Pressearchiv

Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdientes haben ihre Arbeit getan, die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft.
Foto: "ARTIS, Uli Deck“. Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdientes haben ihre Arbeit getan, die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft. Am kommenden Sonntag wird es in Baden-Baden ähnliche Bilder geben.

Wie arbeitet eigentlich der Kampfmittelbeseitigungsdienst?

Baden-Baden (06.05.21). Einer nicht ganz ungefährlichen Arbeit geht Mathias Peterle nach. Seine Aufgabe ist das Bombenentschärfen beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD). Mitarbeiter des in Stuttgart stationierten Teams nehmen am kommenden Sonntag die Entschärfungen der nicht explodierten Weltkriegs-Fliegerbomben im Wörthböschelpark vor.

Kampfmittelbeseitigungen im gesamten Bundesland

„Die Kampfmittelsuche gehört zu unserer täglichen Arbeit, ebenso das Freilegen der Bomben“, informiert Peterle. Und er berichtet weiter: „Ab einem Gewicht von 50 Kilogramm machen wir die Bomben vor Ort unschädlich. Das heißt, wir entfernen den Zünder am Kopf der Bombe. Das klappt auch nach all den Jahren fast immer. Nur in extrem seltenen Fällen müssen wir die Bombe sprengen. In Baden-Baden übernimmt das Freilegen der Fliegerbomben eine spezielle Kampfmittelräumfirma, das Entschärfen übernehmen wir.“

33 Mitarbeiter arbeiten derzeit beim KMBD, der dem Stuttgarter Regierungspräsidium unterstellt ist und die Kampfmittelbeseitigungen im gesamten Land Baden-Württemberg vornimmt. 23 Mitarbeiter sind im Außendienst, zehn Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale in der Verwaltung oder innerhalb der Luftbildauswertung.

Arbeit immer unter höchster Konzentration

„Der Kampfmittelräumer ist alles andere als ein klassischer Lehrberuf,“ erklärt Peterle. „Entweder bringen die Mitarbeiter militärische Vorkenntnisse aus dem Dienst bei der Bundeswehr mit oder lernen all das, was ein Entschärfer braucht, auf der Dienststelle in einem speziellen neun bis zwölfwöchigen Lehrgang. Ganz wichtig ist für uns Kampfmittelbeseitiger, dass das Entschärfen nie zur Routine werden darf. Die Arbeit hat immer unter höchster Konzentration zu erfolgen.“  

Einige Zahlen zum Hintergrund: Dem KMBD Baden-Württemberg wurden im Jahr 2020 von der Polizei und anderen Behörden im Land 961 Munitionsfunde (2019: 862) gemeldet. Die geborgene Munition hatte ein Gesamtgewicht von 24.700 Kilogramm (2019: 41.195 Kilogramm). Unter den Funden befanden sich 14 Bomben (2019: 16) mit einem Gewicht von 50 Kilogramm oder mehr. Insgesamt suchte der KMBD im Jahr 2020 Flächen von rund 83.900 Quadratmeter nach Kampfmitteln ab, um eine Bebauung zu ermöglichen. Das entspricht der Größe von etwa zwölf Fußballfeldern.

Hintergrund

Bei der Luftbildauswertung des KMBD gingen im vergangenen Jahr 1.540 Anträge von Bauherren, Baufirmen, Ingenieurbüros und Kommunen ein (2019: 1.503). Hierfür stehen den Mitarbeitenden über 110.000 Luftaufnahmen der alliierten Streitkräfte zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Im Zweiten Weltkrieg fielen rund 1,35 Millionen Tonnen Abwurfmunition auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reiches. Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition. Hiervon detonierten etwa 10 bis 15 Prozent nicht, sodass noch etliche Bombenblindgänger in Baden-Württembergs Böden zu vermuten sind.