Luftqualitätsuntersuchungen in Baden-Baden

Blauer Himmel mit WolkenBild vergrößern

Das städtische Fachgebiet Umwelt und Arbeitsschutz begann am 4. Mai 2018 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst Luftqualitätsmessungen an insgesamt sieben Standorten (sowie einer zusätzlichen Messstation in der Fürstenbergallee, Messbeginn: September 2018) im Stadtgebiet. Es handelt sich dabei um zwei unterschiedliche Messkampagnen mit verschiedener Zielsetzung, welche über einen Zeitraum von einem Jahr durchgeführt werden.

Zur Bestimmung der Luftqualität werden die Leitsubstanzen Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub und der darin enthaltene Ruß, sowie Grobstaub im wöchentlichen Rhythmus bestimmt. Die labortechnischen Analysen des gewonnenen Probenmaterials und die Auswertung der Ergebnisse werden durch den Deutschen Wetterdienst vorgenommen.

Die Luftqualitätsmessungen werden dabei nicht nur hinsichtlich einer Richtwerteinhaltung analysiert, sondern auch die witterungs- und jahreszeitbedingten Einflüsse auf die Immissionsbelastung sowie Standortabhängigkeiten berücksichtigt.

Hinweis

Die Messungen sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Die ermittelten Werte werden nun vom Deutschen Wetterdienst getrennt für die beiden einjährigen Messreihen Titelführung Heilbad und Luftqualitätsuntersuchungen Europastraße (B 500) ausgewertet. Mit den abschließenden Gutachten ist im Herbst dieses Jahres zu rechnen.

Luftqualitätsmessanlage am Behördenzentrum.Bild vergrößern
Luftqualitätsmessanlage am Behördenzentrum.

Übersichtskarte mit Messstationen

Standorte der Luftqualitätsmessungen auf einem LageplanBild vergrößern

Messkampagne Titelführung „Heilbad“

Als Kurort mit dem Titel „Heilbad“ überprüft die Stadt Baden-Baden auf Grund gesetzlicher Vorgaben alle zehn Jahre die Luftqualität. In Kurorten wird entgegen den gesetzlichen Grenzwerten eine höhere Anforderung an die Luftqualität gestellt. Dabei gelten die in den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes festgesetzten Richtwerte.

Messkampagne Europastraße (B500)

Die Stadt Baden-Baden hat sich dazu entschieden, zusätzlich zu den Kurortmessungen weitere freiwillige Messungen über einen Zeitraum von einem Jahr entlang der verkehrsträchtigen Europastraße (B500) im Stadtgebiet durchzuführen.

Die Überprüfung der Luftqualität entlang der Europastraße wird aufgrund von Anfragen aus dem Gemeinderat und der Bürgerschaft aus dem Jahr 2017 durchgeführt. Mangels sachlicher Zuständigkeit für Maßnahmen der Luftreinhaltung (Zuständigkeit liegt beim Regierungspräsidium Karlsruhe) dienen diese Messungen nicht der Umsetzung der 39.BImSchV, sondern allein der Verifizierung des für Baden-Baden erstellten Rechenmodells (Immissionsprognose) bezüglich der Luftqualität, das im Jahr 2011 vorgestellt wurde.

Karte: Immissionsprognose NO2 aus dem Jahr 2011, erstellt im Rahmen des Projekts „Baden-Baden 2020“Bild vergrößern
Karte: Immissionsprognose NO2 aus dem Jahr 2011, erstellt im Rahmen des Projekts „Baden-Baden 2020“

Nach den Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) führt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) im Auftrag des Verkehrsministeriums die erforderlichen Untersuchungen zur Luftreinhalteplanung durch. Die von der Stadt durchgeführten Messungen können aufgrund der Auswahl der Messstandorte, die nicht an der 39. BImSchV ausgerichtet sind, dazu nicht herangezogen werden.

Messkampagne LUBW

Die LUBW unterhält in Baden-Baden eigene Messstationen.

In der Aumattstraße wird seit 1993 die Luftqualität des städtischen Hintergrunds als Bestandteil des landesweiten Luftmessnetzes untersucht. Die LUBW-Messdaten in der Aumattstraße belegen die sehr gute Luftqualität in Baden-Baden im landesweiten Vergleich.

