Prävention, Vorsorge und Hygiene

Ein Arzt desinfiziert sich die HändeBild vergrößern

Warum nur Abstand halten hilft

Die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus steigt rapide, denn jeder Infizierte steckt weitere Personen an. Je weniger es sind, desto besser. Die Zahl zu senken kann gelingen, wenn wir uns voneinander fernhalten.

Um zu verstehen, wie schnell sich Virusinfektionen verbreiten, achten Epidemiologen vor allem auf einen Wert: die Reproduktionszahl. Sie beschreibt, wie viele Personen ein infizierter Mensch ansteckt. Für das neuartige Coronavirus geht das Robert-Koch-Institut von einer Basisreproduktionszahl von 2,4 bis 3,3 aus. Das heißt: Ohne Gegenmaßnahmen steckt jede infizierte Person etwa drei weitere Personen an. Damit sich die Epidemie langsamer ausbreitet, muss die Reproduktionszahl möglichst gesenkt werden. Denn je weniger Menschen gleichzeitig infiziert sind, desto besser für das Gesundheitssystem. Schon kleine Änderungen können eine große Wirkung entfalten.

Der Bayerische Rundfunk veranschaulicht anhand verschiedener Simulationen, wie sich dieser Effekt auf die Reproduktionszahl auswirkt. Weitere Informationen unter http://web.br.de/interaktiv/corona-simulation/

(Stand 21 .März)

Schutzmasken richtig aufziehen

Collage aus drei Bildern zeigt wie man die Mund-Nasen-Schutzmaske richtig trägt. Auf Bild 1 hat die PErson die Maske über mund und Nase gezoge. Auf Bild 2 hat die Person die Maske nur über den Mund gezogen. Auf Bild 3 trägt die Person die Maske am Kinn.Bild vergrößern
Richtig - falsch - ganz falsch

Nicht alle Menschen ziehen ihre Schutzmasken korrekt auf und halten sich damit nicht an die Schutzmaskenpflicht. Zu beobachten ist das in Linienbussen, weniger in Geschäften. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes macht laut Stadtpressestelle nur dann Sinn, wenn die Schutzmasken auch richtig aufgesetzt werden. Wer seine Schutzmaske zwar über den Mund, nicht aber über die Nase zieht, handelt genauso falsch, als wenn die Schutzmaske nur locker das Kinn oder den Hals bedeckt, Mund und Nase jedoch nicht geschützt sind.

Wenn alle eine Alltagsmaske tragen, schützt dies gegenseitig und hilft mit, die Verbreitung des Virus weiter zu verlangsamen und damit Menschenleben zu retten. Dabei muss keine medizinische Schutzmaske zum Einsatz kommen. Akzeptiert wird auch einen geeigneter Schal, ein Tuch oder eine selbst gemachte oder gekaufte Stoffmaske. Ministerpräsident Winfried Kretschmann brachte es kürzlich auf den Punkt: „In diesen Zeiten ist das Tragen einer Alltagsmaske ein Symbol der Verantwortung. Es zeigt, dass wir aufeinander Acht geben und alles tun, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.“ (Stand 11. Mai)

Mundmasken selber nähen

Mundmasken sind in der Corona-Krise knapp - aber dagegen kann jeder etwas tun! Im Internet gibt es inzwischen unzählige Videos und Beiträge, wie sich jeder eine Maske ganz einfach selber nähen kann.

Materialbedarf pro Maske

  • Stoff 40x20cm
  • 2 Kantenstreifen 10x4cm
  • 2 Gummibänder á 20cm
  • (Mögliche Ergänzung: Drahtstück 16cm)

Maske nähen - so geht's

Aus einem doppellagigen Stoff ein 40x20cm großes Rechteck und für die Maskenränder zwei 4x10cm Rechtecke ausschneiden. Das weitere Vorgehen erfahren Sie beispielsweise auf der Internetseite der Feuerwehr Abensberg unter www.feuerwehr-abensberg.de.

Kein selbstgenähter Mundschutz schützt vor Ansteckung

Die selbstgenähte Maske schützt nicht wirksam vor einer Ansteckung mit COVID-19. Deswegen sollten diese Masken als Behelfsmaske und nicht als Schutzmasken verwendet werden.

Infektiologen weisen aber darauf hin, dass es besser sei einen behelfsmäßigen Mundschutz zu tragen, als keinen. So verringere sich zumindest das Risiko, dass andere, insbesondere Menschen die zur Risikogruppe gehören, mit dem Virus angesteckt werden.

Masken können auch gewaschen werden

Eine selbst hergestellte Maske kann problemlos öfter getragen werden. Um sie zu reinigen, reicht es, die Maske bei 60 Grad zu waschen oder sie zu bügeln. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein. Das Einhalten von Hygiene-Standards oder Abstandsregeln ersetzt eine Maske nach Meinung der Experten jedoch keinesfalls.

