Historische Entwicklung Baden-Badens

Ursprung in den Heilquellen

Prunkbad im Neuen Schloss
(c) Iris Geiger-Messner, Landesamt für Denkmalpflege - Prunkbad im Neuen Schloss
Florentinerberg, Ursprung der heißen Quellen Friedrichsstollen (Postkarte)
(c) Stadtmuseum/ - archiv, Hans Lang, 1908 - Florentinerberg, Ursprung der heißen Quellen Friedrichsstollen (Postkarte)

Baden-Baden blickt auf eine fast 2000-jährige Geschichte als Kurstadt zurück. Aufgrund der heißen Quellen errichteten hier die Römer bereits in der Antike Thermalanlagen. Die Thermalquellen dienten der Stadt als Grundlage für ihren Wohlstand und sind seit 2000 Jahren Anziehungspunkt für Generationen von Badegästen.

Kuppelsaal im Friedrichsbad
Römische Badruinen
Römische Badruinen
Thermalbecken im Friedrichsbad

Frühe Anfänge

Ab dem 2. Jahrhundert nach Christus waren römische Besatzungstruppen in Baden-Baden stationiert und gründeten am Fuß des Friesenbergs die Siedlung „Aquae“. Der Name des Ortes ist mit dem deutschen „Bad“ gleichzusetzen und deutet auf die besonderen heißen Quellen hin. Die Römer nutzten die heißen Quellen, um in erster Linie ihre Verletzungen zu kurieren, wie Knochenfrakturen, Lähmungen, Vernarbungen und Schmerzen. Die archäologischen Überreste der Soldatenbäder mit ihren ausgeklügelten Heiz- und Wassertechnologien befinden sich noch immer unterhalb des Friedrichsbads.

Im Mittelalter werden die Qualitäten der heißen Quellen in Baden-Baden wiederentdeckt. Mittelalterliches Baden wurde in bescheidenen Badehäusern vollzogen. Baden-Baden besaß um 1600 zehn Badherbergen, über 300 Badekabinen und wurde von 3000 Badegäste pro Jahr besucht. Im 17. Jahrhundert ließ Markgraf Ferdinand Maximilian von 1652 bis 1669 ein prunkvolles Bad mit reicher Stuckausstattung im Erdgeschoss seines Schlosses am Florentinerberg errichten.

„Sommerhauptstadt Europas“

Seine Blütezeit als europäisches Modebad erlebte Baden-Baden im 19. Jahrhundert. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstand das Kurviertel. Internationaler Besuchermagnet war die Spielbank. Unter den französischen Pächtern Bénazet entwickelte sich ganz Baden-Baden zur „Sommerhauptstadt Europas“, die mehr und mehr ausländische Kur- und Dauergäste anzog. So entstanden die gehobenen Villenviertel.

Mit ihren über 1000 Baudenkmalen und einer bis heute erhaltenen Stadtstruktur zeugt die Stadt von ihrer Bedeutung als Spielebad des 19. Jahrhunderts. Wenige Jahre nach dem Spieleverdikt von 1872 konnte sich die Stadt mit modernsten Badetempeln wie dem Friedrichsbad, Sanatorien und aufwendigen Hotelbauten erneut beleben.

Das Theater, Holzstich coloriert
Trinkhalle, Lithographie
Lichtentaler Allee (Postkarte)
Kurhaus mit Musikpavillon
Hotel "Europäischer Hof", 1890
Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta
Fürstentreffen in Baden-Baden am 16. Juni 1860. Von links: Maximiliam von Bayern, Wilhelm von Württemberg, Napoleon III,  Wilhelm von Preußen, Georg von Hannover, Johann von Sachsen, Ludwig von Hessen, Adolf von Nassau, Friedrich I. von Baden, NN, NN.
Kutschfahrt, Otto Specker, 1860
Trinkhalle
Historische Zeichnung des Kurhauses. Menschen flanieren
Historische Zeichnungen des Friedrichbads mit Kuppelsaal
Histo0rische Zeichnung der Pferderennbahn Iffezheim um 1861

Kurstadtentwicklung in Plänen

Aquae das römische Baden-Baden
Mittelalter mit Stadtmauer "Rekonstruierter frühneunzeitlicher - Stadtgrundriss auf der Grundlage des Stadtplans von 1808"
Baden-Baden 1808 Aquarell, Papier auf Leine aufgezogen
Baden-Baden 1862 "Plan de la ville de Baden-Baden" für die Kunden
Stadtkarte Baden-Baden im Jahr 1873
Baden-Baden 1889, mehrfarbige Lithograhie
Baden-Baden 1898 "Neuester Plan der Stadt Baden-Baden"
Historischer Plan aus dem Jahr 1912 von Baden-Baden mit einzeichnung der Welterbe-Zone

Kurtradition heute

Noch heute ist Baden-Badens besonderer Reiz mit einer bemerkenswerten Bäderlandschaft und dem umfassenden kulturellen Angebot, wie den Festspielen, den Iffezheimer Galopprennen und dem Casinobetrieb zu erfahren. Doch ohne ihre historischen Stadtquartiere, ihre Kurbauten und Grünanlagen sowie Übergängen in die freie Landschaft wäre die Stadt ihrer internationalen Anziehungskraft beraubt.

Baden-Badens angestrebte Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wäre nicht nur eine besondere Auszeichnung, sondern ist bereits jetzt ein wichtiger Anstoß für die Stadt und ihre Bürger, ihr Erbe neu zu erkennen und behutsame Bewahrungs- und Entwicklungskonzepte zu erarbeiten.

Festspielhaus
Theater
Innenraum Theater
Kurhausmeeting
Spielsaal Casino
Friedrichsbad
Historische Badeanlagen Friedrichsbad
Schwanensee
Rennbahn Iffezheim
Fußgängerzone Lange Straße
Natogipfel Baden-Baden 2009
Kolonnaden