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Reinhard Walter von der Kriminalprävention Rastatt spricht vor den Schülern der Klasse 8c.
(c) Felix Kamm Reinhard Walter von der Kriminalprävention Rastatt erklärt den Schülern der Klasse 8c den richtigen Umgang mit Medien.

Medienprävention am RWG

Baden-Baden (06.07.2021). Es ist eine Binsenweisheit, dass uns das Internet vieles erleichtert und gerade während der Corona-Pandemie überhaupt erst ermöglichte. Keine Binsenweisheit ist es allerdings, dass die Gefahren im Netz vielfältig sind: angefangen von kleinen Betrügereien bis hin zu Fake-News, Urheberrechtsverletzungen, Schmutzkampagnen, Cybermobbing. Besonders besorgniserregend ist das Beispiel, das der jüngst erschienene Dokumentarfilm „Gefangen im Netz" beleuchtet:

Der Film zeigt, wie sich erwachsene Schauspielerinnen im Netz als Minderjährige ausgeben und von unzähligen Männern sexuell belästigt werden. Angesichts dessen möchte man wohl Kinder und Jugendliche am liebsten ganz vor diesen Gefahren bewahren, aber dies ist wohl kaum umzusetzen. Vielmehr müssen die Heranwachsenden über Gefahren aufgeklärt werden und auf die Herausforderungen des Internets vorbereitet werden.

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(c) Felix Kamm

Über die Gefahren des Internets aufklären

Schon seit vielen Jahren gibt es daher am Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) ein gut durchdachtes Medienpräventionskonzept, das von Lehrer Raoul Pabst organisiert und betreut wird. Aufgrund der Corona-Pandemie musste im letzten Jahr ein Besuch von der Kriminalprävention der Polizei ausgesetzt werden. Dafür läuft nun vom 29. Juni bis 7. Juli gleich in mehreren Klassenstufen des RWG eine Großoffensive von Reinhard Walter von der Kriminalprävention Rastatt. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von seinen Kolleginnen Kriminalhauptkommissarin Sonja Hoffmann und Polizeiobermeisterin Tanja Schmidt.

Das Dreierteam besucht somit im Parallelgang alle Klassen 5 bis 8 des RWG im Unterricht, um über die Gefahren des Internets aufzuklären. Anhand von konkreten Fällen aus ihrem Berufsleben veranschaulichen die Beamten den Schülerinnen und Schülern aktuelle und akute auftretende Probleme der Mediennutzung. Der Fokus der Aufklärungsveranstaltung liegt dabei auf der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungsansätzen, um so gemeinsam mit den Lernenden Handlungsalternativen zu erarbeiten.

Medienprävention wird von Jahr zu Jahr relevanter

„Medienprävention war natürlich schon vor Corona ein wichtiges Thema, und wurde von Jahr zu Jahr noch relevanter. Durch den Heimunterricht ist die Onlinezeit extrem gestiegen, dementsprechend war es notwendig, das Programm im Vergleich zu den Vorjahren anzupassen“, erklärt Raoul Pabst. Die Klassen 5 bis 8 erhalten somit ein zweistündiges Programm, das auf die besonderen Anforderungen der entsprechenden Altersstufe abgestimmt wird.

Themen sind dabei unter anderem Hate-Speech, Courage im Netz zeigen, Cybermobbing, Medienrecht und leider auch verstärkt Kinderpornographie. Den Abschluss der Medienoffensive bildet schließlich ein Elternabend, der am Donnerstag, 8. Juli, online stattfinden wird. Denn ohne die Mitwirkung der Erziehenden ist jegliches Bemühen an der Schulfront wenig siegbringend.