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Erster Bürgermeister Alexander Uhlig (links) zusammen mit Projektbeteiligten und Mitgliedern der DIG: Stefan Lutz-Bachmann, Patric Lainé, Christine Schmidt, Barbara Hoffs, Joachim Knöpfel, Irina Grinberg und Petra Heuber-Sänger stehen vor dem beklebten Bus
Die Buslinie 201 der städtischen Verkehrsbetriebe mit der Aufschrift „Schalom Baden-Baden“ wird das nächste halbe Jahr zum Stadtbild gehören. Erster Bürgermeister Alexander Uhlig (links) stellte diesen zusammen mit Projektbeteiligten und Mitgliedern der DIG vor: Stefan Lutz-Bachmann, Patric Lainé, Christine Schmidt, Barbara Hoffs, Joachim Knöpfel, Irina Grinberg und Petra Heuber-Sänger.

Bus "Schalom Baden-Baden" fährt zum Jubiläum

Baden-Baden (02.06.2021). In diesem Jahr wird sowohl das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ als auch „130 Jahre Israelische Kultusgemeinde in Baden-Baden“ gefeiert. Aus diesem Grund fährt ab sofort für ein halbes Jahr auf der Tallinie ein Gelenkbus der Stadtwerke mit der Aufschrift „Schalom Baden-Baden“. Ideengeberin für die Aktion ist Barbara Hoffs, Ehrenvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Baden-Baden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. (DIG). Die Umsetzung der Busgestaltung erfolgte federführend durch Petra Heuber-Sänger vom städtischen Kulturbüro in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken.

Bei einem Pressegespräch stellten Erster Bürgermeister Alexander Uhlig, Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Oehler, Barbara Hoffs, Irina Grinberg, Assistentin des Vorstands und Vertreterin der jüdischen Gemeinde, sowie Petra Heuber-Sänger vom städtischen Kulturbüro den Bus mit der neuen Aufschrift vor. „Der heutige Termin hat eine tiefergehende Bedeutung. Er zeigt, dass es wichtig ist, auch in Baden-Baden ein Zeichen zu setzen, dass das Judentum zu unserer Gesellschaft gehört und auch nicht wegzudenken ist. Der Bus signalisiert die Verbundenheit mit unseren jüdischen Mitbürgern“, erklärte Uhlig.

Schalom Bus an einer Bushaltestelle
Schlom Bus auf dem Leopoldsplatz

Baden-Baden verbunden jüdischen Menschen auf der ganzen Welt

Auf Grund der aktuellen Pandemielage konnten in diesem Festjahr bislang keine großen Veranstaltungen durchgeführt werden, vieles war nur in digitalen Formaten möglich. Einige Aktionen zogen trotzdem große Aufmerksamkeit auf sich, wie beispielsweise eine Straßenbahn in Köln mit der Aufschrift „Schalömchen Köln“. Barbara Hoffs griff diese Idee auf und machte den Vorschlag, einen Bus der städtischen Verkehrsbetriebe mit der Aufschrift „Schalom Baden-Baden“ bedrucken zu lassen. Sie betonte: „Mit diesem Bus können wir auch in der Corona-Zeit ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass Baden-Baden verbunden ist mit allen jüdischen Menschen auf der ganzen Welt“.

Irina Grinberg hob insbesondere die Bedeutung des Begriffs „Schalom“ hervor, als sie ein Grußwort von Rabbiner Naftoly Surovtsev verlas: „Schalom bedeutet zunächst Unversehrtheit und Heil. Doch mit dem Begriff ist nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe, und er ist eine der verbreitetsten Grußformeln in Israel.“ „Der Bus wird nun für ein halbes Jahr auf der Linie 201 fahren. Dies ist die längste Strecke im Stadtgebiet, von Oberbeuern bis zum Bahnhof in Baden-Baden und wieder zurück“, erläuterte Helmut Oehler weitere Details. „Dadurch ist er in der Stadt stets sichtbar und präsent.“

Jüdisches Leben gehört zu Baden-Baden

Dass die ersten Informationen über diese Aktion zeitlich mit der Eskalation in Nahost zusammentrafen, war ein Zufall. Die Umsetzung mit der Gestaltung des Layouts sowie die Vertragsausfertigung brauchten sehr viel Vorbereitungszeit. „Doch umso wichtiger ist es, dass wir gerade jetzt unsere Verbundenheit mit allen jüdischen Mitbürgern zum Ausdruck zu bringen und ein klares Statement abgeben, dass jüdisches Leben im Alltag zu Baden-Baden gehört“, so Petra Heuber-Sänger, die abschließend nochmals die Meinung der Anwesenden so zusammenfasste: „Mit dem Einsatz des Linienbusses soll eine große Sichtbarkeit im ganzen Stadtgebiet erreicht und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und für ein respektvolles, friedliches Miteinander in der Stadt gesetzt werden.“