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Modernisiertes Umspannwerk Oos offiziell in Betrieb genommen

Baden-Baden (27.04.2022). Netze BW und Stadtwerke Baden-Baden investieren fast neun Millionen Euro in die zukünftige Versorgungssicherheit in der Region Baden-Baden. Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde heute das modernisierte Umspannwerk an der Bauernfeldstraße 5 im Stadtteil Oos in Anwesenheit von Bürgermeister Alexander Uhlig, Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Oehler und Netze BW-Geschäftsführer Steffen Ringwald offiziell in Betrieb genommen.

Das Umspannwerk (UW) wird von den Stadtwerken Baden-Baden und der Netze BW gemeinschaftlich betrieben. Rund 8,7 Millionen Euro investierten sie nun, um den wichtigen Knotenpunkt für die zukünftigen Anforderungen zu wappnen.

Umspannwerk ist gut gerüstet für steigenden Strombedarf

„Das Thema Versorgungssicherheit hat auch in der öffentlichen Wahrnehmung in den letzten Wochen und Monaten einen neuen Stellenwert erfahren. Neben den aktuellen überregionalen Themen wird die regionale Stromverteilung mit neuen Anforderungen, die z.B. aus der fluktuierenden Einspeisung erneuerbarer Energien oder dem Ausbau der Elektromobilität resultieren, konfrontiert“, so Helmut Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Baden-Baden. „Das Netz wird mittlerweile deutlich höher beansprucht. Jetzt ist alles auf dem neuesten Stand der Technik und das Umspannwerk ist gut gerüstet für einen steigenden Strombedarf.“

„Die Netze BW macht ihre Verteilnetze in ganz Baden-Württemberg kontinuierlich fit für die Energiewende und für die zuverlässige Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien. Das gewinnt gerade vor der aktuellen politischen Situation zusätzlich an Bedeutung. Wir freuen uns, dass wir unser Know-how hier in Baden-Baden einbringen konnten, um gemeinsam mit den Stadtwerken das Umspannwerk als wichtiger Netzknoten in der Region zukunftssicher zu machen“, sagt Netze BW-Geschäftsführer Steffen Ringwald.

„Für die Region bedeutet diese Erweiterung eine langfristig noch höhere Versorgungssicherheit und somit ein Stück Zukunftssicherung“, so Erster Bürgermeister Alexander Uhlig.

Umbau erfolgte bei laufendem Betrieb

Zu den Aufgaben eines Netzbetreibers gehört nicht nur, dafür zu sorgen, dass Strom zuverlässig und effizient zum Verbraucher gelangt. Auch muss der Strom aus erneuerbaren Energien, der zunehmend dezentral eingespeist wird, sicher in die Netze aufgenommen werden können. Und in naher Zukunft ist mit einem weiteren Zuwachs an Einspeiseleistung zu rechnen, insbesondere durch den Ausbau der Windenergie. Aus diesem Grund waren die Erneuerung und Verstärkung des aus dem Jahr 1953 stammenden Umspannwerks dringend geboten.

Während des Umbaus, der bei laufendem Betrieb erfolgte, wurden Zufahrtsstraßen, die Infrastruktur und Teile der Betriebstechnik erneuert sowie ein neues Betriebsgebäude errichtet. Auf dem Gelände an der Bauernfeldstraße wurden die bisher freistehenden 110/20 kV-Transformatoren und die 110-kV-E-Spule aus Emissionsschutzgründen eingehaust und eine neue gasisolierte 110-kV-Schaltanlage als Innenraumanlage installiert. Auch die notwendige Steuerungs- und Schutztechnik sowie Schalt- und Datenübertragungsanlagen sind in dem neuen, kompakten Betriebsgebäude untergebracht.

Gestaltung der Außenanlagen

Bei der Gestaltung der Außenanlagen auf dem Gelände des Umspannwerks ist darauf Wert gelegt worden, eine möglichst naturnahe Fläche für die Artenvielfalt zu schaffen. So wurde auf rund 2.600 Quadratmeter speziell für die Region zusammengestelltes Saatgut ausgesät. Bis zur (fast) selbständigen Blumenwiese dauert es rund zwei Jahre. Am Ende steht über das gesamte Jahr hinweg ein reichhaltiges Angebot für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Bestäuber zur Verfügung. Mit 30 bis 60 Pflanzenarten pro Quadratmeter entstehen rund um die technischen Anlagen echte Hotspots der Biodiversität – bunte Oasen für die heimische Insektenwelt, die Nahrung, Schutz und Rückzugsraum.

Im Zuge der Baumaßnahme wurden auch die Schalt- und Datenübertragungsanlagen im Umspannwerk Waldseestraße auf den neuesten Stand gebracht.