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Gruppenbild mit Abstand im Stadtmuseum: Kurt Hochstuhl, Angelika Schindler, Heike Kronenwett, Margret Mergen und Dagmar Rumpf bei der Vorstellung der Ausstellung im Stadtmuseum (von links).
Kurt Hochstuhl, Angelika Schindler, Heike Kronenwett, Margret Mergen und Dagmar Rumpf bei der Vorstellung der Ausstellung im Stadtmuseum (von links).

Ausstellung „Gurs 1940“ und virtuelles Gedenkbuch vorgestellt

Baden-Baden (27.04.2021). Am vergangenen Freitag (23. April) wurde im Stadtmuseum die Ausstellung „Gurs 1940“ vorgestellt. Die Ausstellung thematisiert die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Südwestdeutschland nach Südfrankreich vor über 80 Jahren. Mit der Präsentation ging zudem das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden-Baden online.

In zahlreichen südwestdeutschen Orten gleichzeitig

Bei einem Pressegespräch im Museum stellte Oberbürgermeisterin Margret Mergen gemeinsam mit Heike Kronenwett und Dagmar Rumpf vom Stadtmuseum/-archiv sowie Angelika Schindler vom Arbeitskreis Stolpersteine und Kurt Hochstuhl die Ausstellung und das Buchprojekt vor. Die von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gestaltete Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ursprünglich sollte die Ausstellung am 22. Oktober 2020 sowohl in Berlin als auch an zahlreichen südwestdeutschen Orten gleichzeitig eröffnet werden.

Corona bedingt musste allerdings alles verschoben werden. Am 7. April startete die Ausstellung dann mit einer virtuellen Eröffnung in der französischen Botschaft in Berlin. Seither ist sie unter www.gurs1940.de online zu besuchen. Auch in Baden-Baden konnte die Ausstellung bisher nicht eröffnet werden. Das Museumsteam hofft allerdings, sobald es möglich ist, Besucher in der Ausstellung begrüßen zu dürfen. Ergänzt wird die Ausstellung im Stadtmuseum durch einen lokalen Teil. Auf der von den Nationalsozialisten erstellten offiziellen Liste der aus Baden-Baden nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden sind die Namen von 116 Frauen, Männern und Kindern verzeichnet. Ihr Schicksal und ihre Lebenswege werden exemplarisch nachgezeichnet.

Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus

Im Rahmen der Ausstellung ging außerdem das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden-Baden online. Es ist unter https://gedenkbuch.baden-baden.de/ zu finden. Das von Kurt Hochstuhl initiierte und gemeinsam mit dem Stadtmuseum/-archiv maßgeblich getragene Projekt ist über 800 Männern, Frauen und Kindern gewidmet, die in Baden-Baden geboren wurden oder gewohnt haben und während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufgrund ihres Glaubens, ihrer Überzeugungen, ihrer Herkunft oder einer Erkrankung ausgegrenzt, gedemütigt, verfolgt und in vielen Fällen ermordet wurden.

An der Realisierung war zudem der Arbeitskreis Stolpersteine beteiligt. Der Arbeitskreis leistet einen wichtigen Beitrag in der Gedenkarbeit in Baden-Baden. Er organisiert nicht nur seit vielen Jahren die Verlegung von Stolpersteinen, sondern lässt mit den Recherchen zu den Biografien der Opfer deren Leben sichtbar werden. Diese Texte sind ebenfalls in das Gedenkbuch eingeflossen.