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Markus Selig (links) und Erster Bürgermeister Alexander Uhlig vor neuer Hubertusbrücke
Markus Selig (links) und Erster Bürgermeister Alexander Uhlig vor neuer Hubertusbrücke.

Baurundfahrt 2022: Baustellen kommen voran

Baden-Baden (11.08.2022). Trotz Sommerferien und hohen Temperaturen wird in Baden-Baden fleißig gebaut und saniert. Auch in diesem Jahr hatte die Stadtpressestelle die Medienvertreterinnen und Vertreter zur Baurundfahrt eingeladen. So konnten sich die Teilnehmenden ein umfassendes Bild über den aktuellen Stand von insgesamt sieben Baustellen machen, die neben vielen weiteren baulichen Aktivitäten auch in den Sommermonaten im Stadtkreis laufen.

Stützmauer am Pädagogium

Wurzelwerk aus dem Mauerwerk wird von Arbeitern abtransportiertBild vergrößern
Wurzelwerk aus dem Mauerwerk wird von Arbeitern abtransportiert.

Erste Station war die Stützmauer am Pädagogium, die derzeit instandgesetzt wird. Die Mauer stammt aus den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts und war laut Bauingenieur Adolf Baumeister nicht mehr standsicher. Die 66 Meter lange Mauer wird umfänglich saniert, da unter anderem auch zahlreiche tieferliegende Baumwurzeln entfernt werden mussten.

Auch wird ein Geländer nach aktuellem Stand der Technik angebracht. Zudem ist eine neue Bepflanzung vorgesehen. Im Rahmen der Sanierung soll die Mauer ihren Charakter als Trockensteinmauer zurückerhalten. Das gesamte Vorhaben kostet rund 350.000 Euro. Die Arbeiten laufen planmäßig und werden spätestens Ende September abgeschlossen sein.

Sanierungsgebiet Südliche Neustadt

Baggerarbeiten in der Lichtentaler StraßeBild vergrößern
Baggerarbeiten in der Lichtentaler Straße.

Als Nächstes konnten sich die Pressevertreter vom Baufortschritt im Sanierungsgebiet Südliche Neustadt überzeugen. Begonnen mit der Umgestaltung des Bertholdplatzes zum Kreisverkehrsplatz im Januar 2019, ist man inzwischen im dritten und letzten Bauabschnitt der Umgestaltung der Lichtentaler Straße angelangt. Projektleiter Andreas Walz gab Details zum Baufortschritt bekannt:

So wird derzeit der Bürgersteig für Baumaushebungen aufgerissen. Die Urlaubszeit werde auch genutzt, um die Arbeiten voranzubringen und den umliegenden Geschäften eine gewisse Besucherfrequenz zu erhalten. Trotz der allgemein angespannten Lage mit Rohstoffen und Lieferketten sei man im Zeitplan und rechne mit einer Fertigstellung des Bauabschnitts Ende des Jahres. Die eingeplanten Kosten von zirka 1,8 Millionen Euro sollen ebenfalls eingehalten werden.

Louis-Lepoix-Schule

Gerüste und Baugeräte zieren derzeit noch die Außenflächen der Louis-Lepoix-SchuleBild vergrößern
Gerüste und Baugeräte zieren derzeit noch die Außenflächen der Louis-Lepoix-Schule.

Weiter ging es zur Louis-Lepoix-Schule. Die rund 40 Jahre alten Gebäude der Schulen im Schulzentrum West müssen aufgrund ihres altersbedingten Zustands in den nächsten Jahren generalsaniert werden, sowohl in technischer als auch energetischer Hinsicht. Im ersten Schritt geht es um zwei Gebäude der Schule, die zur Sanierung anstehen. Ein großer Anteil an den Arbeiten trägt dabei die Erneuerung der Gebäudehülle, also Dach und Fassade. Zukünftig können dadurch rund 50 Prozent des Heizenergieverbrauchs eingespart werden.

Eine ganz besondere Herausforderung stellte hierbei schon im Vorfeld der Vogelschutz dar. In der Fassade wohnen eine Vielzahl von Vögeln, die die baulichen Gegebenheiten als Nistmöglichkeit offenbar sehr schätzen, wie Markus Ernst und Björn Käckell vom städtischen Fachgebiet Gebäudemanagement erläuterten. In den neuen Außenwänden der Schulgebäude sollen spezielle Einbausteine integriert werden, die den Vögeln wärmeisolierte Nistmöglichkeiten bieten können. Bis zur Fertigstellung der neuen Außenhülle wurde für die fliegenden Anwohner extra ein vorübergehendes Domizil errichtet.

Aber auch die weiteren Arbeiten, wie etwa der Innenausbau, laufen auf Hochtouren. Trotz der schwierigen Liefersituation ist Björn Käckell hoffnungsvoll, den Zeitplan einhalten zu können und die Arbeiten wie geplant, bis Ende des Jahres, fertigzustellen.

Festhalle Oos

Blick auf neue Deckenkonstruktion und Beleuchtungsanlage.Bild vergrößern
Blick auf neue Deckenkonstruktion und Beleuchtungsanlage.