(Stand 17. April)

Warteschlangen richtig bilden

Alle jetzt offenen Geschäfte müssen sicherstellen, dass sich vor den Geschäften keine engen Schlangen oder Pulks bilden. Die Kunden müssen einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten. Die Geschäfte selbst haben darauf zu achten, dass die erforderlichen Hygienestandards, die Steuerung des Zutritts und das Vermeiden von Warteschlangen sichergestellt sind. Zu diesem Zweck wird den Geschäften gestattet, auch an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. (Stand 19. März)

Quarantäne unbedingt einhalten!

In einem eindringlichen Appell richtet sich das Gesundheitsamt an die Bevölkerung, verfügte und empfohlene Quarantäneregelungen unbedingt einzuhalten. Zuwiderhandlungen werden geahndet. Wird auf diesem Wege eine Infektion verursacht, kann es sich sogar um eine Straftat handeln.

Quarantäne bedeutet, dass das Haus oder die Wohnung nicht verlassen werden darf, auch nicht für wenige Minuten. Es sind ausdrücklich keine Besuche von anderen Personen gestattet. Quarantäne setzt eine strikte räumliche Trennung der Kontaktpersonen auch von anderen Haushaltsmitgliedern voraus.

Nach Möglichkeit soll sich die Person auch räumlich (Schlafen/Bad/WC) in getrennten Bereichen aufhalten. Falls Räume zusammen genutzt werden müssen, gilt es strengste Hygieneregeln einzuhalten. Das Gesundheitsamt überwacht in der Quarantänezeit den Gesundheitszustand der betroffenen Personen. (Stand 19. März)

Prävention und Vorsorge - Vorsicht und Umsicht statt Panik

Jeder Mensch muss eigenverantwortlich entscheiden, ob er im Falle einer Pandemie größere Menschenansammlungen oder Reisen in Risikogebiete meiden will. Das Gesundheitsamt appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Bürger, alles zu tun, um sich selbst und andere nicht zu infizieren. Dazu zählt in erster Linie das Einhalten der wichtigsten Hygieneregeln.

Ob Ausrichter von Ausstellungen, Sport- oder Kulturveranstaltungen auf die neueste Coronavirus-Entwicklung reagieren, liegt derzeit in deren Verantwortung. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht das Gesundheitsamt keinen Grund für Empfehlungen zur Absage.

Daheimbleiben bei Erkältungssymptomen

Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die nach ihrer Rückkehr Husten, Fieber oder Atemnot entwickeln, sollen Kontakte vermeiden, zu Hause bleiben und ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren.

Empfehlungen für Arbeitgeber

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen vorsorglich, unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen oder Kontakt mit Erkrankten hatten, zunächst von der Arbeit freigestellt werden. Sie sollen sich mit dem Gesundheitsamt oder ihrem Hausarzt telefonisch in Verbindung setzen.

Empfehlungen für Schulen, Kindergärten, Kitas und Pflegeeinrichtungen

Das Kultusministerium und das Sozialministerium stellten den Einrichtungen Informationen und Anleitungen des Robert-Koch-Instituts zur Verfügung. Diese werden ständig aktualisiert. Auch hier spielen die Hygienetipps eine große Rolle.

Besuchsregelung eingeschränkt

Die Stadtverwaltung hat den Pflegeeinrichtungen im Stadtkreis empfohlen, den Besucherverkehr zum Schutz der Bewohner einzuschränken. Besuche sollen auf eine Person, einen Verwandten ersten Grades, begrenzt werden.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten auf Besuche ganz verzichten, weil diese Altersgruppe Virusträger sein kann, ohne auch nur irgendein Krankheitssymptom zu haben. Eine vergleichbare Regelung gilt für das Klinikum Mittelbaden.

Auch an den Klinikstandorten des Klinikums Mittelbaden (Klinik Baden-Baden Balg, Klinik Bühl, Klinik Rastatt, Klinik Forbach, Klinik Ebersteinburg) gilt zum Schutz der Patienten, Besucher und Mitarbeiter ein eingeschränktes Besuchsverbot. Das Klinikum bittet darum, aktuell Besuche am Krankenbett auf eine Person, Verwandte des ersten Grades, zu begrenzen.

Was tun bei Verdacht?

Menschen, die bei sich selbst oder ihren Angehörigen Symptome feststellen, die auf einen Coronavirus hindeuten, sollen den Hausarzt oder den notärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung zunächst telefonisch kontaktieren. Dort wird entschieden, ob ein Abstrich vorgenommen werden muss.

Klinikum Mittelbaden ist gut vorbereitet

Das Klinikum Mittelbaden beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Coronavirus und ist gut vorbereitet. Ein Pandemiemanagement-Team konferiert täglich und hat Arbeitsanweisungen festgelegt, die ständig aktualisiert werden. Personen mit Verdacht auf Coronavirus können in separaten Räumen behandelt werden. Das Klinikum ist auch auf einen Pandemie-Massenanfall von Erkrankten vorbereitet und hält für stationär zu behandelnde Fälle derzeit rund 60 Betten bereit.

