Energiekrise

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Die Energiekrise beherrscht die Schlagzeilen: Aufgrund verminderter Gaslieferungen aus Russland und durch ein extremes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage könnte im Winter eine Gasmangellage entstehen. Bundeswirtschaftsminister Habeck hat am 23. Juni 2022 die 2. Stufe des Notfallplans Gas, die Alarmstufe, ausgerufen.

Die Privathaushalte sind von der Alarmstufe zunächst nicht direkt betroffen. Denn im Notfallplan Gas sind bestimmte Verbrauchsgruppen besonders geschützt: Dazu gehören Haushalte, soziale Einrichtungen, Krankenhäuser etc. Erst bei einer weiteren Verschärfung der Versorgungslage könnte der Gesetzgeber etwa durch Rechtsverordnungen oder Verhaltensregelungen das Verbrauchsverhalten regulieren. 

Die Alarmstufe ist somit noch nicht mit staatlichen Eingriffen in den Gasmarkt verbunden. Erst die Notfallstufe sieht eine Rationierung von Erdgas vor, wenn nicht genug Gas zur Deckung der Gasnachfrage vorhanden ist.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung weitere Energiesparmaßnahmen beschlossen, die kurz- und mittelfristig zur Sicherung der Energieversorgung beitragen. Unter anderem sollen weniger Büroflächen geheizt werden und Gebäude, Denkmäler und Werbeflächen zu bestimmten Zeiten nicht mehr beleuchtet werden.

Die Regelungen treten zum 1. September (kurzfristige Maßnahmen) und zum 1. Oktober (mittelfristige Maßnahmen) in Kraft.

Ab dem 1. September gelten in Deutschland zahlreiche Vorschriften zum Energiesparen:

  • Ladentüren dürfen nicht dauerhaft offenstehen
  • Leuchtreklamen müssen ab 22 Uhr erlöschen
  • Denkmäler dürfen nicht angestrahlt werden
  • Maximal 19 Grad in öffentlichen Gebäuden
  • Flure in öffentlichen Gebäuden bleiben kalt

Zwar sind die Privatkunden aktuell nicht direkt von der Alarmstufe betroffen, dennoch ist Energiesparen jetzt das Gebot der Stunde. Hierzu können und müssen nun auch alle Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag leisten.

Städte und Stadtwerke der Region schließen sich zu einem EnergiePakt zusammen

Von links: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe), Oberbürgermeister Dietmar Späth (Baden-Baden), Oberbürgermeister Martin Wolff (Bretten), Oberbürgermeister Johannes Arnold (Ettlingen) und Bürgermeister Michael Heuser (Rheinstetten). Bild vergrößern
(c) Stadt Karlsruhe, Georg Hertweck Von links: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe), Oberbürgermeister Dietmar Späth (Baden-Baden), Oberbürgermeister Martin Wolff (Bretten), Oberbürgermeister Johannes Arnold (Ettlingen) und Bürgermeister Michael Heuser (Rheinstetten).

Mit dem Ziel alle Kräfte und Kompetenzen zu bündeln, um die Auswirkungen der Energiekrise für die Menschen und Unternehmen vor Ort abzumildern, hat die Stadt Karlsruhe zusammen mit den Stadtwerken Karlsruhe den sogenannten EnergiePakt ins Leben gerufen. Eine Initiative, der sich nicht nur die Städte und Stadtwerke Baden-Baden, Rastatt, Ettlingen, Rheinstetten, Bruchsal und Bretten angeschlossen haben, sondern auch zahlreiche Partner.

Ziel der Initiative ist es, gemeinsam ein Zeichen des Zusammenhaltes zu setzen, ein Bewusstsein für Energie und den Energieeinsatz eines jeden und einer jeden Einzelnen zu schaffen, zum aktiven Energieeinsparen zu motivieren, Energieberatungen durchzuführen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch effektive Verbrauchsreduzierungen die negativen Folgen der Energiekrise durch vermeintlich kleine aber auch große Maßnahmen abgemildert werden können.

