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Bildschirmaufnahme der Teilnehmenden am ersten digitalen Runden Tisch für Menschen mit Behinderungen
Die Teilnehmenden am ersten digitalen Runden Tisch für Menschen mit Behinderungen befassten sich mit inklusivem und barrierefreiem Wohnen in Baden-Baden.

Engagierte Diskussionen beim ersten digitalen Runden Tisch für Menschen mit Behinderungen

Baden-Baden (03.05.2021). Der erstmals als digitale Veranstaltung abgehaltene Runde Tisch für Menschen mit Behinderungen in der letzten Woche (Mittwoch, 28. April) lebte von den engagierten Wortbeiträgen der Teilnehmenden. So brachte es die städtische Behindertenbeauftragte und Organisatorin des Treffens, Nora Welsch, auf den Punkt. Das übergeordnete Thema des 10. Runden Tisches lautete: „Wohnst du noch oder lebst du schon? Inklusion und Barrierefreiheit auf dem Wohnungsmarkt in Baden-Baden“.

Mehr barrierefreier Wohnraum benötigt

„Regelmäßig melden sich Bürger aus Baden-Baden bei mir, die ihre Wohnung kaum noch verlassen können, weil sie nicht entsprechend angepasst ist. Wir brauchen mehr barrierefreien Wohnraum“, appellierte Nora Welsch bereits zu Beginn des Runden Tisches an die digital Anwesenden. So gebe es zwar schon mehr Bewusstsein und Bemühungen, in Baden-Baden barrierefrei zu bauen, das Thema sei präsenter, „eine wirkliche Wahlfreiheit, wo und wie Menschen mit Behinderungen leben wollen, hätten diese Personen aufgrund mangelnder Optionen aber immer noch nicht“.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen fügte hinzu, dass auch an die Senioren mit Einschränkungen gedacht werden müsse, die keine offizielle Behinderung hätten und trotzdem barrierearme Wohnungen benötigten. Thomas Walter von der Wohnberatung des städtischen Pflegestützpunkts veranschaulichte, wie Ehrenamtliche Menschen zu Hause kostenfrei zu einer barrierefreien Anpassung ihrer Wohnung beraten.

Bauprojekte mit barrierefreiem Wohnraum in Baden-Baden

Die vielfältigen Überlegungen hinsichtlich des inklusiven Zusammenlebens im bereits fertiggestellten Bauprojekt im Ooswinkel präsentierte Ulrike Verspohl, Geschäftsführerin der Baugenossenschaft Baden-Baden eG. Aktuelle Mieter mit Behinderung bekräftigten, so Verspohl, wie wichtig diese barrierefreien Wohnungen für deren individuelle Lebensführung und Lebensqualität seien. Eine rollstuhlgerechte Vier-Zimmer-Wohnung sei derzeit noch an Menschen mit Einschränkungen zu vermieten.

Außerdem berichtete Alexander Wieland, Geschäftsführer der GSE Baden-Baden, von den 14 barrierefreien Wohnungen, davon acht rollstuhlgerecht, die in der Ufgaustraße gemeinsam mit der Baugenossenschaft Familienheim gebaut werden und wie die Planungen für den Neubau in der Murgstraße aussehen. Auch sei ein Bestandsgebäude von der GSE mit Aufzug nachgerüstet worden.

Wohnen für junge Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

Neben den engagierten Diskussionen der Teilnehmenden wurde auch das Thema Wohnen für junge Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ausführlich diskutiert. Frau Ritter und Frank Röber gaben einen privaten Einblick in ihr Leben und die Wohnwünsche ihrer erwachsenen Kinder mit Behinderung. Man war sich einig, dass auch junge Menschen mit starker Beeinträchtigung die Möglichkeiten haben müssen, von Zuhause auszuziehen.

Hintergrund

Der Runde Tisch für Menschen mit Behinderungen trifft sich zweimal jährlich und wurde kürzlich neu ausgerichtet. Einmal im Jahr kommen nun ausschließlich Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Vertreter der Stadtverwaltung zusammen, das zweite Mal im Jahr vernetzt sich die Stadtverwaltung mit Vertretern von Behindertenorganisationen. Der gemeinsame Einsatz für mehr Inklusion steht im Zentrum der Veranstaltung. Der nächste Runde Tisch dieser Art wird in etwa einem halben Jahr mit den Vertretern der Behindertenorganisationen stattfinden. Hierüber wird rechtzeitig informiert.