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Eine wehende Ukrainische Flagge.

1700 ukrainische Flüchtlinge in Baden-Baden

Stadt, Schulen und Ehrenamtliche mit großem Engagement

Baden-Baden (01.06.2022). In einem Pressegespräch in der Steinbacher Flüchtlingsunterkunft in der Sommerstraße informierte Oberbürgermeisterin Margret Mergen, dass seit dem kriegerischen Einmarsch Putins in die Ukraine am 24. Februar bislang über 1700 ukrainische Flüchtlinge in der Stadt Obdach fanden. Unter den Flüchtlingen sind 576 Kinder und Jugendliche, davon 163 Kinder im Kita-Alter.

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Schon in der ersten Märzhälfte traf sich der „Runde Tisch Ukrainehilfe“, den Mergen initiierte. Darin tauschen sich Hilfsorganisationen, Unterstützende und Ehrenamtliche mit dem Rathaus aus, um schnell und zielgerichtet sinnvoll Hilfe zu leisten. „Wir hoffen, dass die Menschen bald wieder unter Frieden zurück in ihre Heimat reisen können,“ sagte Mergen. „Allerdings gibt es viele, die kein Dach mehr über dem Kopf haben, deren Arbeitsplatz zerstört ist und damit sicher noch über viele Monate hierbleiben und unsere Unterstützung brauchen. Ich würde mich freuen, viele Flüchtlinge in Arbeit zu integrieren.“ Mergen rief die Baden-Badenerinnen und Baden-Badener auf, weiter mit Spenden zu unterstützen, auch für die Tafel.

Baden-Baden hat die Quote übererfüllt

Bürgermeister Roland Kaiser bestätigte, dass die Stadt gerade in der Anfangsphase des Krieges stark von Flüchtlingen aus der Ukraine aufgesucht worden sei. 6,6 Millionen Menschen seien inzwischen aus der Ukraine geflüchtet. Sehr viele hätten in Polen Schutz gesucht, wo die Behörden an ihre Grenzen gekommen seien. Auch von dort kämen jetzt Menschen nach Baden-Baden. 900.000 Flüchtlinge seien inzwischen in Deutschland, davon rund 100.000 in Baden-Württemberg. Mit 1700 Flüchtlingen habe Baden-Baden prozentual auf die Einwohnerzahl umgelegt nach Stuttgart die meisten Flüchtlinge im Land aufgenommen und damit die Quote übererfüllt.

Kaiser betonte, dass bislang noch keine Turnhalle zur Flüchtlingsunterbringung geschlossen werden musste. Rund zwei Drittel der Flüchtlinge seien privat untergekommen. Große Herausforderungen hätten sich durch die nötigen und zu verabreichenden Schutzimpfungen ergeben, aber auch mit der Unterbringung von Schulkindern in den Schulen im Stadtkreis.

Erste Flüchtlinge bereits am Rosenmontag angekommen

Wie Ute Hasel, Leiterin des städtischen Fachgebiets Bürgerservice, berichtete, registrierte die Ausländerbehörde bereits am Rosenmontag erste Flüchtlinge, eine Familie, die gerade in Baden-Baden Verwandte besuchte und nicht mehr in ihre ostukrainische Heimat zurückreisen konnte.

Hasel: „In den nächsten Wochen bildeten sich täglich lange Schlangen vor der Ausländerbehörde in der Briegelackerstraße 21. Wir haben von morgens bis in den Abend hinein gearbeitet. Dankbar waren wir, dass uns aus der Verwaltung mehrere Kollegen kurzfristig verstärkten, sonst hätten wir diese Mammutaufgabe nicht bewältigen können. Aber auch ohne die ehrenamtlichen Helfer, die sich als Dolmetscherinnen und Dolmetscher zur Verfügung stellten, hätte es bei weitem nicht so gut funktioniert. Es kamen fast nur Frauen mit Kindern aus der Ukraine, kaum Männer.“

237 Kinder an Schulen im Stadtkreis aufgenommen

Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Bildung und Soziales, Iska Dürr, informierte über die Hilfen und Aufgaben, die ihre Behörde zu bewältigen hatte. Dürr bedankte sich für das große Entgegenkommen der Schulleitungen und der Lehrerschaft, Kinder aufzunehmen und trotz aller Schwierigkeiten zu unterrichten. „Nicht alle Kinder sind in den Schulen,“ sagt Dürr. „Nicht wenige nehmen von hier online am Fernunterricht in der Ukraine teil, die dies vorbildlich organisiert hat. Gut organisiert ist auch das vielfältige Angebot an Deutschsprachkursen in Baden-Baden.“ Von 437 Kindern und Jugendlichen im Schulalter sind 237 an Schulen im Stadtkreis aufgenommen.

Aus der Praxis in den Schulen berichtete Jasmin Lusch, Konrektorin an der Schule Steinbach. Neun ukrainische Kinder würden bereits in allen Klassenstufen unterrichtet: „Wir haben den Stundenplan etwas umgestaltet und bieten Deutschstunden für die Kinder an. Die Schüler sind bereits recht gut integriert, erstaunlich, wie schnell die Kinder unsere Sprache lernen. Allerdings gibt es auch traumatisierte Kinder, die sich verständlicherweise schwerer tun und besonders viel Aufmerksamkeit benötigen.“

Städtische Internetseiten bieten hilfreiche Informationen

Lob gab es für die städtischen Internetseiten, die hilfreiche Informationen für die Flüchtlinge kurzfristig unter www.baden-baden.de/ukrainehilfe veröffentlichte, neben Deutsch auch in ukrainischer Sprache und Schrift.

Jonas Sertl von der Stadtpressestelle unterstrich, dass nach den Coronaseiten und den Seiten zur OB-Wahl diese breitgefächerten Ukrainehilfe-Seiten am meisten aufgerufen worden seien. Derzeit weisen diese Spezialseiten bereits über 10.000 Klicks auf.