Zahlreiche Maßnahmen für das 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung

Die einzelnen Städte werden in den kommenden Wochen Vorträge, Beratungsangebote und konkrete Hilfestellungen zum Thema auf den Weg bringen. Aber auch Botschafterinnen und Botschafter an Schulen, in Vereinen, Energieberatungen im Rahmen von Veranstaltungen, und Experten-Interviews sollen für das Energiethema mit umfangreichen Maßnahmen informieren und für das Energiesparen sensibilisieren. Zudem wurde die Internetseite www.swka.de/energie-pakt-ka erstellt. Die Seite bietet zahlreiche Hilfestellungen für das individuelle Energiesparen, informiert und erklärt die Hintergründe der Energiemarktsituation und weist auf Beratungs- und Hilfsangebote hin. Eine Energiespar-Challenge soll dazu aufrufen, die 20 Prozent auch zu erreichen.

Als Anlaufstelle für die Menschen in der Region dient zudem ein Energy-Mobil. Geschulte Energieberaterinnen und Energieberater sind an Bord und stehen Rede und Antwort, erklären die politischen Sachverhalte und Hintergründe der Energiekrise und geben Tipps zum Energiesparen und zur Kostensenkung. Wann sich das Energy-Mobil wo aufhält, wird auf der Internetseite bekannt gegeben.


Energie sparen im Haushalt

Wer weniger Energie verbraucht, spart nicht nur Geld und schont die Umwelt, sondern trägt auch zur Versorgungssicherheit bei. Jede Kilowattstunde Strom, die eingespart wird, reduziert den Gaseinsatz für die Stromerzeugung. Und jeder Kubikmeter Erdgas, der in den wärmeren Monaten nicht verbrannt wird, kann für den nächsten Winter gespeichert werden.

Ob Kühlschrank, Waschmaschine oder Heizung: Im Haushalt gibt es viele Geräte, die Strom oder Wärmeenergie verbrauchen. Wer ein paar Dinge beherzigt, kann ohne viel Aufwand Energie und damit Kosten sparen. 

Kochen, Backen und Braten

  • Achten Sie darauf, dass Kochtopf und Kochplatte den gleichen Durchmesser haben. Nutzen Sie Kochtöpfe mit ebenen Böden und gut sitzenden Kochdeckeln.
  • Nachwärme nicht verpuffen lassen! Schalten Sie den Elektroherd schon zehn Minuten vor Garzeitende ab.
  • Garen Sie mit wenig Flüssigkeit im geschlossenen Topf.
  • Bei langen Garzeiten einen Schnellkochtopf verwenden. Das spart 30 Prozent Energie und 50 Prozent Zeit.
  • Verzichten Sie auf das Vorheizen des Backofens.
  • Verwenden Sie die Umluftheizung des Backofens, so reichen auch niedrigere Temperaturen.
  • Durch gleichzeitiges Garen von Gemüse, Beilagen und Fleisch wird die Energie im Backofen optimal genutzt.
  • Öffnen Sie die Backofentür nicht öfter als nötig.
  • Reinigen Sie den Backofen sofort nach Gebrauch, wenn möglich per Hand.
  • Bereiten Sie Kaffee möglichst in einer Kaffeemaschine (mit Thermoskanne). Auch andere Spezialgeräte, etwa Eierkocher oder Toaster, helfen beim Energiesparen.

