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Erster Landesbeamter Dr. Jörg Peters und OB Margret Mergen (vorne) sowie Vertreter der Feuerwehr eröffnen die neue gemeinsame Atemschutzübungsanlage.
Erster Landesbeamter Dr. Jörg Peters und OB Margret Mergen (vorne) sowie Vertreter der Feuerwehr eröffnen die neue gemeinsame Atemschutzübungsanlage.

Inbetriebnahme der gemeinsamen Atemschutzübungsanlage „Im Heitzenacker“

Baden-Baden (05.10.2021). Oberbürgermeisterin Magret Mergen hat zusammen mit dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Rastatt, Dr. Jörg Peter, und Vertretern der Feuerwehr sowie von Gemeinderat und Kreistag die gemeinsame Atemschutzübungsanlage des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden am vergangenen Freitag (1. Oktober) am Standort „Im Heitzenacker“ offiziell in Betrieb genommen.

OB Margret Mergen (links) begrüßte die Gäste bei der offiziellen Inbetriebnahme der gemeinsamen Atemschutzübungsanlage „Im Heitzenacker“.Bild vergrößern
OB Margret Mergen (links) begrüßte die Gäste bei der offiziellen Inbetriebnahme der gemeinsamen Atemschutzübungsanlage „Im Heitzenacker“.

Dank an alle Beteiligten

Mergens umfassender Dank für die „sehr gute und stets zielorientierte Zusammenarbeit“ galt allen Beteiligten, die sich für die Realisierung dieses gemeinsamen Projekts eingesetzt haben. Die OB warb bei der Gelegenheit auch für den Feuerwehrberuf sowie für das Engagement in Reihen der Freiwilligen Feuerwehr und betonte: „Wir haben erst vor kurzem gesehen, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist, etwa beim Brand im „Badischen Hof“ oder bei der Flutkatastrophe im Ahrtal“.

Auch Dr. Jörg Peter freute sich über die Inbetriebnahme der gemeinsamen Atemschutzübungsanlage: „Dank einer großartigen Kooperation aller Beteiligter von Land- und Stadtkreis ist eine moderne und wirtschaftliche Anlage entstanden, haben wir wieder einen Meilenstein der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erreicht. Damit wird die Feuerwehr bei der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgabe gestärkt.“

Auch Bezirksbrandmeister Jürgen Link war von der neuen Einrichtung begeistert und lobte die „gute umweltpolitische Entscheidung für einen gemeinsamen Standort“. Schließlich seien Atemschutzlehrgänge und die dabei zu absolvierenden Belastungsproben für die vielfältigen Einsätze der Feuerwehrmänner und -frauen unerlässlich, um im Brand- und Katastropenfall effektiv und zielorientiert arbeiten zu können.

Führungen durch die Atemschutzübungsanlage

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl an der Eröffnungsfeier gab es im Anschluss an den offiziellen Teil Führungen durch das gesamte Haus in kleineren Gruppen. Dabei erfuhren die Gäste hautnah, unter welch extremen Bedingungen die Feuerwehrleute ihre Arbeit zu verrichten haben und warum diese neue Atemschutzanlage so wichtig ist: In spezieller Dienstkleidung, mit Pressluftflasche auf dem Rücken, alles gut 50 Kilogramm schwer, haben die Teilnehmer dieser Lehrgänge Übungen an sechs Sportgeräten zu absolvieren, müssen durch einen rund 60 Kilometer langen „Käfig“ robben und alle möglichen Hindernisse überwinden.

„Das ist Schwerstarbeit unter ganz extremen Bedingungen“, bemerkte Martin Buschert, der Leiter der kurstädtischen Feuerwehr. „Solche Einsätze unter Atemschutz gehören zu den gefährlichsten Einsätzen im Dienst“. Dass mit der Einrichtung der gemeinsamen Atemschutzübungsanlage nun nach der gemeinsamen Integrierten Leitstelle das zweite gemeinsame Großprojekt von Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden im Feuerwehrbereich so erfolgreich realisiert werden konnte, freut Martin Buschert „ganz besonders“. Die gesamte Führung, auch durch die verschiedenen Sanitär- und Schulungsräume, hinterließ bei allen teilnehmenden Gästen einen bleibenden Eindruck.