Im Rahmen eines Sondermessprogramms der LUBW mit 39 Messstellen in Baden-Württemberg wurde vom 1. Januar bis zum 31. März 2019 auch an einer verkehrsreichen Straße in Baden-Baden der Parameter Stickstoffdioxid orientierend gemessen. Hierbei liegt der ermittelte Wert deutlich unterhalb des geltenden Grenzwerts. An der Messstation vor dem Anwesen Rheinstraße 33 wurden im Mittel 34 µg/m³ Stickstoffdioxid gemessen. Dieser von der LUBW berechnete Mittelwert für drei Monate zeigt eine Tendenz auf, ob der gesetzlich relevante Jahresmittelwert von 40 µg/m³ Luft an dem betreffenden Straßenabschnitt eingehalten werden kann. Für die Messstation in der Rheinstraße wurde durch die LUBW ein Jahresmittelwert zwischen 29 - 33 µg/m³ abgeschätzt. Die Messungen in Baden-Baden werden nicht fortgeführt, das Messgerät wurde zwischenzeitlich abgebaut.

Hinweis

Die aktuellen Messwerte der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) für Baden-Baden finden Sie auf der Internetseite der LUBW. Wählen Sie den gewünschten Parameter aus und klicken Sie auf den Standort Baden-Baden, um die Messwerte zu erhalten.

www.lubw.baden-wuerttemberg.de

Vorläufige Ergebnisse der Luftqualitätsuntersuchungen der Stadt Baden-Baden

Die Ergebnisse der Luftqualitätsuntersuchungen im Rahmen der Titelführung Heilbad zeigen bisher keine Überschreitungen der Kurzzeitrichtwerte (Wochenmittelwerte) der Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbands (12. Auflage). Nach einer vorläufigen Auswertung der bisher gemessenen Konzentrationen ist auch von keiner Überschreitung der Jahresmittelwerte auszugehen.

Durch die Messungen entlang der Europastraße werden insgesamt im Ergebnis die Resultate der Immissionsprognose aus dem Projekt „Baden-Baden 2020“ bestätigt. Insgesamt sind die Modellrechnungen damit verifiziert.

An allen Messstandorten wurden bisher unauffällige Feinstaubkonzentrationen erfasst. Die gemessenen Wochenmittelwerte entlang der Europastraße liegen im Bereich zwischen 4 und 28 μg/m³.

Die Wochenmittelwerte für Stickstoffdioxid aller Messstationen entlang der Europastraße liegen im prognostizierten Bereich zwischen 9 und 77 μg/m³.
Mit Ausnahme der Messstation Fürstenbergallee befinden sich die gemessenen Konzentrationen im Bereich der bzw. unterschreiten die im Rechenmodell für 2020 prognostizierten Werte. In der Fürstenbergallee werden die berechneten Prognosewerte für Stickstoffdioxid (NO2) dagegen leicht überschritten.

Aufgrund der nicht anhand der 39.BImSchV ausgewählten Messstandorte Ebertplatz und Fürstenbergallee, können die dort gewonnenen Ergebnisse nicht vor dem Hintergrund von Maßnahmen der Luftreinhaltung auf Basis des BImSchG/ 39.BImSchV betrachtet werden.

Die unten dargestellten gerundeten Werte entsprechen dem arithmetischen Mittel der bis Anfang Februar 2019 gemessenen Wochenwerte. Die endgültigen Jahreswerte stehen erst nach abgeschlossener Werteplausibilisierung nach Abschluss der Messungen im Sommer 2019 zur Verfügung. Die Messungen an der Messstation Fürstenbergallee starteten im September 2018 (KW 39).

Tabelle mit vorläufigen Ergebnissen der Luftqualitätsuntersuchungen - Stand: Februar 2019Bild vergrößern
„-“ = keine Messung

Hinweis

Bei allen vorgestellten Messwerten (Stand 01.02.2019) handelt es sich um vorläufige Ergebnisse (Rohdaten) ohne abschließende Überprüfung durch den Deutschen Wetterdienst.