Kühl- und Gefrierschrank

  • Vermeiden Sie für Kühlgeräte sonnige und warme Standorte. Durch die hohe Umgebungstemperatur erhöht sich der Energieverbrauch.
  • Verzichten Sie beim Kauf eines Kühlschranks auf ein Gefrierfach, wenn Sie bereits ein Gefriergerät haben. Dadurch können Sie den Stromverbrauch des Kühlschranks um bis zu 30 Prozent reduzieren.
  • Lebensmittel nicht länger als nötig aus dem Kühlschrank entnehmen. Denn je wärmer das Kühlgut, desto höher ist der nötige Kühlaufwand und Strombedarf.
  • Vereiste, verschmutzte oder marode Türdichtungen abtauen, putzen oder ersetzen. Undichte Türen erhöhen den Stromverbrauch.
  • Halten Sie die Lüftungsgitter bei Stand- und Unterbaugeräten frei und sauber. Die Abwärme des Gerätes wird so gut abgeführt und der optimale Kühlbetrieb ist gewährleistet.
  • Beim Neukauf die richtige Größe bei Kühl- und Gefriergeräten wählen: Pro Person sollten 60 bis 70 Liter Nutzinhalt für Kühlschränke und 40 bis 80 Liter Nutzinhalt für Gefriergeräte eingeplant werden.
  • Die optimalen Temperaturen betragen im Kühlschrank +7 °C und beim Gefriergerät -18 °C.
  • Prinzipiell sind Gefriertruhen energiesparender als Gefrierschränke. Behalten Sie den Überblick über den Vorrat in Ihrer Gefriertruhe, lange Öffnungs- und Suchzeiten erhöhen den Energieverbauch.
  • Vereisungen (Reifansatz) erhöhen ebenfalls den Energieverbrauch. Öffnen Sie daher die Türen nur kurzzeitig. Legen Sie nur abgefüllte und abgedeckte Speisen ins Gefrierfach und tauen Sie dieses regelmäßig ab.
  • No-Frost-Gefriergeräte oder Geräte mit unterschiedlichen Temperaturzonen (0 °C-Fächer) haben in der Regel einen höheren Energieverbrauch als vergleichbare konventionelle Geräte.

Waschmaschine und Wäschetrockner

  • Die Füllmenge der Waschmaschine maximal ausnutzen und leicht verschmutzte Wäsche bei niedriger Temperatur ohne Vorwaschprogramm waschen. Für normal verschmutzte Wäsche genügt eine Waschtemperatur von 40 Grad Celsius. Kochwäsche ist nur bei starken Verschmutzungen nötig.
  • Einzelne, hartnäckige Schmutzflecken mit Gallseife vorbehandeln oder die Wäsche einweichen.
  • Waschmittel nach der Regel dosieren: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“.
  • Vollwaschmittel ausschließlich für Kochwäsche verwenden. Für Fein- und Buntwäsche sind speziell dafür vorgesehene Waschmittel schonender, sowohl für die Wäsche als auch für die Umwelt.
  • Bei energieeffizienten Wasserbereitungssystemen und kurzen Leitungswegen lohnt es sich, die Waschmaschine an einen Warmwasseranschluss anzuschließen.
  • Schleudern Sie Wäsche vor dem Trocknen. Je höher die Schleuderdrehzahl der Maschine, desto günstiger.
  • Nutzen Sie das Fassungsvermögen des Wäschetrockners aus.
  • Vermeiden Sie zu lange Trocknungszeiten bei Zeitsteuerungen. Es schadet der Wäsche und kostet unnötig Energie.
  • Trocknen Sie Bügelwäsche nur „bügelfeucht“. Damit sparen Sie Energie und das Anfeuchten der Wäsche.
  • Entfernen Sie nach jedem Trocknen die Flusen im Luftfilter und leeren Sie den Kondenswasserbehälter.
  • Im Wäschetrockner wird Wäsche von alleine weich. Verzichten Sie deshalb auf Weichspüler.

