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Handys und Co. – viel zu schade für ex und hopp

Baden-Baden (21.07.2022). Der Markt für Handys und Smartphones, aber auch für andere elektronische Geräte ist groß. In kürzester Zeit werden immer wieder neue Modelle entwickelt. Was gestern noch aktuell war, ist heute schon veraltet. Gleichzeitig wächst der Berg an Elektro- und Elektronikschrott. Vieles davon landet in Entwicklungsländern, wo Umwelt und Menschen extrem belastet und vergiftet werden.

Große Belastung für die Umwelt

Dem Verbraucher ist oft nicht bewusst, wie viele Ressourcen in Handys und Computer stecken und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. Ein Handy besteht aus bis zu 60 verschiedenen Materialien, davon 30 Metalle wie Kupfer, Gold, Silber, Lithium sowie Keramik und verschiedene Kunststoffe. Beim Abbau dieser Rohstoffe werden zusätzlich große Mengen Energie, Wasser und Landschaft verbraucht. Da der Abbau wertvoller Metalle teilweise in Krisengebieten stattfindet, kommt es dort oft zu schweren Menschenrechtsverletzungen.

Auch die Herstellung von Handys wird oft unter schlechten Arbeitsbedingungen in Schwellenländern durchgeführt. Mittlerweile versuchen Firmen, möglichst umweltschonende Handys herzustellen, indem sie transparente Lieferketten der Materialen aufbauen, Mineralien aus konfliktfreien, zertifizierten Minen verwenden und im Herstellungsprozess gute Arbeitsbedingungen und Umweltstandards gewährleisten.

Handys recyceln und Ressourcen sparen

Ein Mobilfunkgerät wird im Schnitt gerade mal zweieinhalb Jahre genutzt, bevor es im Müll oder der Schublade landet. 124 Millionen alte Handys verstauben schätzungsweise in unseren Schubladen und jedes Jahr kommen mehrere Millionen dazu.

Um die Folgen des oft gedankenlosen Konsums zu reduzieren, ist es wichtig, Handys und andere Elektronikgeräte länger zu nutzen, alte Geräte zu verschenken oder zu verkaufen und defekte Geräte dem Recycling zuzuführen. Je länger ein Handy im Einsatz ist, desto mehr Ressourcen werden gespart, da die aufwendige Rohstoffgewinnung und die Herstellung wegfallen.

Schon beim Kauf auf Gesundheit und Umwelt achten

Schon beim Kauf eines Smartphones kann man dafür sorgen, dass Gesundheit und Umwelt besser geschützt werden: Wer beim Kauf darauf achtet, dass das Handy gut zu reparieren und der Akku leicht zu entnehmen ist, kann sein Handy länger nutzen und bei der späteren Entsorgung erhöht sich die Chance viele Bauteile des Smartphones besser recyceln zu können. Die Internetseite „i Fixit“ bewertet laufend, wie gut aktuelle Smartphones und Tablets zu reparieren sind und wie leicht man den Akku austauschen kann.

Für die eigene Gesundheit ist es wichtig, darauf zu achten, strahlungsarme Geräte zu kaufen. Ausschlaggebend ist dabei der SAR-Wert. Beim Bundesamt für Strahlenschutz findet man aktuelle Werte für einzelne Modelle und Tipps, wie man beim Telefonieren die Strahlenbelastung niedrig halten kann. Wenn es nicht das neueste Smartphone sein muss, kann man mit dem Kauf eines gebrauchten Handys viel Geld sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Kostenlose Sammelstellen

Ausgediente Handys oder sonstige Elektro- und Elektronikgeräte können kostenlos bei der zentralen Sammelstelle auf der Deponie Tiefloch abgeben werden. Auch Mobilfunknetzbetreiber, Gerätehersteller und große Elektrofachmärkte nehmen alte Handys kostenlos zurück. Wichtig ist es vor der Entsorgung alle persönlichen Daten zu löschen.

Öffnungszeiten Deponie Tiefloch

Montag - Donnerstag von 8 - 12 und 13 bis 16.15 Uhr
Freitag von 8 - 12 und 13 - 14.45 Uhr
Samstag von 8.15 - 12 Uhr

Für Fragen zum Thema stehen die Abfallberater telefonisch unter 07221/277-28 28, -28 27 oder -28 26 bereit.