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Arrangements verschiedener Gegenstände mit Schaufensterpuppe.
©Stadtbibliothek Baden-Baden

Buchtipp Juni: Tante Martl

Baden-Baden. Unser Buch des Monats Juni: „Tante Martl“ ein Roman von Ursula März.

Tante Martl hat ihren Vater schon bei der Geburt enttäuscht, denn sie ist seine dritte Tochter und hätte doch endlich ein Martin sein sollen. Wie es kommt, dass sie ihn bis ans Ende seines Lebens stützt und versorgt und dabei doch eigenständig bleibt, erzählt dieser Roman aus der Perspektive ihrer Nichte. Es ist die berührende Geschichte einer selbstlosen und eigensinnigen Frau und zugleich das Portrait einer ganzen Generation.

Der Roman von Ursula März

„Tante Martl“ ist die Patentante der Autorin, auf sie kann sie immer zählen. „Mit einem langgezogenen Stöhnen beginnt sie die Telefonate mit dem Patenkind Ursi.“ Die Tragik ihres Lebens ist und bleibt bis zum Ende, die immer wieder bei Familienfesten erzählte Anekdote, dass der Vater sie nach ihrer Geburt als Martin beim Standesamt angemeldet hatte. Dazwischen beschreibt die Autorin sehr liebevoll die Geschichte einer eigenständigen Frau, geboren Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, die als Lehrerin arbeitet, ein eigenes Konto besitzt, den Führerschein macht und ein Auto fährt. „Tante Martl“ unternimmt viele Bildungsreisen und bleibt doch immer im Elternhaus in ihrer Heimatstadt Zweibrücken wohnen. Der Roman schildert aber auch das berührende Leben einer Frau der Kriegs- und Nachkriegsgeneration, man wundert sich über ihre Selbstlosigkeit innerhalb der Familie, und wartet dann mit der ein oder anderen Überraschung am Ende des Lebens von Tante Martl auf.

Ein Buchtipp von Michaela Fund-Besserer.
Das Buch ist hier in unserem Online-Katalog verzeichnet.