Nächster Stopp bei der diesjährigen Baurundfahrt war die Festhalle Oos. Von außen deutet fast nichts mehr auf die Arbeiten hin, die zum dritten und letzten Bauabschnitt gehören. Die Erneuerung der Dachkonstruktion, die energetische Sanierung von Dach und Fassade sowie die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage wurden erfolgreich ausgeführt. Seit März ist die PV-Anlage bereits in Betrieb. Die Restarbeiten werden voraussichtlich bis September 2022 andauern.

Grundschule Oos

Klassenzimmer mit neuer Raumlufttechnischer AnlageBild vergrößern
Klassenzimmer mit neuer Raumlufttechnischer Anlage.

Von der Festhalle ging es dann zur Grundschule Oos. Als Teil einer 22 Objekte umfassenden, vom Bund geförderten, Gesamtmaßnahme wurden an der Schule alle Klassenzimmer mit modernen raumlufttechnischen Anlagen ausgestattet. Dadurch soll das Infektionsrisiko durch virusbeladene Aerosole erheblich reduziert werden. Die neuen Anlagen filtern die Raumluft nicht nur, sondern tauschen die Luft aus und verfügen über eine Wärmerückgewinnung. Dies sorgt für ein angenehmes Raumklima, mit niedriger Virenlast bei effizientem Betrieb.

Trotz sehr frühzeitiger Bestellungen, sorgen weltweit gestörte Lieferketten für Probleme, wie Björn Käckell betont. Die meisten bestätigten Liefertermine wurden deshalb aufgehoben, sodass sich für die verbleibenden Schulen und Kindergärten noch kein verbindliches Fertigstellungsdatum nennen lasse. Allerdings werde der Kostenrahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 5,5 Millionen Euro aber voraussichtlich eingehalten und der Förderzeitraum – immerhin eine Förderquote des Bundes von 80 Prozent der zuschussfähigen Kosten – verlängert.

Sanierungsgebiet Oos

Blick vom Babo-Hochaus auf den neu entstandenen KreisverkehrBild vergrößern
Blick vom Babo-Hochaus auf den neu entstandenen Kreisverkehr.

Vorletzter Programmpunkt war dann das Sanierungsgebiet Oos mit dem „Charles-de-Gaulle-Platz. Vor dem Babo-Hochhaus gab Sven Menzel von der GSE zunächst einen kurzen Rückblick auf die bereits durchgeführten vielfältigen Maßnahmen, zu der unter anderem die Modernisierung der Festhalle Oos und Umgestaltung des Festhallenumfelds gehörten. Auch die Neugestaltung des Wörthböschelparks mit Fertigstellung Ende Oktober 2021 war Bestandteil des Gesamtpakets an Baumaßnahmen. Aktuell läuft noch die Neugestaltung des „Grünen Bands“, bei dem neue Fußwegeverbindungen entlang der Oos geschaffen werden. Eine Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Im Mai dieses Jahres wurde zudem der Kreisverkehr „Charles-de-Gaulle-Platz“ offiziell eingeweiht. Nachdem beide Bauabschnitte in der Schwarzwaldstraße kürzlich abgeschlossen werden konnten, werden aktuell noch Pflasterarbeiten in der Ooser Gartenstraße ausgeführt. Projektleiter Andreas Walz von der städtischen Abteilung Tiefbau gab beim Termin auch einen Ausblick auf die weiteren Bauphasen im Gebiet: So sind noch Restarbeiten in der Güterbahnhofstraße vorzunehmen. Außerdem gibt es ab der Kalenderwoche 34 noch Arbeiten unter halbseitiger Sperrung in der Sinzheimer Straße, vom neuen Charles-de-Gaulle-Platz bis zur Blutbrücke. Auch der Bereich vor dem Babo-Hochhaus muss noch hergestellt werden. Die gesamte Maßnahme soll dann voraussichtlich im Dezember zum Abschluss kommen.

Hubertusbrücke

Blick über die neue Hubertusbrücke.Bild vergrößern
Blick über die neue Hubertusbrücke.

Die letzte Station der informativen Baurundfahrt war die Hubertusbrücke, die derzeit erneuert wird. Die neue Stahlbetonbrücke mitsamt neuer Wasserversorgungsleitung steht bereits. Künftig können durch die höhere Traglast – ursprünglich 16, jetzt 30 Tonnen (!) – auch schwere Fahrzeuge der Feuerwehr diese Brücke passieren. Das neue Brückengeländer, Leitungen für Strom- und Datenkabel und weitere Restarbeiten stehen noch aus.

Die planmäßige Fertigstellung ist für Oktober dieses Jahres vorgesehen. Mit den Arbeiten der Stadtwerke für die Versorgungsleitungen sind hier Baukosten von insgesamt 800.000 Euro entstanden – „aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt“, wie Erster Bürgermeister Alexander Uhlig und Markus Selig, Fachgebietsleiter Tiefbau, einstimmig betonten.