Heizung

  • Ist die Heizung außerhalb des Wohnbereichs oder in ungenutzten Räumen wie dem Heizungskeller, müssen Heizkessel, Warmwasserbereiter sowie Heizungs- und Warmwasserrohre gedämmt sein. Übrigens: Rohre können Sie kostengünstig selbst dämmen. Ein Besuch im Baumarkt lohnt sich!
  • Geschlossene Rollläden und Vorhänge verringern Wärmeverluste durch Fenster. Gedämmte Heizkörpernischen sparen bis zu 4% Heizkosten.
  • Manche mögen’s heiß und wundern sich später über hohe Heizkosten. Pro Grad weniger an Raumtemperatur sparen Sie rund 6% Heizkosten.
  • Lassen Sie die Heizung regelmäßig warten, denn das spart bis zu 15% Energie – und erhöht die Betriebssicherheit. Auch Reinigung und Entlüftung der Heizkörper zu Beginn der Heizsaison spart bares Geld.
  • Verkleidungen vor Heizkörpern verhindern, dass sich Wärme im Raum ausbreitet. Vorhänge, falsch platzierte Möbel oder zum Trocknen aufgelegte Handtücher schlucken bis zu 20% Wärme.
  • Nachts genügt in Wohnräumen eine Raumtemperatur von 16 bis 18 °C. Das spart leicht 20 bis 30% Energie. Nutzen Sie die „Nachtabsenkung“ der Heizung auch wenn Sie längere Zeit abwesend sind.
  • Ein moderner Brennwertkessel kommt mit bis zu 40% weniger Energie aus, kombiniert mit Solarthermie sogar noch mit deutlich weniger.
  • Frischluft ist das Nonplusultra für gesundes Raumklima. „Stoß- oder Querlüften“ Sie am besten; ständig gekippte Fenster treiben die Energiekosten nach oben. In der Heizperiode sollten Sie vier Mal täglich für etwa fünf Minuten, nach dem Duschen und Kochen zusätzlich kurz lüften. Und während des Lüftens die Thermostatventile an den Heizkörpern schließen!

Warmwasser

  • Senken Sie die Warmwassertemperatur
    Warmes Wasser wird mit einer Temperatur von bis zu 70 Grad Celsius bereitgestellt. Beim Duschen wird warmes Wasser allerdings auf 38 Grad Celsius runtergemischt. Bis es so weit ist, verursacht die hohe Temperatur große Verluste in Speicher und Leitungen. Sie werden deutlich verringert, indem die Temperatur in der Warmwasserbereitung gesenkt wird.
  • Verkürzen Sie die Zeiten der Bereitstellung von warmem Wasser
    Wer die Bereitschaftszeiten der Warmwasserbereitung minimiert, senkt seinen Energieverbrauch deutlich: Denn wird kein warmes Wasser benötigt, muss kein warmes Wasser vorgehalten werden.
  • Zirkulation optimieren: zeitlich begrenzen oder abschalten
    Je nach Gebäudezustand kann die Zirkulation des Warmwassers zu großen Energieverlusten führen: Zirkuliert das warme Wasser rund um die Uhr, können bis zu zehn Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf die Warmwasserzirkulation zurückgehen. Der Energieverbrauch wird geringer, wenn die Zirkulation zeitlich begrenzt oder ganz abgeschaltet wird. Zudem lässt sich manchmal die Zirkulationstemperatur senken, was ebenfalls den Energieverbrauch verringert. Bei kurzen Wegen ist sogar eine Deinstallation der Zirkulationsleitung möglich.
  • Nutzen Sie wassersparende Duschköpfe
    Ein Sparduschkopf kostet etwa 20 Euro und spart bis zu 50 Prozent des Warmwasserverbrauchs. Beim Kauf ist zu beachten, dass der Duschkopf einen Wasserdurchfluss von weniger als 9 Liter pro Minute hat: Standard-Duschköpfe schütten 12 bis 15 Liter pro Minute aus, gute Spar-Duschköpfe nur sechs bis sieben Liter. Das Duschen bleibt dabei genauso angenehm und das Strahlbild erhalten, obwohl weniger Wasser verbraucht wird.

Hohe Energiepreise - Unterstützung in Notlagen

Hohe Nachzahlungen für Strom oder Gas, stark gestiegene monatliche Abschlagszahlungen, bereits angemahnte Rechnungen oder sogar die Androhung die Energielieferungen einzustellen: die steigenden Energiekosten können dazu führen, dass Sie in eine finanzielle Notlage geraten.

Die Stadtverwaltung und das Jobcenter haben Möglichkeiten Sie zu unterstützen. Vielleicht ergibt sich für Sie ein Anspruch auf Wohngeld oder auf unterstützende Leistungen des Jobcenters und des Sozialamts? Wir beraten Sie gerne, kommen Sie bei Unterstützungsbedarf mit all Ihren Fragen auf uns zu. 

Weitere Informationen finden Sie in der rechten Spalte.


Vorsorge und Selbsthilfe

Was tun bei Blackout?

