Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft

Die aktuelle Corona-Krise hat zunehmend negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Laut Umfrage der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe rechnet mittlerweile jedes zweite Unternehmen in ihrem Bezirk im Laufe des Jahres mit Umsatzeinbußen infolge der Verbreitung des Corona-Virus.

Die Politik reagiert mit einer Reihe von arbeits- und steuerrechtlichen Maßnahmen, um den Unternehmen in dieser kritischen Phase unter die Arme zu greifen. Unter den folgenden Links finden sich hilfreiche Informationen, die bei der Bewältigung der aktuellen Krise weiterhelfen können.

"Soforthilfe Corona" für die Wirtschaft

Die "Richtlinie für die Unterstützung der von der Conora-Pandemie geschädigten Soloselbständigen, Unternehmen und Angehörigen der Freien Berufe (Soforthilfe Corona)" tritt ab Mittwoch, 25. März, in Kraft.

Sie bietet Soforthilfen für Soloselbständige, Unternehmen und Angehörige der Freien Berufe. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines einmaligen Zuschusses, gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten. Bewilligungsbehörde ist die L-Bank.

Anträge auf Soforthilfe können ab Mittwochabend, 25. März, hier gestellt werden: www.bw-soforthilfe.de

Nähere Informationen finden Sie in der beigefügten Richtlinie (Download), unter https://wm.baden-wuerttemberg.de/soforthilfe-corona/ oder bei der Soforthilfe-Hotline der IHK Karlsruhe, montags bis freitags, von 8 - 18 Uhr, und samstags zwischen 8 und 14 Uhr, unter der Telefonnummer 0721 174-111.

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen

Angesichts der Corona-Krise haben Unternehmen die Möglichkeit fällige Sozialversicherungsbeiträge kurzfristig stunden zu lassen.

Ein entsprechende Antragsformular finden Sie im "Download".


Weitere Informationen

Formular für Grenzübertritte elsässischer Mitarbeiter

Als Nachweis dient die Pendlerbescheinigung. Der Vordruck einer Pendlerbescheinigung kann bei der Bunespolizei heruntergeladen werden: https://www.bundespolizei.de/Web/DE/04Aktuelles/01Meldungen/2020/03/pendlerbescheinigung_down.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Erleichterte Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft

Mit erleichterten arbeitsrechtlichen Bedingungen soll befürchteten Einbußen in der Landwirtschaft aufgrund der aktuellen Corona-Krise entgegen getreten werden. Dies bedeutet nicht nur Hilfen für Landwirte sondern auch für betroffene Arbeitnehmer aus anderen Branchen, die ihre Einkommensverhältnisse verbessern wollen.

Nähere Informationen für Landwirte, Winzer, Obst- und Gemüsebauern und interessierten Arbeitnehmer finden Sie rechts im Download unter "Corona-Paket der Bundesregierung - Landwirtschaft".

Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums

Das Bundeswirtschaftsministerium hat unter der Rufnummer 030 18 615-15 15 eine Hotline eingerichtet, unter der Experten von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr Fragen von Unternehmern beantworten, etwa zu Tourismus, Messen, Finanzierung oder Haftung.

Bei der zentralen Corona-Hotline der IHK-Karlsruhe werden unter der Telefonnummer 0721 174-0 und 0721 174-200 Anfragen entgegengenommen und an kompetente Ansprechpartner weitergeleitet.

Kurzarbeitergeld und Personalbeschaffung

Arbeitgeber insbesondere aus dem Einzelhandel können sich bei Fragen zu Kurzarbeitergeld und zur Personalbeschaffung an die Hotline des Arbeitgeber-Service Rastatt unter 0800 45 55 52 0 oder an die bereits bekannten Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service Rastatt wenden.

Da die Telefonie an der Belastungsgrenze ist, können Betriebe sich alternativ auch per E-Mail an wenden.

Weitere Informationen zum Kurzarbeitergeld finden Sie unter https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Weitere Informationen zur Personalbeschaffung finden Sie unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitskraefte


Bürgschaftsbank und L-Bank bieten schnelle und unbürokratische Förderung

Am 13. März haben BMWi und BMF gemeinsam das Maßnahmenpaket zur Absicherung der Auswirkungen des Corona-Virus vorgestellt als Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen. Der Bund und das Land haben damit unmittelbar die Fördermöglichkeiten über die Bürgschaftsbank erweitert und verbessert.

Neben den Maßnahmen im Bereich von Kurzarbeitergeld und steuerlichen Liquiditätshilfen wurde ein Milliarden-Schutzschild für Betriebe und Unternehmen beschlossen:

Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg ist dabei mit folgenden Veränderungen betroffen:

  • Verdoppelung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen
  • Euro)
  • Erhöhung der Bürgschaftsquote für Betriebsmittel auf 80 %
  • Erhöhung der Rückbürgschaft des Bundes um 10 %-Punkte, damit verringert sich das Risiko der Bürgschaftsbank auf 25 %.
  • Um Entscheidungen zu beschleunigen, wurde zudem eine Eigenkompetenz mit einem Bürgschaftsbetrag bis 250.000 Euro festgelegt, so dass innerhalb weniger Tage entschieden werden kann.