Auch die Steigerung der Bettenkapazität ist bereits einkalkuliert. Nach Auskunft des medizinischen Geschäftsführers, Dr. Thomas Iber, ist der Vorrat an Schutzausrüstungen und für die Labor-Diagnostik zum aktuellen Zeitpunkt ausreichend. Das Klinikum und die Vorsitzenden der niedergelassenen Ärzteschaft Baden-Baden und Rastatt sind in ständigem Kontakt.

Isolation

In der Regel können am Coronavirus erkrankte Personen in häuslicher Isolation behandelt werden. Bei schwererem Verlauf wird die Behandlung stationär durchgeführt. Sollte eine Isolation zu Hause oder im Klinikum nicht möglich sein, steht in Kürze die vorsorgliche Isolierstation im Gernsbacher „Sonnenhof“ zur Verfügung. Weitere Stationen kann der Landkreis bei Bedarf einrichten.

Behandlungsmöglichkeiten beim Coronavirus

Nicht alle Erkrankungen verlaufen schwer, auch bei den meisten in China berichteten Fällen war der Krankheitsverlauf mild. Im Zentrum steht derzeit die Behandlung der Symptome sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Eine Therapie die gegen das Coronavirus selbst gerichtet ist, steht derzeit noch nicht zur Verfügung.

Weitere Informationen, Rat und Hilfe

In der rechten Spalte gibt es Links zum Robert-Koch-Institut, zum Landesgesundheitsamt, zum Gesundheitsamt Rastatt, zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und zum Auswärtigen Amt.

Das Patientenservice-Telefon der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 („elf-sechs-elf-sieben“) ist Ansprechpartner außerhalb der Öffnungszeiten der Hausärzte. Die Telefon-Hotline des Landesgesundheitsamtes lautet 0711 904-39 55 5, täglich von 9 bis 18 Uhr. Das Gesundheitsamtes Rastatt ist tagsüber telefonisch erreichbar unter 07222 381-23 00 und 07222 381-0.


Die zehn wichtigsten Hygienetipps

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© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), infektionsschutz.de, https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken, CC BY-NC-ND

Hygiene schützt. Einfache Hygienemaßnahmen tragen entscheidend dazu bei, sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen.

  1. Regelmäßig Hände waschen. Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Waschen Sie Ihre Hände auch nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.
  2. Hände gründlich waschen. Um mögliche Krankheitserreger zu entfernen, müssen die Hände mindestens 30-40 Sekunden gründlich mit Seife eingerieben und unter fließendem Wasser abgewaschen werden.
  3. Hände aus dem Gesicht entfernen. Vermeiden Sie es, mit ungewaschenen Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren.
  4. Richtig husten und niesen. Beim Husten und Niesen werden über Speichel und Nasensekret unzählige Krankheitserreger versprüht, die durch Tröpfcheninfektion auf andere übertragen werden. Halten Sie Abstand und drehen Sie sich weg. Nutzen Sie zudem am besten ein Taschentuch und halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase.
  5. Wunden schützen. Verletzungen und Wunden sollten Sie mit einem Verband oder Pflaster abdecken. So können keine Erreger eindringen.
  6. Abstand halten. Verzichten Sie während der Ansteckungszeit auf enge Körperkontakte wie Umarmen und Küssen. Persönliche Utensilien wie Handtücher oder Essgeschirr sollten nicht gemeinsam benutzt werden.
  7. Ein sauberes Zuhause. Reinigen Sie Ihr Zuhause regelmäßig mit üblichen Haushaltsreinigern. Vor allem in Küche, Bad und Toilette ist Sauberkeit wichtig.
  8. Mit Lebensmitteln hygienisch umgehen. Achten Sie auf eine gute Händehygiene und Sauberkeit bei der Nahrungszubereitung. Vermeiden Sie, dass rohe Tierprodukte mit roh verzehrten Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  9. Geschirr und Wäsche heiß waschen. Geschirr sollte mit möglichst warmem Wasser und reichlich Spülmittel oder in der Geschirrspülmaschine bei mindestens 60 Grad Celsius gereinigt werden. Eine Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius gilt auch für die Wäsche von Handtüchern, Waschlappen, Bettwäsche und Unterwäsche.
  10. Regelmäßig lüften. Lüften Sie geschlossene Räume mehrmals täglich für einige Minuten mit weit geöffneten Fenstern oder Türen. Das verringert die Zahl der Krankheitserreger in der Luft und schützt die Schleimhäute vor Austrocknung.

Gründliches Händewaschen gelingt in fünf Schritten

Mit Piktogrammen wir in fünf Schritten erklärt wie man sich richtig die Hände wäscht: 1. nass machen, 2. rundum einseifen, 3. Zeit lassen, 4. gründlich abspülen, 6. sorgfältig abtrocknenBild vergrößern
© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), infektionsschutz.de, https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken, CC BY-NC-ND
  1. Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur können Sie so wählen, dass sie angenehm ist.
  2. Seifen Sie dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen.
  3. Reiben Sie die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
  5. Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.