Die Möglichkeit eines flächendeckenden und mehrtägigen Stromausfalls ist auch in Mittelbaden nicht auszuschließen. Doch welche Konsequenzen hätte ein sogenannter „Blackout“ für die Haushalte? Und wie kann man sich darauf vorbereiten?

Auf längeren Stromausfall kann man sich vorbereiten

Den Strom aus der Steckdose nutzt jeder - ist doch selbstverständlich, dass es ihn gibt. Doch wer ist sich schon bewusst, wie abhängig wir von Strom sind? Und was passiert, wenn der Strom über Tage ausfällt? Dann ist das Telefon tot, die Heizung springt nicht an, der Computer streikt, die Küchengeräte und die Kaffeemaschine bleiben aus, vor allem: das Licht funktioniert nicht. Und läuft eigentlich das Leitungswasser?

Die Aufzählung lässt sich beliebig erweitern. Schnell stellt man fest, wie abhängig man von elektrischer Energie ist. In der Regel werden Stromausfälle zwar in wenigen Stunden behoben. Aber in Notsituationen kann es durchaus auch Tage dauern, bis der Strom wieder verfügbar ist. Beispielsweise wenn Stromleitungen bei einem Unwetter oder starken Schneefällen beschädigt wurden. Oder wenn bei hohem Bedarf einfach nicht genügend Strom geliefert werden kann. Hier einige Tipps, wie sich die Auswirkungen eines Stromausfalls mildern lassen.

Was tun, wenn die Heizung ausfällt?

Haushalte mit einem Kamin oder Ofen sollten einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Brennholz angelegt haben. Steht kein Ofen zur Verfügung, können Fachleute prüfen, ob die Installation einer solchen alternativen Heizquelle in den eigenen vier Wänden möglich ist. Es gibt unter anderem Kaminöfen im Handel, auf denen man notdürftig kochen kann. Und Achtung: Bei gasbetriebenen Heizquellen ist darauf zu achten, dass Sicherheitsvorkehrungen, wie zum Beispiel eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung, bei dem Gerät vorliegen. Die Installation eines sogenannten CO-Warnmelders erhöht Ihre Sicherheit.

Auch mit warmer Kleidung und Decken lässt sich die Heizung eine Zeit lang ersetzen. Ist die Heizung ausgefallen, empfiehlt es sich möglichst nur einen Raum zum Aufenthalt zu nutzen und die Türen geschlossen zu halten, damit Wärme nicht entweichen kann und die Wohnung in der kälteren Jahreszeit nicht zu sehr auskühlt. Allerdings ist dabei regelmäßig zu lüften! Besonders wenn beispielsweise Kerzen als alternative Lichtquelle dienen, ist eine regelmäßige Erneuerung des Sauerstoffgehalts in den Räumen wichtig.

Vorrat mit Arzneimitteln anlegen

Personen, die regelmäßig Arzneimittel einnehmen müssen, sollten sich zu Hause einen kleinen Vorrat anlegen. Bei einem längeren Stromausfall wird es unter Umständen schwierig, Medikamente von Apotheken zu bekommen.

Wenn das Licht ausfällt

Wenn das Licht ausfällt, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung alternativer Lichtquellen. Am besten hält man mehrere Varianten vorrätig. Wichtig sind Taschenlampen. Die gibt es batteriebetrieben, dabei an Ersatzbatterien denken, solarbetrieben, Kurbeltaschenlampen oder LED-Leuchten. Es empfiehlt sich die "Ersatzbirnen" nicht vergessen oder mehrere Geräte als Ersatz für Defekte vorzuhalten. Hinzu kommen Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeuge. Weiter gibt es Camping- oder Outdoor-Lampen sowie die guten alten Petroleumlaternen, für die ein Vorrat an geeignetem Brennstoff zu Hause sein sollte.

