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Von rechts: OB Dietmar Späth, Bürgermeister Roland Kaiser, Janis Grozinger (HPC AG), Ulrike Verspohl (Geschäftsführerin Baugenossenschaft Baden-Baden eG) und Lea Löffler (HPC AG) beim Vor-Ort-Termin im Ooswinkel.
Foto: Christiane Krause-Dimmock Von rechts: OB Dietmar Späth, Bürgermeister Roland Kaiser, Janis Grozinger (HPC AG), Ulrike Verspohl (Geschäftsführerin Baugenossenschaft Baden-Baden eG) und Lea Löffler (HPC AG) beim Vor-Ort-Termin im Ooswinkel.

Bodenprobenahme im Ooswinkel hat begonnen

Baden-Baden (19.07.2022). Die vorsorgliche Untersuchung des Bodens im Ooswinkel hat begonnen. In 27 Parzellen und auf 15 Kontrollflächen werden gegenwärtig Proben genommen. Diplom-Geoökologe Thomas Schöndorf und sein Team werden auf diese Weise ermitteln, wie hoch die Belastung mit PFC ist.

Anfangsverdacht aufgekommen

Vor einigen Wochen war es zu einem Anfangsverdacht gekommen. In den Jahren 2002 beziehungsweise 2004 war Boden ausgetauscht worden. Zum Einsatz kam hierbei wohl entsprechend belastetes Erdreich. „Natürlich hat man dieses Material damals vor dem Einbau gründlich untersucht“, erklärt Daniel Noyes von der Sachgebietsleitung Wasser, Boden, Luft, Klima des Fachgebiets Umwelt und Arbeitsschutz.

„Damals war PFC allerdings noch kein Thema.“ Vorsorglich hatten die Stadtwerke anlässlich des Bodenaustauschs sogenannte Rückstellproben gezogen und diese bis heute aufbewahrt. Als unlängst der Verdacht aufkam, dass man vor 20 Jahren Material eingebaut haben könnte, das bereits kontaminiert war, wurden augenblicklich Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Konzentrationen unter den Prüfwerten

„PFC ist eine vielfältige Stoffgruppe“, erläutert Noyes, dass einige Teile etwa wasserlöslich seien. Diese sind nach zwei Jahrzehnten vermutlich ausgewaschen. „Langkettige könnten allerdings noch vorhanden sein.“ In welchem Umfang dies tatsächlich der Fall ist, hänge von verschiedenen Faktoren ab wie etwa der erfolgten Vermischung mit Neumaterial, von der Bearbeitung sowie von der Durchlässigkeit.

„Wir rechnen aktuell nicht damit, dass der Boden nochmals ausgetauscht werden muss.“ Denn die vorab ermittelten Konzentrationen liegen weit unter den zulässigen Prüfwerten. Weil es hier jedoch um sogenannte Schutzgüter geht, wie der Gesetzgeber in einem solchen Fall Menschen aber auch Pflanzen nennt, ist besondere Vorsicht geboten. „Näheres können wir allerdings erst sagen, wenn uns die bewerteten Analysewerte vorliegen.“

15 sogenannte Kontrollflächen

Im Augenblick geht alles nach einem strikt festgelegten Plan. Im Beisein von Oberbürgermeister Dietmar Späth und Bürgermeister Roland Kaiser war das Fachbüro in den zurückliegenden Tagen bereits im Ooswinkel unterwegs. Die 27 Parzellen, deren Boden damals getauscht wurde, befinden sich mehrheitlich im Besitz der Baugenossenschaft. Lediglich zwei sind privat, eine weitere kommunal. Auf dem Probenplan stehen auch 15 sogenannte Kontrollflächen.

Sie grenzen an die betroffenen Grundstücke und werden – genau wie die anderen – vorsorglich mit durchschnittlich 15 Einstichen untersucht. „In rund vier Wochen rechnen wir mit den ersten Ergebnissen. Das ausgearbeitete Gutachten, dem man auch die Bewertungen entnehmen kann, wird vermutlich bis Anfang Oktober vorliegen“, kündigt Daniel Noyes an. Hierüber werden die Eigentümer unverzüglich unterrichtet.