Teilnehmer der Gruppenführung stehen an einem Tisch und lassen sich von einem Feuerwehrmann informieren.
Zwei Feuerwehrmänner in Atemschutzkleidung
Ein Feuerwehrmann in Atemschutzkleidung zieht an einer Rolle. Dahinter schauen die Teilnehmer der Gruppenführung zu.
Ein Feuerwehrmann in Atemschutzkleidung klettert eine Treppe hoch. Dahinter schauen die Teilnehmer der Gruppenführung zu.
Ein Feuerwehrmann in Atemschutzkleidung auf einem Fahrradtrainer.
Ein Feuerwehrmann in Atemschutzkleidung klettert durch einen Käfig. Dahinter schauen die Teilnehmer der Gruppenführung zu.
Zwei Feuerwehrmänner in Atemschutzkleidung klettern durch Käfige.
Teilnehmer der Gruppenführung in einem verrauchten Raum.
Teilnehmer der Gruppenführung sowie Feuerwehrmänner stehen vor einer Garage mit abgemeldeten Fahrzeug darin
Margret Mergen steht neben Martin Buschert

Insgesamt zirka 1000 Atemschutzgeräteträger

Zahlen, Daten, Fakten zur neuen gemeinsamen Atemschutzübungsanlage von Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden: Jeder Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr muss einmal im Jahr eine sogenannte Belastungsübung in der Atemschutzanlage durchführen. Derzeit gibt es bei der Feuerwehr Baden-Baden etwa 200 und bei den Feuerwehren im Landkreis Rastatt zirka 800 Atemschutzgeräteträger. Jedes Jahr kommen knapp 100 neue Träger hinzu, welche in der Atemschutzübungsanlange (AÜA) ausgebildet werden.

Die bisherige Anlage des Landkreises Rastatt befand sich im Keller des Kuppenheimer Feuerwehrhauses. Da dieses aber zur Sanierung und Erweiterung vorgesehen ist, wurde eine Interimslösung für den Zeitraum des Umbaus gesucht. Die Atemschutzstrecke im Keller der Feuerwehr Baden-Baden fiel aufgrund ihrer begrenzten räumlichen Kapazitäten schnell aus den Überlegungen heraus. Zudem steht auch für diese Anlage in den nächsten Jahren ein Umbau auf dem Plan, sodass auch die Baden-Badener Feuerwehr eine Zwischenlösung benötigt hätte.

Gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet

Im Juli 2019 wurden gemeinsam, mögliche Lösungsansätze erarbeitet. Eine erste Option wäre die gemeinschaftliche Anlage im Kuppenheimer Feuerwehrhaus gewesen. Als zweites wurde die gemeinsame AÜA in der Feuerwache Baden-Baden vorgeschlagen, welche aber einen Umbau oder Neubau der gesamten Wache vorausgesetzt hätte. Die dritte Option war der Vorschlag einer gemeinsamen Atemschutzübungsanlage „Im Heitzenacker“. Nach Prüfung der Machbarkeit sowie dem Abwägen von Vor- und Nachteilen wurde schließlich der dritte Vorschlag umgesetzt.

Vor allem das Zusammenwachsen der Feuerwehren im Stadt- und Landkreis sowie die einheitliche Ausbildung über die „Grenzen“ der jeweiligen Gebiete hinweg, stellt mit unter den größten Vorteil der Gemeinschaftsanlage dar. Durch die neue räumliche Flexibilität, die Reduzierung doppelter Strukturen und die Bündelung von Kompetenzen können unter anderem auch die Wartezeiten bei der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger verkürzt werden, da nun der Ausbilderpool erweitert wurde. Die zentrale Lage und gute Anbindung bietet dem gesamten Stadt- und Landkreis flexiblere Lehrgangsplanungen durch die neuen externen Räumlichkeiten.

Vorhandene Bestandteile der beiden Anlagen weiterverwendet

Gute Lösung: Vorhandene Bestandteile der beiden Atemschutzübungsanlagen wurden weiterverwendet, um so die bestehenden Elemente nachhaltig zu nutzen und neue Kosten zu minimieren. Die Gesamtkosten der Anlage beliefen sich auf 700.000 Euro. Davon wurden 200.000 Euro vom Land übernommen.

Die restlichen Kosten werden nach der Anzahl der Atemschutzgeräteträger in den jeweiligen Feuerwehren aufgeschlüsselt. Der monetäre Anteil des Stadtkreises beträgt zirka 100.000 Euro, der des Landkreises zirka 400.000 Euro. Die Vorfinanzierung übernahm der Stadtkreis Baden-Baden, der die Rückzahlungen des Landkreises über die nächsten zehn Jahre erhält.

Rückbau des damaligen Bestandes

Im März 2021 begann der Rückbau des damaligen Bestandes im Gebäude „Im Heitzenacker“ durch Eigenleistung der Feuerwehren. Mit Rücksprache der Landesfeuerwehrschule und der Unfallkasse Baden-Württemberg fanden dann von April bis September die Aus- und Umbaumaßnahmen für die neue Atemschutzübungsanlage statt.

Die Bauleitung hatte die Firma Kloé – Architekten und Ingenieure. Bedingt durch Lieferengpässe sind einige Baumaßnahmen noch nicht vollständig abgeschlossen. Mit der offiziellen Inbetriebnahme der gemeinsamen AÜA beginnt nun auch die Testphase. Der erste Atemschutzgeräteträger-Lehrgang ist bereits für 29. Oktober vorgesehen.