Für welche Variante man sich auch entscheidet: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt dringend beim Einsatz immer die Herstellervorgaben zu berücksichtigen: „Achten Sie bei offenen Flammen immer darauf, diese nicht unbeobachtet zu lassen. Es herrscht Brandgefahr! Nutzen Sie wenn möglich feuerfeste Gefäße, bei Kerzen beispielsweise Windlichter, um die Brandgefahr zu reduzieren.“

Ohne Strom bleibt die Küche kalt

Kleinere Mahlzeiten lassen sich auf einem Campingkocher zubereiten. Ebenfalls nutzbar ist im Garten oder dem Balkon ein Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Auch hier Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!

Ein geeigneter Lebensmittelvorrat ist zudem von Vorteil. Wer ohne Strom kein warmes Essen kochen kann, sollte einen speziellen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln haben, die kalt verzehrt werden können. Dazu eignen sich länger haltbare Lebensmittel wie Knäckebrot, Zwieback und Kekse, aber beispielsweise auch Haferflocken, manche Obstsorten, auch aus der Dose, geeignete Salami sowie Fleisch-, Wurst- und Fischkonserven, eingelegte Gurken oder Nüsse. Wichtig ist zudem Trinkwasser, das sich in Flaschen meist lange lagern lässt. Das BBK empfiehlt einen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser für 14 Tage.

Ersatzakkus bereithalten

Zudem hat das BBK weitere Tipps zur Stromausfall-Vorsorge: „Achten Sie darauf, dass die Akkus an Ihren Laptops, Mobiltelefonen und Telefonen möglichst geladen sind oder halten Sie aufgeladene Ersatzakkus bereit. Solarbetriebene Batterieladegeräte oder Powerbanks können bei Stromausfall eine echte Hilfe sein. Denken Sie daran, Bargeld zur Verfügung zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren. Und halten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio bereit, damit Sie bei einem langanhaltenden Stromausfall die Mitteilungen der Behörden verfolgen können.“

Folgen eines mehrtägigen Stromausfalls

Die Folgen eines mehrtägigen Stromausfalls sind vielseitig. Hier nur einige Beispiele: Züge können nicht mehr fahren, Verkehrsampelanlagen fallen aus, Geldautomaten streiken und einkaufen ist nur noch eingeschränkt möglich. Im Haushalt fallen viele Geräte aus, so auch der Kühlschrank, und die Tiefkühltruhe, der Elektroherd und die Heizung. Die Systeme der Telefonnetzbetreiber sind nur für ein paar Stunden mit Notstrom versorgt, danach ist telefonieren nicht mehr möglich.

Zum Absetzen von Notrufen ist vorgesehen, Polizeidienststellen, Feuerwehrgerätehäuser, Unterkünfte der Katastrophenschutz-Organisationen und des Rettungsdienstes personell rund um die Uhr zu besetzen. Weiterhin werden an zentralen Stellen, wie beispielsweise am Bahnhof, der Ooser Festhalle, am Schweigrother Platz, Bernhardusplatz, vor dem Festspielhaus, Leopoldsplatz, Bertholdsplatz, Brahmsplatz, Grobbachhalle, Verkehrsbetriebe Oberbeuern und in den Stadtteilen, sogenannte „Leuchttürme“ eingerichtet. Hier können bei Ausfall von Telefon- und Handynetzen im Bedarfsfall Notrufe getätigt werden.

Tanken an den Tankstellen

Auch das Tanken an den Tankstellen wird nicht funktionieren. Denn ohne Strom kann die elektrisch betriebene Pumpe der Zapfsäule den Kraftstoff nicht in den Fahrzeugtank befördern. Und Notstromaggregate oder manuelle Pumpen zur Betreibung von Tankstellen-Zapfsäulen bei Ausfall der Stromversorgung gehören nicht zur Standardausrüstung einer Tankstelle. Abhilfe schafft da ein 20-Liter-Blechkanister in der Garage, allerdings sollte der Treibstoff nicht über Jahre im Kanister bleiben, sondern in bestimmten Abständen ausgetauscht werden. 

Aktuelle Informationen über die Lageentwicklung

Aktuelle Informationen über die Lageentwicklung geben die Rundfunksender, die mit entsprechenden Notstromaggregaten ausgestattet sind. Radionachrichten lassen sich auch über das Autoradio empfangen, das von der Autobatterie gespeist wird.

