1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

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Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass sind in Baden-Baden insbesondere von Ende Oktober bis Ende November verschiedene Veranstaltungen geplant:

Wanderausstellung „Gurs 1940“ (23.04. - 24.10.2021)

Veranstalter: Stadtmuseum Baden-Baden

Kurzführung durch die Ausstellung „Gurs 1940“ in Kleingruppen

Datum: 22. Oktober, 16 - 18 Uhr
Veranstalter: Stadtmuseum Baden-Baden
Weitere Informationen: www.baden-baden.de/stadtmuseum

Programm Studium Generale (29.09. - 02.02.2022)

Veranstalter: VHS Baden-Baden
Weitere Informationen: www.vhs-baden-baden.de

Ausstellung Jecheskiel David Kirszenbaum (29.09. – 24.11.2021)

(1900 –1954)

Karikaturen eines Bauhäuslers zum Zeitgeist der Weimarer Republik

Veranstalter: Volkshochschule (VHS) Baden-Baden
Weitere Informationen: www.vhs-baden-baden.de

Einführungsvortrag zur Ausstellung Jecheskiel David Kirszenbaum (30.09.2021, 18 - 18:45 Uhr)

mit Regina M. Fischer M.A., Kunsthistorikerin

Veranstalter: Volkshochschule (VHS) Baden-Baden
Eintritt: kostenfrei
Anmeldung: erforderlich, www.vhs-baden-baden.de

Veranstaltungsreihe Digitale Gesprächsforen (07.10.2021 - 07.04.2022)

Pfarrer Teipel und Rabbiner Surovstev laden zu digitalen Gesprächsforen ein, die die Lebensstationen in der jüdischen und in der christlichen Tradition zum Thema haben.

Termine:

  • 08.11.21 - Rituale der Kindheit
  • 07.12.21 - Jugend / Einführung ins Erwachsenenalter
  • 19.01.22 - Segen für die Lebensform
  • 16.02.22 - Rolle der Geistlichen    
  • 08.03.22 - Umgang mit dem Leid
  • 07.04.22 - Tod und Erlösung

Jeweils um 19:30 Uhr.

Die Gesprächsrunden finden hybrid statt, das heißt digital und teilweise in Präsenz.

Verlegung von Stolpersteinen (18.10.2021, ab 12:30 Uhr)

Zwei Stolpersteine im Boden. Daneben liegen RosenBild vergrößern

Der Künstler Gunter Demnig aus Köln wird am Montag, 18. Oktober, zum elften Mal zur Verlegung von so genannten Stolpersteinen nach Baden-Baden kommen. Im Stadtgebiet Baden-Baden wurden seit 2008 bereits 194 „Stolpersteine“ verlegt.

Hinter ihnen verbergen sich Lebenswege ehemaliger Mitbürgerinnen und Mitbürger, die als Jüdinnen und Juden, wegen ihres Glaubens oder ihrer politischen Überzeugung, aufgrund von Krankheit oder Handicap im Nationalsozialismus verfolgt, zur Emigration gezwungen, in den Tod getrieben oder ermordet wurden.

15 weitere Steine

Weitere 15 Steine sollen in diesem Jahr hinzukommen. Auftakt ist am 18. Oktober, 12.30 Uhr, in der Merkurstraße 14, wo an den Opernsänger Ernst Wolff und seine Mutter Henriette erinnert wird. Eine Tonaufnahme des SWF: „Feierstunde zum jüdischen Neujahrsfest 1958“ mit einleitendem synagogalem Gesang des Kantors Ernst Wolff wird die Verlegung musikalisch eröffnen. Zur Begrüßung sprechen Angelika Schindler vom Arbeitskreis Stolpersteine und Erster Bürgermeister Alexander Uhlig.

Die weiteren Stationen sind um 13 Uhr die Merkurstraße 11 (Verlegen eines Steins), 13.30 Uhr Büttenstraße 5 (fünf Steine), 14.30 Uhr Stephanienstraße 5 (drei Steine), 15 Uhr Stephanienstraße 4 (ein Stein), 15.30 Uhr Stephanienstraße 35 (ein Stein), 16.15 Uhr Ooser Bahnhofstraße 13 (zwei Steine).

Kurzführung durch die Ausstellung „Gurs 1940“ in Kleingruppen (22.10.2021, 16 - 18 Uhr)

Veranstalter: Stadtmuseum Baden-Baden
Weitere Informationen: www.baden-baden.de/stadtmuseum

Besuch des jüdischen Museums in Frankfurt (30.10.2021)

Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Baden-Baden bietet einen Tagesausflug zum Jüdischen Museum nach Frankfurt an.

Termin: Samstag, 30. Oktober
Abfahrt: 8 Uhr (Parkplatz bei der Stadtkirche am Augustaplatz) 
Ankunft: gegen 20 Uhr in Baden - Baden
Kosten: 65 Euro pro Person inkl. Busfahrt, Eintritt und Führung

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Für den Bus und das Museum gilt die 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet)

Anmeldung bis 15. Oktober und weitere Informationen bei Frau Pattberg, Tel. 07221 32 43 4.

Informationen zum Museum

Das heutige Jüdische Museum ist nicht das erste seiner Art in Frankfurt. 1922 öffnete das Museum Jüdischer Altertümer seine Räume. Es war aus der „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler“ hervorgegangen, die der Frankfurter Mäzen Charles Hallgarten 1897 gegründet hatte. Das Museum zeigte vor allem wertvolle Kultgegenstände und war im ehemaligen Bankhaus der Familie Rothschild in der Fahrgasse untergebracht. Im Gegensatz zu heute betrieb damals die Jüdische Gemeinde das Museum. Auch sie hatte ihre Verwaltungsräume in der Fahrgasse.

In der Reichspogromnacht 1938 plünderten SA- und SS-Leute das Museum und zerstörten einen Großteil der Sammlung. Knapp 1.000 Objekte verleibte sich das Historischen Museum Frankfurt ein, einige kamen in den örtlichen Kunsthandel, andere wurden eingeschmolzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg regten vertriebene Frankfurter jüdische Bürger an, Material über die jüdische Geschichte Frankfurts zu sammeln und zu publizieren. Die Stadt unterstützte dieses Vorhaben. 1961 gründete sich eine eigene Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden. Ihr gehörten unter anderem Max Horkheimer, die Rabbiner Kurt Wilhelm und Georg Salzberger und viele weitere namhafte Persönlichkeiten an.

1979 entstand der Plan, wieder ein Jüdisches Museum in Frankfurt zu gründen. Es sollte ein städtisches Museum und Teil des neuen Museumsufers werden, das der Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann seit 1977 vorantrieb. Als neuer Standort rückte das historische Rothschildpalais am Untermainkai zusammen mit dem Nachbargebäude in den Fokus.

Seit 2015 ist das Jüdische Museum am Untermainkai neu entstanden, mit einem großzügigen Erweiterungsbau nach einem Entwurf von Staab Architekten. Das Rothschildpalais und sein Nachbargebäude wurden für die neue Dauerausstellung umgebaut und renoviert. Die Wiedereröffnung wurde im Oktober 2020 gefeiert.

Veranstaltung: „Was bedeutet es heute, jüdisch zu sein?“ (24.11.2021, 19 - 20:15 Uhr)

Veranstalter: VHS Baden-Baden
Weitere Informationen: www.vhs-baden-baden.de