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Links Motorradfahrer, rechts ein Wald im Nebel. Dazwischen ein Blitz.
© Schwarzwaldverein

Erfolgreiche Online-Konferenz Waldesruh' vs. Motorenlärm

Baden-Baden (10.05.2021). Die Lärmbelastung durch den motorisierten Ausflugsverkehr insbesondere in den landschaftlich reizvollen Mittelgebirgslandschaften mit ihren kurvenreichen Straßenführungen bildet ein immer drängender werdendes Problem. Der Initiative Motorradlärm der Landesregierung von Baden-Württemberg sind mittlerweile etwa 160 Gebietskörperschaften – darunter fast der gesamte Schwarzwald – beigetreten.

Im Rahmen einer Online-Konferenz wurde kürzlich mit reger Beteiligung der etwa 200 Teilnehmenden über den Stand der Dinge berichtet und Lösungswege aufgezeigt. Eingeladen hatte die Umweltakademie des Landes gemeinsam mit beiden Naturparken im Schwarzwald, dem Nationalpark, dem Biosphärengebiet, dem Schwarzwaldverein und dem Naturschutzzentrum Südschwarzwald.

Welten prallen aufeinander

Im Schwarzwald prallen sie besonders häufig aufeinander, die Welt der Anwohner sowie Naturfans auf der einen Seite und die Welt der Motorradfahrenden und Auto-Poser auf der anderen. Die Einen suchen die Waldesruhe, freuen sich über das Vogelgezwitscher im eigenen Garten oder suchen Erholung bei einer Wanderung, die Anderen lieben die rasante Fahrt über die kurvenreichen Strecken durch die reizvolle Landschaft, verbreiten dabei aber eine Schallwelle um sich herum, der man sich nicht entziehen kann.

Doch wo endet die Freiheit der Einen und beginnt die Unversehrtheit der Anderen? Warum darf man am Sonntag, diesem Tag, der doch der Erholung dienen soll, zwar nicht seinen Rasen mähen, muss aber den Lärm mancher Motorräder oder auch Autos ertragen?

Dass es nicht nur um vereinzelte „schwarze Schafe“ geht, gestehen viele Motorradfahrende selbst ein: „Das ist kein Lärm, sondern Sound, und der gehört dazu – egal wie laut!“, sagen 42 Prozent der Biker – und sind dabei durch den Helm doch recht effektiv gegen den „Sound“ der eigenen Maschine abgeschirmt. Doch Lärm kann krank machen, Stress hervorrufen und den Aufenthalt im Freien verleiden.

Besondere Situation Baden-Badens als Start- oder Endpunkt

Neben Statements der teilnehmenden Vertreter schilderte Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die auch stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord ist, die besondere Situation Baden-Badens als Start- oder Endpunkt der Schwarzwaldhochstraße.

Die Zahl der Motorräder, aber auch der lauten Autos habe in den letzten Jahren sehr zugenommen, zugleich aber auch die Zahl derjenigen, die sich selbst beim Fahren auf anspruchsvollen Streckenabschnitten filmten, um zu „posen“, und sich zudem gegenseitig vor Kontrollen warnten. Sie warb für gemäßigtes, „leise schnurrendes“ Motorradfahren, denn das mache unheimlich viel Freude, insbesondere forderte sie aber auch ein verstärktes Engagement der Herstellerfirmen, der politischen Ebene des Landtags sowie der Städte und Gemeindetage ein.

Weitere Informationen

Am Ende der Online-Konferenz brachte Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, die Diskussionen zusammenfassend auf den Punkt: „Der Schwarzwald braucht sowohl für Anwohner als auch für Naturfans wieder Orte der Stille. Orte, an denen man in der vielfältig geschützten Landschaft des Schwarzwalds tatsächlich nur die Natur hören kann. Dazu braucht es weitere politische Arbeit, aber es braucht auch die Rücksichtnahme einzelner auf alle anderen. Man werde am Thema dranbleiben!“