Auf der Internetseite des BBK, www.bbk.bund.de, lassen sich informative Broschüren herunterladen oder kurze Informationsvideos anschauen, auch zu anderen Szenarien aus dem Bereich des Katastrophenschutzes.

Wichtig:

Ein Stromausfall ist kein Grund, um über die Notrufnummern von Polizei oder Feuerwehr anzufragen, wann es wieder Strom geben wird. Fragen dazu beantworten die Stadtwerke unter der Rufnummer 07221 277-0. Am besten allerdings informiert man sich über die Radiosender, die in solchen Notsituationen regelmäßig aktuelle Nachrichten zum Thema senden.

Letztlich bittet das BBK, in Notfällen mit den Nachbarn Kontakt zu halten. Vielleicht brauchen sie Hilfe oder können einem selbst helfen, beispielsweise in dem man zusammen kocht.

Wie sieht die Situation konkret bei den Stadtwerken aus?

Im Falle eines mehrtägigen Stromausfalles verfügen die Stadtwerke Baden-Baden über Notstromeinrichtungen, um die kritischen Infrastrukturen wie Ver- und Entsorgungseinrichtungen zu erhalten. Dies ist nicht für alle Bereiche umsetzbar.

Stadtwerkeintern lässt sich die Kommunikation über das eigene Festnetz aufrechterhalten. Zudem besteht die Möglichkeit mobil und über den werkseigenen Betriebsfunk zu kommunizieren. Das Stadtwerke-Festnetz läuft über die interne Telefonanlage und ist über das vorhandene Notstromkonzept gestützt. Der Betriebsfunk bietet eine Insellösung.

Zur Strom- und Wasserversorgung:

Zur Stromversorgung: Die Stadtwerke können den Betriebsstandort Waldseestraße mit den vorhandenen Notstromeinrichtungen über 4 Tage, also etwa 100 Stunden, unabhängig von der externen Stromversorgung betreiben. Dazu sind entsprechende Diesel-Vorratstanks vorhanden. Bei Bedarf lassen sich diese während des Betriebs nachtanken, womit eine unabhängige Versorgung der Stadtwerke über einen längeren Zeitraum möglich wird. Wichtig. Damit lassen sich nur die kritischen Infrastruktureinrichtungen der Stadtwerke versorgen, nicht die der privaten Haushalte.

Wasserversorgung: Bei einem flächendeckenden, mehrtägigen Stromausfall im Stadtkreis ergeben sich durch die topografische Lage und der damit verbundenen komplexen Wasserversorgung mehrere zeitversetzte Versorgungseinschränkungen.

Für Baden-Baden und die Ortsteile gilt:

Das Versorgungsgebiet wird im Jahresschnitt zur Hälfte über das Grundwasserwerk (GWW) Sandweier und zur anderen Hälfte aus den Quellgebieten im Schwarzwald versorgt. In den Sommermonaten müssen jedoch rund 90 Prozent aus dem Sandweierer GWW abgedeckt werden. Dieses ist mit einem Notstromaggregat ausgestattet, das für einen einhundertstündigen Volllastbetrieb ausgebaut wurde. Im Notstrombetrieb funktioniert die gesamte Aufbereitungstechnik. Um diesen Volllastbetrieb zu gewährleisten, stehen bei den Stadtwerken 30.000 Liter Diesel zum Nachtanken zur Verfügung. Solange das Notstromaggregat läuft, ist die Wasserversorgung sichergestellt.

Die Quellwasser-Aufbereitungsanlagen Grobbach, Seelach, Schmalbach und auch Neuweier haben keine eigene Notstromversorgung. Das Quellwasser wird aufgrund des natürlichen Druckes ohne Filtration ins System eingeleitet. Das Wasser wäre nicht entsäuert und mikrobiologisch nicht aufbereitet. Deshalb schränken die Stadtwerke bei Stromausfällen eine Nutzung des Wassers ein. Das Pumpwerk Merkur, das das Trinkwasser nach Ebersteinburg fördert, lässt sich mit einem mobilen Notstromaggregat versorgen.