Mit diesen Maßnahmen können Unternehmen, die über ein grundsätzlich funktionierendes Geschäftsmodell verfügen, stabilisiert werden. Wir stellen dabei auf die Kapitaldienstfähigkeit vor Ausbruch der Krise ab (Gesamtjahr 2019). Die Maßnahmen unterstützen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe und werden von der Bürgschaftsbank ab sofort umgesetzt.

Übersicht über neue Maßnahmen

Zielgruppe Gewerbliche Unternehmen, Freie Berufe (nach
KMU Definition)
Bürgschaftsobergrenze 2,5 Mio. Euro
Bürgschaftsquote 50 - 80 Prozent
Verwendung Investitionen und / oder Betriebsmittel
Bürgschaftsprovision / Bearbeitungsgebühr 0,3 -1,4 Prozent p.a. bezogen auf Kreditbetrag
1,0 Prozent Bearbeitungsgebühr bei Genehmigung bezogen auf Bürgschaftsbetrag
Entscheidungszeiten je nach Bürgschaftsbetrag < 250.000 Euro: 1 - 3 Tage
> 250.000 bis 500.000 Euro: 5 - 10 Tage
> 500.000 Euro: 7- 15 Tage
Beurteilungsgrundlagen / Voraussetzungen
  • Unternehmen verfügt über ein grundsätzlich tragfähiges Geschäftsmodell (vor Ausbruch der Krise)
  • Kapitaldienstfähigkeit war in 2019 gegeben
  • Zusätzliche Belastung ist auf Basis der wirtschaftlichen Zahlen 2019 tragbar
  • Kostenreduzierende Maßnahmen werden flankierend ergriffen
Unterlagen zur Entscheidung
  • JA 2018, vorl. Zahlen 2019 / BWA inklusive Summen- und Saldenliste, aussagefähige Kapitalbedarfsermittlung,
  • Liquiditätsplan und Rentavorschau (in der Regel bei Bürgschaft > eintausend Euro 250),
  • Selbstauskunft
Antrag / Anfragestrecke Direkt: über Finanzierungsportal ERMÖGLICHER (finanzierungsportal.ermoeglicher.de)
Förderdurchleitung FG Center / Genostar

Förderkredite der L-Bank

Die L-Bank besitzt mit dem Liquiditätskredit ein bestens etabliertes Förderangebot, das den Erfordernissen in der Corona-Krise in besonderer Weise gerecht wird. So können Unternehmen mit (in der Regel) bis zu 500 Mitarbeitern ihre vorübergehenden Liquiditätsengpässe zu günstigsten Zinsen, mit einem flexiblen Laufzeitangebot zwischen vier und zehn Jahren und einem Regeldarlehensbetrag von bis zu 5 Mio. € decken. Im Einzelfall sind auch höhere Beträge denkbar. Besonders vorteilhaft ist hier die Möglichkeit einer vorzeitigen kostenfreien Rückzahlung, sofern die Krisenbewältigung früher gelingt.

Alternativ könnten auch die Betriebsmittelvarianten in der Gründungs- oder Wachstumsfinanzierung genutzt werden, allerdings mit standardisierter 5-jähriger Laufzeit und ohne die vorzeitige kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeit. Ferner können Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Qualifizierungsmaßnahmen einleiten, 3-5-jährigen Darlehen der Weiterbildungsfinanzierung 4.0 in pauschaler Höhe (20.000 € pro zu qualifizierendem Beschäftigten) nutzen.

Alle Förderkredite der L-Bank können mit Kombi-Bürgschaften der Bürgschaftsbank flankiert werden. Für bestehende Förderkredite, deren Tilgungsbelastungen aufgrund der Corona-Krise vorübergehend nicht mehr leistbar sind, bietet die L-Bank eine bis zu 12-monatige Tilgungsaussetzung unter Anpassung der restlichen Tilgungsraten unter Beibehaltung der vertraglichen Zinsvereinbarung sowie der Gesamtlaufzeit an. Anträge hierzu können ab sofort formlos an die LBank gerichtet werden.

Bürgschaften der L-Bank

Wenn eine Hausbank auf Grund fehlender Sicherheiten nicht in der Lage ist, einem betroffenen Unternehmen einen Liquiditätskredit / Betriebsmittelkredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, kann die L-Bank im Einzelfall bis zu 80 Prozent des Risikos abnehmen.

Die L-Bank übernimmt Bürgschaften über 2,5 bis 5 Mio. Euro. Neben dem standardisierten Kombi-Programm werden zusätzlich Individualbürgschaften angeboten.

Die Landesbürgschaft – Bürgschaften über 5 Mio. Euro – wird durch die L-Bank abgewickelt.

Sie haben Fragen?

Kontakt Bürgschaftsbank: 0711 1645-6,

Kontakt L-Bank:
Hotline Wirtschaftsförderung: 0711 122 - 2345,
Hotline Bürgschaften: 0711 122 - 2999,