünen Bands im Bereich der Senioren-Residenz wird mit dem dortigen Investor gemeinsam errichtet. Im Bereich der Wörthstraße entsteht die neue Wegetrasse des Grünen Bands entlang der Oos nach der durch das Fachgebiet Tiefbau erfolgten Sanierung der Oosufermauer im Bereich der GSE-Wohngebäude und der Reihenhäuser Wörthstraße. Die Planungen wurden vom Büro SETUP aus Karlsruhe gemeinsam mit dem Fachgebiet Park und Garten erstellt. Die Ausführung erfolgt durch die Firma König Garten- und Landschaftsbau aus Lichtenau.

Die Bauzeit beträgt voraussichtlich sieben Monate. Während der Bauzeit müssen einzelne Wege im Park gesperrt werden. Die Gesamtzugänglichkeit des Wörthböschelparks bleibt aber auch während der Bauphase möglich. Das Fachgebiet Park und Garten bittet, die ausgewiesenen Absperrungen zu beachten.

Sondierungsmaßnahmen wegen Fliegerbomben

Im Zuge der Arbeiten erfolgen zudem Sondierungsmaßnahmen zum Auffinden während des Zweiten Weltkrieges abgeworfener Fliegerbomben. Über dem Wörthböschelpark wurden während des Zweiten Weltkriegs Fliegerbomben abgeworfen. Dies wird durch Luftbilder, auf denen mehrere Bombentrichter zu sehen sind, belegt. In den 1970er und 1990er Jahren wurden im Wörthböschel bereits mehrere Bomben bei Grabungsarbeiten gefunden und durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.

Aktuell wurden nun vier Stellen geortet, bei denen nicht detonierte Bomben vermutet werden könnten. Deshalb ist nun eine Spezialfirma beauftragt worden, in der ersten Maiwoche im Wörthböschelpark Grabungen vorzunehmen. Sollten dabei Blindgänger festgestellt werden, erfolgt die Entschärfung am Sonntag, den 9. Mai.

Im Vorfeld werden durch den Fachbereich Ordnung und Sicherheit gemeinsam mit der Polizei und den Hilfsorganisationen Maßnahmen für den Fall geplant, dass tatsächlich Blindgänger gefunden werden. Hierzu gehören insbesondere die Evakuierung der betroffenen Bevölkerung, Straßensperrungen und Umleitungen. Die Stadtverwaltung wird zu gegebener Zeit weitere Informationen zum aktuellen Sachstand veröffentlichen.