Das Rebland wird zum größten Teil durch das GWW in Steinbach versorgt, sowie zu einem kleinen Teil mit Quellwasser. Das Steinbacher GWW ist mit einem Notstromaggregat ausgestattet, das einen Weiterbetrieb der Wasserversorgung ohne nachzutanken für 24 Stunden sichert.

Das im GWW-Steinbach geförderte Rohwasser wird unaufbereitet zum Zentralbehälter Rebland gefördert. Im Zentralbehälter findet die Aufbereitung statt. Der Rebland-Zentralbehälter hat allerdings keine eigene Notstromversorgung, wodurch keine Wasseraufbereitung vorgenommen werden kann. Deshalb sprechen die Stadtwerke im Falle eines längeren Stromausfalls eine Nutzungseinschränkung wegen sogenannter Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFC) und Nitrat für das Rebland aus.

Die Gasversorgung:

Die Gasversorgung erfolgt über zwei Erdgasübergabestationen im Bereich des Klärwerks und in Sandweier. Die größere Station im Klärwerk verfügt über ein Notstromaggregat, das den Betrieb der Anlage für rund 70 Stunden sicherstellt. An der Erdgasübernahmestation Sandweier schließen die Stadtwerke ein mobiles Notstromaggregat an, um die Anlage weiter zu betreiben.

Der Gasverbrauch wird jedoch deutlich zurückgehen, weil im bei einem Stromausfall die Hausgasheizungen nicht funktionieren.

Zur Fernwärmeversorgung:

Die Stadtwerke betreiben ein eigenes Fernwärme-Netz im Briegelacker, das bei einem Stromausfall nicht funktioniert. Dort ist keine Notstromversorgung vorhanden. Zudem sind die Stadtwerke für die EnBW als Betriebsführer für das Fernheizwerk im Rotenbachtal tätig. Das Fernheizwerk besitzt eine eigene Notstromversorgung, die einen Weiterbetrieb für 45 Stunden sicherstellt. Allerdings wird bei einem Stromausfall in den mit Fernwärme geheizten Gebäuden keine Wärme ankommen, da die Pumpen im Haus ohne Strom nicht funktionieren.

Die Müllabfuhr lässt sich ohne nachtanken der Fahrzeuge maximal zwei Tage weiter betreiben. Das Abladen auf der Deponie erfolgt ohne Wiegevorgang. Für Müllanlieferungen von dritter Seite ist die Deponie Tiefloch geschlossen.

Kläranlage:

Die Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden Sinzheim verfügt über ein Notstromaggregat, das einen Betrieb von rund 50 Stunden gewährleistet. Alle nicht für die Abwasserreinigung relevanten Anlagenteile, wie die Biomasseaufbereitung und die Biomüllaufbereitung werden außer Betrieb genommen. Nur die Anlagenteile der Abwasserreinigung werden über Notstrom weiterbetrieben.

Stadtentwässerung:

Das grundlegende Entwässern der Stadt und der Stadtteile ist durch das natürliche Gefälle sogenannter Freispiegelleitungen gegeben. In allen Bereichen, in denen dies nicht möglich ist, sind 37 spezielle Pumpwerke installiert. Die wesentlichen Pumpwerke, Haueneberstein, Sandweier, Süd und Mitte sowie Oos-West sind über Notstrom versorgt. Der Inselbetrieb per Notstrom lässt sich etwa drei Tage aufrechterhalten. Die Pumpwerke Balg und Geroldsau können über mobile Notstromaggregate zumindest zeitweise betrieben werden. Alle kleineren Pumpwerke lassen sich nicht weiterversorgen. Möglicherweise entstehen Rückstaus und somit ein Überlaufen in Gebäude oder in das Gelände. 

Die Regenüberlaufbecken werden geflutet und müssen, sofern dies möglich ist, manuell reguliert werden. Im schlimmsten Fall erfolgt ein Abschlag in umliegende Bäche.

Deponie und Biomasse:

Deponie und Biomasse, braune Tonne: Die Anlieferung für die städtische Müllabfuhr ist ohne Wiegung möglich. Für den Kundenverkehr bleiben die Anlagen geschlossen.