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Gruppenfoto im Ratssaal. OB SPäth steht in der Mitte.

Runder Tisch der Menschen mit Behinderung: Viele Hürden auf dem ersten Arbeitsmarkt

Baden-Baden (23.06.2022). Am 15. Juni hat sich der Runde Tisch der Menschen mit Behinderung im Rathaus getroffen und zu den Themen berufliche Inklusion und barrierefreier Arbeitsmarkt ausgetauscht. Oberbürgermeister Dietmar Späth nahm zum ersten Mal an der Veranstaltung teil und stellte sich den Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen vor.

Arbeitgeber müssen mehr tun

Der Runde Tisch kam erstmals seit der Corona-Pandemie nicht digital, sondern wieder vor Ort im Rathaus zusammen. Dort begrüßte der Oberbürgermeister die Teilnehmenden im Alten Ratssaal. OB Späth zeigte sich erfreut darüber, dass die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Baden-Baden so breit diskutiert und angegangen werden. Dabei schilderte er auch seine bisherigen Erfahrungen. So sei in Muggensturm, seinem vorherigen Wirkungsort, gerade erst ein blinder Mann neu eingestellt worden.

Dass Arbeitgeber mehr tun müssen, um Menschen mit Behinderungen als spezialisierte Fachkräfte und zuverlässige Mitarbeiter nicht zu verpassen, machte die Behindertenbeauftragte Nora Welsch deutlich, die zu der Veranstaltung eingeladen hatte: „Klar strukturierte Einstellungs-Prozesse, bauliche sowie digitale Barrierefreiheit oder einfach verständliche Feedback-Gespräche – Menschen mit Behinderungen als Arbeitnehmer in den Blick zu nehmen, hat Auswirkungen weit über diese Zielgruppe hinaus. Das Unternehmen wird schlicht besser und attraktiver.“

Jobsuche gleicht einem Hürdenlauf

Dass sich die Jobsuche für behinderte Menschen derzeit oft wie ein Hürdenlauf anfühlt, verdeutlichte Stefan Wilke, externer Referent der QuickStep GmbH. Braucht ein Mensch mit Einschränkung Assistenz, um seinen Arbeitsalltag zu gestalten, so könne von der Antragsstellung bis zur Entscheidung seitens der Behörden bis zu ein Jahr vergehen. Ein Jahr würde aber kaum ein Unternehmen auf einen Arbeitnehmer warten.

Daher gehe die QuickStep GmbH, die selbst eine Beschäftigungsquote bei Menschen mit Behinderungen von 93 Prozent habe, in solchen Fällen, wenn nötig, in Vorleistung. Aber auch auf Seiten der Menschen mit Behinderungen gebe es noch viel Unterstützungsbedarf. Diese seien es gewohnt defizitorientiert behandelt zu werden und es fehle daher immer wieder an Selbstbewusstsein für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche.

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Darüber hinaus kamen zahlreiche andere Themen, wie zum Beispiel die fehlende Durchlässigkeit zwischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung und dem ersten Arbeitsmarkt, zur Sprache. Die diverse Zusammensetzung des Runden Tisches der Menschen mit Behinderungen aus Oberbürgermeister, Behindertenbeauftragter, Stadtverwaltung und Menschen mit verschiedensten Behinderungen sowie ihrer Angehörigen zeigte sich dabei als besonders zielführend.

Der nächste Runde Tisch ist in etwa einem halben Jahr geplant. Für Fragen steht die Behindertenbeauftragte Nora Welsch per E-Mail an oder telefonisch unter 07221 93-2018 zur Verfügung.